Bibliographie.
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Briefe. »Die Geigei'sche Publikation wird dabei einer scharfenKritik unterzogen«. Ich quittire dankend.
Walter Schwarz : Nicolais Wohnhaus in der Brüderstrasse. (»DerBär«, Berliner Wochenschrift, No. 43, S. 523 — 527.)
Unter den vorhandenen Handzeichnungen ein männlicherPorträtkopf von melancholischem Gesichtsausdruck »Wertherkurz vor seinem Tode. Chodowiecki pinx.«. — In seinem Album :Utile dulci Goethe Gothae 5. Oct. 1781. Frau Rath mit einemVers Frankfurt 17. Sept. 1781, Lerse, Leipzig 2. Mai 1795,mit der zugefügten Bemerkung, ob das der L. aus dem »Götz« sei.
Franz Karl Leopold Freiherr v. Seckendorf und seine lite-rarische Beziehungen hauptsächlich zum WeimarschenDichterkreise. Nach einer ungedruckten Correspondenz.Vortrag, gehalten in der am 8. September 1885 zuAnsbach stattgefundenen Delegirtenversammlung derhistorischen und Alterthumsvereine Deutschlands vonGustav Scheidei. Nürnberg. W. Thümmel 1883. 39 SS.
Interessante Sammlung von Notizen über den Genannten,2. Dezember 1775 bis 3. Mai 1809. Briefe von Schiller u. A.werden mitgetheilt. darunter einzelne Notizen Uber Goethe.S. 12 räth Schiller (1801) ab, das Neujahrstaschenbuch fort-zusetzen, da »die erste Lieferung, die noch dazu durch Goethensbedeutenden Beitrag vorzüglich ist, nicht einmal recht in denBuchhandel kam«. S. 16 schreibt derselbe (1. August 1801)dass Goethe von seiner Pyrmonter Reise noch nicht zurück seiund dass Schiller den von Seckendorff vorgeschlagenen Schau -Spieler empfehlen werde. S. 23 fg. schreibt Heinrich Voss (Heidel-berg 6. Dezember 1806, »Goethe war mir in den traurigen Tagenein Gegenstand des innigsten Mitleidens; ich habe ihn Thränenvergiessen sehen- Wer, rief er aus, nimmt mir Haus und Hofab, damit ich in die Ferne gehen kann? Als der erste Schreckenvorüber oder zur Gewohnheit worden war, ward er ruhiger,und jetzt ist er sehr heiter; ich möchte sagen, er ist nochliebenswürdiger geworden; aber sich selbst hat er plündernmüssen, um nicht geplündert zu werden. Ob seine Ver-heirathung aus dem Gefühle seiner baldigen Hinfälligkeit ent-sprungen ist oder aus dem sich aufdringenden Bewusstseinaller aufgehobenen und Rangesverschiedenheit, will ich nichtentscheiden; aber gewiss hätte er keinen schöneren Momentergreifen könnnen, kein Weimaraner hat über dieses Faktumzu reden Müsse gehabt und Goethes Freunde haben sich um soherzlicher freuen können. Jetzt lebt Goethe sehr häuslich, fastvon allen Geschäften zurückgezogen und arbeitet an seiner Optik.