Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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ehemalige Bediente und Stadtmägde Krämer und Fürkäufer und um noch vieler Andern zu schweigen Lumpen von allen er-denklichen Gattungen."

Aus all' dem geht zur Genüge hervor, daß es geradezu unmöglichist, ein Gesammtbild des sittlich-religiösen Zustandes zu entwerfen, dasauf alle Landesgegenden oder auch nur auf alle Leute einer Gemeindepaßt. Doch wird es mein Bestreben sein, bei passender Gelegenheit aufdie verschiedenen Abweichungen von der Regel hinzuweisen.

Der größte Theil der mir vorliegenden Aufsätze aus dieser Zeit istnach folgendem von der asketischen Gesellschaft aufgestellten Schema be-arbeitet :

n) Von eines Ortes Lebensart, Nahrungsstand, Fleiß, Luxus, Ar-muth oder Reichthum.

b>) Von herrschenden Vorurtheilen, Meinungen, Aberglauben undihrem Ursprung, Nutzen und Schaden.

e) Von desselben Orts Kinderzucht, der Kindheit Beschäftigung,Spielen und Uebungen, von dem häuslichen Leben, herrschenden Sittenund Bräuchen.

Ob sich auch ein besseres Schema finden ließe, so ist es doch amRathsamsten, der Uebersichtlichkeit wegen dem einmal angenommenen Gangzu folgen.

a) Von eines Ortes Lebensart, Nahrungsstand,Fleiß, Luxus, Armuth oder Reichthum.

Gib mir weder Armuth, noch Reichthum, sondern verleihe, daß ichNahrung habe, so viel mir gebührt, daß ich nicht entweder übersättigtwerde, dich verläugne und spreche: Wer ist der Herr? oder daß ich ausArmuth stehle und mich an dem Namen meines Gottes vergreife!" sobetete König Salomo, und dies Gebet erinnert uns zur Genüge daran,wie sittlicher und religiöser Zustand so sehr beeinflußt sind durch den öko-nomischen. Es wird also nicht überflüssig sein, zuerst über den letztemeinige Andeutungen zu geben.