— die Eintracht der Vorsteher untereinander, ihre freundliche, ungestörteEintracht mit dein Pfarrer felbst und ein immer gleiches, auf Alle sicherstreckendes Zutrauen, wie Vieles erleichtert dies nicht! ... Es wärewünfchbar, man sähe auch anderwärts sich mit so liebreichen, achtungs-würdigen Mitarbeitern umgeben!"
Damit kann die Schilderung des religiösen und sittlichen Volkslebensfeit der Revolution geschlossen werden. Wir haben aus verschiedenenGegenden unsers Kantons einläßliche Berichte hierüber gehört und es istdarin zu Tage getreten, daß auch in dieser Periode unser Kanton keineinheitliches Bild darbot. In den einzelnen Gegenden trug daS Volks-leben noch ziemlich das Gepräge der Zeit vor der Revolution, in andernschon viel mehr das der Gegenwart. Aus den meisten Gemeinden wirdvon einem Rückgang, aus Asfoltern z. B. aber auch wieder von einemFortschritt des religiösen und sittlichen Lebens berichtet.
Als allgemein gültig aber dürften folgende Thatsachen anerkanntwerden: Mit dem Überhandnehmen der Geisteskultur hat auch die Gleich-gültigkeit gegen die Kirche und der religiöse Sinn überhaupt abgenommen,theilweise vermehrt haben sich dagegen allerlei Sünden, vorwiegend Leicht-sinn, Zuchtlosigkeit der Jugend, Trunksucht, Unkeuschheit. Wo dagegendas ganze Geistesleben ungefähr dasselbe blieb — und das war besondersbei der landwirthschastlichen Bevölkerung der Fall, — da finden wir vor-wiegend dieselben Tugenden (vor Allem noch viel kirchlichen Sinn) undUntugenden (äußerliche Frömmigkeit, Aberglauben rc.) wie schon vor derRevolution.
Ueber Trunksucht und Unkeuschheit werden besonders aus Bauern-gemeinden mehr Klagen laut als früher. So häufig bereits religiöseGleichgültigkeit ist, so selten findet sich doch noch erklärter Unglaube. AusAllem aber möchte hervorgehen, daß die Revolution keinen durchgreifendenUmschwung unserer religiösen und sittlichen Verhältnisse bewirkt hat.Manches ist seither schlimmer, Manches besser geworden, doch nirgends inhohem Grade und durchaus nicht allgemein.