Jahrgang 
auf das Jahr 1881 (CFM 1135)
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von beleidigender Kälte zur Liebeshitze und umgekehrt überging, einenherzregirenden Mann, den jedoch ein Kind leiten konnte, wenn es ihnkannte (was Zimmermanns Glück in der Ehe erklärt), dazu gebildet,keinem Menschen Langeweile zu machen, aber oft Langeweile mit Todes-angst zu erdulden."

Letzteres ist für einen in der Kleinstadt Lebenden eine gefährlicheAnlage und wenn man hinzunimmt, daß Zimmermanns Geist offenbaran gewissen Tagen mit gezogenem Schwerte erwachte und mit einemnicht zurückzudrängenden Bedürfnisse nach Polemik, ja nach Satire undJnvektive, so fühlt man heraus, daß beide Theile, Zimmermann undseine Brugger, zugleich Beleidigte und Beleidiger waren.

Vor allem verdroß es Zimmermann, daß ihm von den örtlichenGewalthabern die schuldigen Rücksichten er war schon in ganz jungenJahren eine wissenschaftliche und schriftstellerische Persönlichkeit hart-näckig verweigert und er von denselben nicht nach.den gültigen Gesetzender guten Lebensart behandelt wurde.

DerEmpfang mit tief in die Stirne gedrücktem Hute" und dieden Predigern durch das Fenster ertheilte Audienz", von welchen imKatechismus die Rede ist, beziehen sich auf zwei verschiedene Lokal-größen, auf den Stadtschultheißen Zimmermannim obern Hause" undauf den Hofmeister zu Königsfelden.

Der erstere Herr scheint der richtige Stadtmagnat und daneben einprinzipieller Konservativer gewesen zu sein, der in Zimmermann denStürmer und Dränger" witterte. Das stattliche Rathhaus von Bruggwar seine Welt, da saß er oÜW soi mit bedecktem Haupte vielleichtwar er gegen die Zugluft empfindlich zwischen Gültbriefen, sortirteGold und Silber und verzeichnete die Korn- und Weinzehnten. Seinprivater Silberkasten soll bei den Stadtwahlen, deren Modus wir kennenlernen werden, manchen Zuwachs erhalten haben. Die Brugger hielten großeStücke auf ihn und als Zimmermann in einem Gedichte drucken ließ:

O du verwöhntes Volk der Großen dieser Erde ....