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Der Verfasser schließt mit der interessanten Mittheilung: „Wennman unter einem Ungläubigen einen Menschen verstehen wollte, der sichohne Mühe und Gewissensangst über religiöse Wahrheiten wegseht, blind-lings das Thun und Lassen Anderer nachäfft, nur darum den Gottes-dienst versäumt, weil er wahrnimmt, Andere besuchen ihn auch selten, soist die Anzahl der Ungläubigen in meiner-gegenwärtigen Gemeinde nichtgering; aber solche, welche die Wahrheit der Religion läugnen, sich fürimmer dem Gottesdienst entziehen, voin Christenthum durchaus nichtshören wollen — solche kenne ich in meiner Gemeinde keine."
Verlassen wir den See und begeben wir uns in das ebenfalls zumrevolutionären Theil des Kantons gehörende Oberamt Grüningen! Wirlernen die dortigen Zustände kennen aus einer Beschreibung der Psarr-gemeinde Bubikon durch den dort seit 20 Jahren wirkenden Pfr. Heß(1817) und die bezüglichen Reflexionen von Psr. Jakob Fäsi in Dürnten.
Bei Besprechung der Zustände vor der Revolution ist auch der Nah-rung gedacht worden, es mag daher hier die kurze Bemerkung ebenfallsPlatz finden: „Der Kapitalist speist so frugal wie der Bauer und dieserwie der Spinner. Erdäpsel machen die Hauptnahrung aus. Brod wirdbei Tische selbst von vermöglichen Leuten wenig gegessen . . . Das Kaffee-trinken ist schon lang allgemeine Gewohnheit, bei der geringern Klassenoch mehr als bei der vermöglichen. Zum Getränk dient meistens Birnen-most und in vielen Häusern Kässchotten oder schlechte Milch ... Es sindzwei Wirthshäuser und zwei Pintenschenken hier."
Kleiderluxus hat seit der Revolution, resp. seit Ueberhandnehmender Fabrikarbeit bedeutend überhand genommen. Wir haben hier wiederdie gleichen Folgen des baaren Geldes, die wir schon vor der Revolutionim Toggenburg kennen lernten.
Die G eisteskultur hat seit der Revolution ziemlich zugenommen,besonders in landwirthschaftlicher und merkantiler Hinsicht. Bloße Zimmer-leute, Schmiede rc. haben es ganz durch eigenes Studium so weit gebracht,daß sie Spinnmaschinen selber herstellen können rc. Es gibt einige In-dividuen, in deren Köpfen es ziemlich hell ist. . . „Allein alle diese vielen