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auf das Jahr 1897 (CFM K 59 : 1897)
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wurden demnach vorerstin der allerbesten Einigkeit" ein PaarBouteillen Burgunder getrunken, worauf man sich um 9 Uhrzu dem Herrn Präses Hofrath Delius begab. Nach einer kleinenWeile hörte man das auf dem Universitätshause mit der Glockegegebene gewöhnliche Zeichen, und darauf begleiteten der Candidatund die Opponenten den Präses in den für die Feierlichkeitbereit stehenden Saal, in dem Delius das höhere, Meper dasdarunter liegende niedrigere Katheder bestiegen. Hierauf wurdendie schon erwähnten lateinischen Reden und Gegenreden gehalten.

Bei seiner Ausführung über die Thesen, deren Anfechtungund Vertheidigung, schildert Meper sehr anschaulich seine dreiOpponenten. Der erste war ein Regensburger, Schäsfer,ein sehrartiger, junger Mann, der sich nicht allein durch eine eingezogene,zwar zuweilen auch sehr gesellschafftliche Lebensarth, sondern durchsein emsiges Studieren hervorthat". Der Sohn eines Arztes,promovirte Schäsfer ein Jahr nach Meper, und dieser hattespäter die Freude, seinen Freund, der inzwischen auch noch inStraßburg studirt hatte, aus einige Wochen in Zürich zumGaste zu haben. Schäsfer machte dann noch eine Reise durchdie Schweiz und besuchte besonders Haller in Bern. Die letzteNachricht hatte Meper von ihm, als Schäsfer Leib-Hof-Medicus des Fürsten von Oettingen-Wallerstein geworden war. Der zweite Opponent, Wernberger, war ein Pfarrerssohnaus Culmbach und, da er wegen geringer Mittel sich der Phar-macie widmete und erst nachher durch Hülfe verschiedener Gönnerdem medicinischen Studium sich hingeben konnte, schon ziemlichbei Jahren. Meyer hatte ihn schon in Nürnberg kennen gelernt,wo Schäsfer sein Nachfolger in der Apotheke der'Frau Schaff-rath geworden war; Schäsfer ging später als Feldarzt mit denbekanntlich von der englischen Regierung zur Bekämpfung dernordamerikanischen Colonien vom Markgrafen gewonnenen ans-bachischen Truppen über den Ocean. Den dritten Opponenten