Jahrgang 
8 (1887)
Seite
33
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Briefe Herders und der Herderschen Familie an Goethe. 33

und die schönften Verfteinerungen. Beynah alle, und daseine unzähliche Menge, sind von Seethieren. Welche großeRevolution muß da einmal sich zugetragen haben. Auchtreibe ich die Botanick und das Zeichnen hier -wieder sehrund mit vieler Luft; ich wünsche nur daß ich Sie fleißigerbesucht hätte, um noch mehr von Ihnen gelernt zu haben.Doch welche schöne Hoffnung ift vor mir Sie bald wieder-zusehen, unterdeßen aber will ich mir alle Mühe geben,um so zu Ihnen zu kommen, daß ich mich nicht vergeblichvon Ihnen getrennt habe. Wie will ich mich dann freyn,wenn ich wieder bei Ihnen seyn, und Ihnen sagen kann

daß ich bin T . . .

Ihr ewig gehorsamer

Auguft Herder.

Ich grüße alles herzlich was sich meiner erinnert, besondersmeinen kleinen Freund Auguft.

20.

Hier ift Augufts Br. mit beftem Dank zurück. Derjunge Mensch bewegt mein Innres bei jedem Br.

Auch seine Adreße. Du wirft ihm eine große Freudemachen mit einem Br.

Hier auch das menschliche A. B. C. der Kunft, vondem ich einmal sprach. Habe die Güte es anzuschauen.Unter Meyers Censur ifts gewesen.

Unsre Trennung, hoffe ich, ift nur ein periodischerSchein. Mein Gemüth weiß nichts von ihr, und begreiftsie nicht. In mir ift kein Staubkörnchen verändert. Freitag,wenn Du es erlaubft erscheine ich in der Gesellschaft.Lauter Unseligkeiten haben mich bisher dran verhindert.

O der Kälte. Man kann nicht die Finger regen.

Vale

H.

Goethe-Jahrbuch VIII.

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