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5. Sehnend armes Herze klagtGar verzagt,
Daß die Noth nicht lindertMeine holde Magd.
Nimmt die Last nicht ab,
Die ich hab',
Und mein Leid nicht mindert,
Sink' ich nach dem Grab.
Wär' ich ihrLieb wie sie mir,
Bald mein Leiden schwände,
Es fände
Ruh' meines Herzens Gier.
Die übrigen Lieder Werners von Teufen singen von Mai und Minne;eines davon ist eine Art von Räthsellied, das er allen Meistern vorlegt.
Zu den Züricher Minnesingern gehört ferner Herr Jakob vonWarte. Die Vermuthung, es möchte die ursprüngliche Heimat diesesedlen Geschlechtes im thurgauischen Wart bei Jttingen zu suchen sein,gründet sich Wohl daraus, daß die Herren von Wart dort allerdingsBesitzungen hatten.
Die Stammburg der Freien von Wart lag in der Nähe desDorfes Dättlikon bei Neftcnbach, am rechten Ufer der Töß, gegenüberdem einst ebenfalls der Familie gehörigen Pfungcn, auf einem Vorsprungedes Jrchel. In der Nähe des alten Burgstalls gegen Neftcnbach hindehnen sich setzt die herrlichen Weingelände des Wartgutes aus. DerBurghügel, vom Berge durch einen tiefen Graben getrennt, fällt hochund steil nach der Töß ab. Vom alten Mauerwerk finden sich bloß nochgeringe Ueberreste, da die Steine im vorigen Jahrhundert zum Bau desZiegler'fchen Landhauses in Neftenbach verwendet worden sind.
Das Geschlecht der Herren von Wart erscheint um 1100 bereits inUrkunden von Allerheiligen und ist um 1362 erloschen. Der NameJakob kommt öfters in ihrem Stammbaum vor.
Drei Träger dieses Namens lassen sich auseinander halten.