Jahrgang 
9 (1888)
Seite
33
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Briefe an Goethe von Wilhelm Grimm.

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machen als Zeichnungen nach der Natur keine höherenAnsprüche, mein Bruder wünscht aber auf diese Weiseeinzelne Studien, die für andere Zwecke doch unverlorensind, festzuhalten und hofft, daß bei seinem Bemühen, wasihm eigenthümlich und charakteriftisch, überhaupt aufirgend eine Art ausgezeichnet schien, nur aufzunehmen,der Liebhaber solcher Arbeiten immer etwas Ergötzlichesoder Willkommenes darin finden werde. Möge das Heftmit den ital. Zeichnungen Ihnen einige Augenblicke an-genehmer Erinnerung gewähren; dieser Wunsch so wie dasWohlwollen, womit Ew. Excellenz schon vor Jahren ähn-liche Zeichnungen meines Bruders betrachtet haben, mußihn entschuldigen, wenn er mit einer so kleinen Gabe seinAndenken zu erneuern sucht.

Möge Ihnen vom Himmel noch eine Reihe heitererJahre in neugeftärkter Gesundheit beftimmt seyn! Ver-schmähen Ew. Excellenz diesen Wunsch und die Theil-nahme an Ihrem Wohlergehen auch von denen nicht, diesie füll und in der Ferne gehegt haben und einer Gelegen-heit sich erfreuen, wo sie sie äußern dürfen.

Ew. Excellenz

Cajjel den 8 Julius1S23.

gehorsamer DrWilhelm C. Grimm.

12.

Ew. Excellenz

nehmen mit gewohnter Nachsicht einige neuere Blättermeines Bruders auf, welche die Bildniße Göttinger Profeßorenenthalten. Er hat geglaubt die Bekanntschaft und Gütedieser gelehrten Männer auf solche Art benutzen zu dürfenund sich bemüht, sie so charakteriftisch, als ihm möglichwar, aufzufaßen. An der Fortsetzung des Werks ift durchZeichnungen gearbeitet.

Ich geftatte mir, eine Nachricht von Färöischen Liedernaus den Gotting. Anzeigen beizulegen, vielleicht, daß dieTheilnahme, welche Sie den Stimmen der Völker zu schenken

GOhTHE-jAHRBUCH IX. 3