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Neue Mittheilungen.
eine Unterredung mit Goethe über Manzoni mit. 1 Goetheempfahl die Lectüre der Manzonischen Werke vielen seinerFreunde und empfing von manchen bemerkenswerthe Ur-tbeile. 2 3
Im Jahre 1827 schickte Manzoni das erste Exemplarseiner »Verlobten« an Goethe, der es trotz seiner vielenBeschäftigungen nicht nur in vierzehn Tagen aufmerksamdurchlas, sondern auch in den Gesprächen mit Eckermannund Kanzler von Müller wiederholt darauf zurückkam. 5Goethe schreibt in demselben Jahre an den Kanzler vonMüller, dass er damit beschäftigt sei, die schon erschienenenzwei Übersetzungen der »Verlobten« in Gesellschaft Riemersmit dem Original zu vergleichen 4 ; er schreibt ferner überdenselben Gegenstand an Knebel und Sulpiz Boisseree s undgibt überall seiner Bewunderung für den Roman unver-hohlen Ausdruck. Und wie früher Manzoni seine Begeiste-rung für Goethe in seinen Briefen, besonders in den anFauriel gerichteten ausspricht, so unterlässt es jetzt Goethenicht, nicht nur mit den genannten Herren, sondern auchmit anderen Freunden über seinen Schützling in Wort undSchrift sich zu unterhalten. Damit noch nicht zufrieden, lässter im Jahre 1827 unter seiner Leitung die Opere poetichevon Alessandro Manzoni 6 erscheinen und beeilt sich ein
1 Siehe auch Opere di Alessandro Manzoni Torno primo Firenzepresso i fratelli Batelli 1828 pagina 132 —134.
2 Vgl. Briefw. mit Reinhard, Stuttg. 1850, S. 276 ff. 281, Briefw.Rochlitz, Leipz. 1887, S. 238 ff.
3 Goethe-Jahrbuch III. B. 1882, Seite 242.
4 Ferner sagt er dem Kanzler vorf Müller folgende Worte:»Wäre ich jünger, so hätte ich sogleich die Promessi Sposi i laCellini bearbeitet.« Siehe Goethes Unterhaltungen mit dem Kanzler vonMüller Seite 126.
s Siehe Reinhold Köhler, Archiv f. Literaturgesch. XI. B.
6 Opere poetiche di Alessandro Manzoni con prefazione di Goethe,Jena presso Federico Frommann 1827.