Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM K 59 : 1883 Expl. 2)
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Ludwig Zensi von Zürich.

Kitt Heitrag zirr zürcherischerr Kmistgeschichte

von G. R. Z.

^s ist eine eigene Sache um die Unsterblichkeit und die bleibendemPlätze in den Annalen der Kunst, die jeder Künstler, so gering auch seinGenie, so unentwickelt oder so handwerksmäßig sein Schaffen und Könnensein mag, mit leichter Mühe erringt, wenn er sich nur darum zu bewerbenbeliebt. Wenige Jahre vergehen, und schon sind die Namen verschollen,denen man ewigen Bestand prophezeit hatte. Denn für das Publicumsetzt sich die Kunstgeschichte, gerade wie die Weltgeschichte, aus einem halbenDutzend Namen zusammen; was darüber Hinalls ist, fällt der Vergessen-heit anheim. Nicht immer ist dies Loos ein ungerechtes, aber in vielenFällen ist es Pflicht, der Nachwelt zu zeigen, was vor uns ein großerMann gedacht, und sich dankbar an frühere Meister zu erinnern, auchwenn ihr Name im Conversationslepicon nicht genannt sein sollte.

Für uns Schweizer wird diese Pflicht eine doppelte, wenn wir unsvon den Geschichtschreibern sagen lassen müssen, daß die Schweizkeinengroßen Künstler hervorgebracht habe"In dieser Allgemeinheit hin-gestellt, ist der Satz unwahr, wie das schon hundertmal bewiesen wurde,und die folgenden Blätter sind dazu bestimmt, noch einen neuen Beweiszu erbringen.

Damit es aber nicht scheine, als sei der Mann, dessen Bild ge-zeichnet werden soll, aus Patriotismus zum großen Künstler aufgestützt

Herbst, Encyclopädie der neuern Geschichte I, 25.