Die Theilnahme an dem Neding'schen Senate.
Erile Episode aus dem Leben des Zürcher. BürgermeistersDavid von MM.
(Von A. v. ,W y ß.)
Die Zeit der Helvetik, so vielfach schon ausgebeutet, ist immer nocheine unerschöpfte Fundgrube lehrreicher und merkwürdiger Dinge. Derplötzliche, durch fremde Hand vollbrachte Umsturz des seit Jahrhundertenbestehenden Gebäudes der alten Eidgenossenschaft entfesselte die vorhandenenKräfte guter und schlimmer Art und der daraus entstehende Kampf derParteien, von der fremden Gewalt gefördert und für ihr eigenes In-teresse benutzt, brachte zwar dem Lande zunächst Zerrüttung, Elend unddrohende Gefahr des Unterganges, aber offenbarte doch eine festgewurzelte,kräftige Eigenart, die dem allmächtigen französischen Herrscher zu günstigerStunde ein anderwärts kaum irgendwo in solcher Weise bewieseneswohlwollendes Interesse abgewann und durch Vermittlung seiner Handunverhoffter Weise wieder bessere Zustände herbeiführte. AuthentischeBerichte, Korrespondenzen rc. aus der Zeit dieser Kämpfe, die in somancher Beziehung für die spätere Schweiz vorbildlich geworden sind,haben immer ihren Werth, auch wenn sie die Farbe der Partei tragen,und so mag es sich rechtfertigen, hier einige bisher unbekannte Bruchstückeaus hinterlassenen Papieren eines damals zeitweise mithandelnden Mannesmitzutheilen.
Sie stammen aus dem reichhaltigen Nachlaß des im Jahr 1839verstorbenen Bürgermeisters David von Wyß, der von 1785—1832 —mit kurzer Ausnahme in den ersten Jahren der Revolution — ununter-brochen im Zürcherischen Staatsdienst, vor 1798 als Kanzleibeamter,von 1803—1814 als Mitglied des kleinen Rathes, von 1814 an als