Aus Briefen W. v. Humboldts an Riemer.
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gut, was der Uebersetzung abgeht. Es ift zum Theil dieSchuld der unterbrochenen, gewissermaßen zu altgewor-denen Arbeit. Hätte ich beim Anfänge dieselben Grundsätzeüber das Uebersetzen überhaupt u. die deutsche Metrikgehabt, so wäre ursprünglich besser und richtiger geworden,was es jetzt erft durch Hülfe von Aenderungen hat werdenkönnen. Dies ftraft sich immer, u. es bleibt immer etwasSteifes und Unbehülfliches zurück. Ich werde mich glücklichschätzen, wenn man dies wenigftens nur ftellenweise, nichtim Ganzen findet.
Frankfurt, den 9. Aug. 1816.
IX. 3 Briefe Alexander von Humboldts nebsteinem Briefe über Goethe.
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Ich wollte nach so vieljähriger Abwesenheit nichtanders vor Ihnen erscheinen, als mit dem kleinen Denkmal,das meine tiefe Verehrung und innige Dankbarkeit Ihnengeftiftet hat. In den einsamen Wäldern am Amazonenflußeerfreute mich oft der Gedanke Ihnen die Erftlinge dieserReisen widmen zu dürfen. Ich habe diesen fünfjährigenEntschluß auszuführen gewagt. Der erfte Theil meinerReisebeschreibung, das Naturgemälde der Tropenwelt, istIhnen zugeeignet. Mein Freund Torwalsen 1 in Rom, eineben so großer Zeichner als Bildhauer hat mir eine Vignetteentworfen, welche auf die wundersame EigenthümlichkeitIhres Geiftes, auf die in Ihnen vollbrachte Vereinigung vonDichtkunst, Philosophie und Naturkunde anspielt. Seit 2Monathen erwarte ich täglich die Herausgabe dieses Werkesum es Ihnen zu überreichen, aber Cotta läßt "mich ohneNachricht und ich muß jetzt mein Geheimniß selbft ver-rathen, weil eine Charakterschwäche .mich anreizt, Ihnenmeine kleine Abhandlung über Physiognomik der Gewächseso früh als möglich zu übersenden. Es ift ein roher Ver-
1 Steht über durchgestrichenem Thorwalsen.
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