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Neue Mittheilungen.
tiges Zutrauen, und so gewaltige Hoffnung mit zur Stelle,daß sich damit der wirkliche Besitz, vollkommen ersetzthatte.
Frohheit war die Losung, und es schien wohl, als obman nur darum mit Gefahr des Kopfs und Kragens, müh-selig genug, in die Tiefe der, mit Stölln durchschnittenenFelsen, mehrmals hinabsteige, damit an der Mittagstafelnachher, desto schmackhafter das muntere Glückauf! invollen Bechern die Runde laufen könnte. Bald ftimmtesich der Ton völlig studentikos, denn es war nur ein ein-ziger dabey, welchen eine Mandel schon verfloßener Jahre,vom Studenten trennte, der sich aber auch bald wieder zu-rück jubeln ließ, in jene harmlose Studentenfidelität.
Wie in jenen frohen Leben, ging auch hier die Rech-nung auf das künftige Glück, hier diesmal auf den Bergbau,deßen Reichthümer man sich ebenso gewiß glaubte, alsder Dukaten, welche der Vater schicken muß, wenn derSohn ftudiren soll — und wir ftudirten Bergbau.
Ich war nur seit wenigen Tagen erst, in diesen leben-vollen Zirkel eingetreten, angeschwommen aus einer Regionher, wo naher und ferner Dienftverhältniße wegen, dasBenehmen geräuschloß, sehr klüglich ftill, und forschendaus andern eingerichtet seyn mußte, alle frohe Herzens-ergießung zurückpreßend •— hier war alles erlaubt. Unbe-wacht ausgelaßen zu seyn, war hier, wo nicht gefordert,doch nicht ungern gesehen, wohl gar gewünscht. So hatteauch ich, nach vorleuchtenden hohen Beyspiel, bald dieUeberzeugung erlangt, obwohl auch bis hierher, Behutsam-keit gebietende Dienstverhältniße mich begleitet hatten,denn daß alle übrige, hoher Adel, und niederer, und Bürgeres glaubten, bewiesen allesammt mit Händen und Beinen,im Gebrauch gegen sich unter einander, und gegen dieHohem. Nicht das — flüfterte der Ernftere von ihnen mirzu, den ich schon vom erften Moment der Bekanntschaft anim Auge behielt — nur von ihren Leibern haltet euch fern, und