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welche Sy auch gar gern behalten; blib also by Ihre bis Abends nachden 6 Uhren.
Diesen Abend redte meine Fr. Mueter mit Hr. Pf. Wir;, welcherwidäferte, was Er mit Hr. Vatter geredt, auch mehreres, alles zu meinemaävnntnA'6.
Den 31. ck«. Abends, nam ich von Jhro den Abschied aus meineReis nach Costantz.
Den 6 . Als ich wieder heim und zu Jhro kam, verehrte
ich Jhro ein Kistli samt einem Prysnestel zu einem Kram und der Magd1 Louis. Beklagte Sy zugleich wegen in meiner Abwesenheit begegnetenUnglücks, indem Sonntags den 1. do. der Stral in Ihr Hns geschlagen;lobte zugleich den Allerhöchsten, daß er Sy dergestalten erhalten und be-' wäret.
Den 9. ck». Hab ich den Abschied von Jhro genommen us meineReis mit der Fr. Muter nach Kefikon und verehrte Jhro ein Silber-vergült Balsam:Büchsli, sammt den 2. Brisnesteln für Jhro Schwösterli.
Den 15. ck«. Nachdem ich wider heim kommen, redte und grüßteich Sie us dem PlatB).
Den 16. ck». Bin ich Abends übermahlen zu Jhro kommen, habSy ziemlich trurig us der Ursach angetroffen, weilen Sy diesen Tag byIhrem Hr. Vater, umb mir das vollkommne Wort zu geben, angehalten,aber von Jhme nichts anders erhalten können, als daß er sich alls Gutsanerbothen, könne aber das Jawort nit vollkommen geben vor einemJahr, wyl er schon vor langem der Frau Mutter solches habe müßenversprechen; Sy solle hiemit by Jhro selbs anhalten, könne Sy dieselbigbereden, feige er gar wol zufrieden.
Solliches hat Sy mir schier nit dörfen sagen, weil Sy gefürchtetdieser lange Termin mir nit gefallen werde. Ich aber versicherte Symeiner Treu und Beständigkeit, und wyl us dem Termin der zwei Jah-ren in so kurzer Zeit eins abgangen, hoffe ich, das iehige sich auch wol
9 Im „Platz", der bekannten damaligen Promenade der vornehmen Welt.