Jahrgang 
8 (1887)
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Neue Mittheilungen.

beruhigend. In meiner Familie ift jetzt alles gesund, undwir sind mit Einrichtung einer neuen Wohnung beschäftigt.

Leben Sie recht glücklich und erhalten Sie uns IhrAndenken.

Dresden am 16. May 1802. Körner.

48 .

Ew. Excellenz nicht mehr in Carlsbad zu finden, thatmir und den Meinigen sehr Leid. Zwar hat meine Tochtervon Ihrer Frau Gemahlinn Ihren zurückgelassenen Brieferhalten, und die Äusserungen Ihres Wohlwollens, die wirdarin fanden, würden uns zu anderer Zeit sehr erfreut haben,aber jetzt war es uns das erfte Mal seit wfir uns erinnern,nicht recht, etwas Geschriebenes von Ihnen zu sehen.

Ich hatte noch einen besondern Grund Ihre Gegen-wart zu wünschen. Mein Aufsatz über Schillers Lebenift fertig, und ich hatte eine Abschrift davon mitgebracht,um sie Ihnen zu zeigen. Es ift mir überhaupt äusserftwichtig Ihr Unheil darüber zu vernehmen, und da besondersIhrer in diesem Aufsatze sehr oft gedacht werden mußte,so ift mir sehr daran gelegen, daß nichts darin vorkomme,was Sie geändert, oder weggelassen wünschten. Von mirift wenig in dieser Schrift. Das meifte befteht in Stellenaus Schillers Briefen an den altern von Humbold und anmich. Ich habe diese Stellen faßt bloß aneinander zu reihengesucht, und mich vorzüglich bemüht, von Ihrem Ver-hältniß mit Schillern, das mich ipnmer erfreut hat, ohneIndiscretion ein deutliches Bild zu geben. Von der Schilleri-schen Wittwe werden Sie ein hoffentlich leserliches Con-cept dieses Aufsatzes erhalten, das ich ihr zur Ansicht ge-schickt habe. Sollte Ihnen irgend etwas anftößig oder be-denklich seyn, so bitte ich inftändigft, mich auf irgend eineArt Ihre Erinnerungen wissen zu lassen. Herr D. Riemerhat wohl die Gefälligkeit für mich, mir etwa zu melden,was Ihnen aufgefallen ift.