FÜNFUNDDREISSIG GESCHÄFTSBRIEFE GOETHES AN Fr. FrOMMANN. l6l
welche die Gefälligkeit haben wird, dessen Benutzung zu leitenund seine Erhaltung zu beachten.
Mich zu fortdauerndem wohlwollenden Andenken ange-legentlichf! 1
Weimar ergeben!!
d 6 Maerz
1824. J- W v - Goethe
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Ew. Wohlgeboren
nimmt sich gegenwärtiges zu über-reichen die Freyheit der Maler Schmoller, der nach erfterhiesiger Anleitung, durch höchfte Unterftützung viertehalb Jahrein Antwerpen ftudirend zugebracht und daselbft vorzüglicheFähigkeit im Portraitiren erworben.
Er wird einige Zeit in Jena verweilen und dem ertheiltenAuftrag gemäß die hochgeschätzten Personen welche mit mirdurch Geschäftsverhältnisse, wissenschaftlichen Bezug und freund-schaftliche Theilnahme verknüpft und verbunden sind, theilsin Oel, theils in Kreidezeichnungen mit gefälliger. Einwilligungdarzuftellen, deshalb er denn auch Ew. Wohlgeborenersuchenwird ihm einige Stunden zu diesem Zweck zu gönnen undseine künftlerischen Bemühungen geneigt zu fördern.
Hierdurch wird denn auch mir eine besondere Theilnahmeerwiesen, da ich als dessen Vorgesetzter Uber dessen Fort-schritte zu wachen habe und zu Prüfung derselben mehrereNachbildungen vorzüglicher mitlebender Männer unter höch-fter Genehmigung zu sammeln im Begriff bin.
Mich zu geneigtem Andenken angelegentlich!! empfehlend
d 0 Aprl. , „
■ ergeben!!
Weimar 0
1824. J. W. v Goethe
1 ft des Superlativ eigenhändig von Goethe hereinkorrigirt.
Goethe-Jahrbuch VIII.
II