Jahrgang 
10 (1889)
Seite
156
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Neue Mittheilungen.

Weimar, 7. November 1812. »In die Curiositäten willGöthe selbst etwas zur Ehrenrettung des Centaurs für dasnächste Stück liefern. Sichler wird an andern Orten, wieer schreibt, das Megalotherium, das sich Kyn [Ryn?] Spinthernennt bekämpfen«.

Weimar, ij. Noiember 1812. »Göthe ist seit 14 Tagenin Jena, wo er bleiben wird, indem er eifrig am 3" Theilseines Lebens arbeitet. Den 2 ten Theil habe ich mit steigen-dem Interesse gelesen; wenn manches Breite seines jetzigenLebensalters mit eingeflossen ist, so ist dagegen im Ganzeneine Offenheit, eine Entwickelung mancher interessantenPunkte neuerer Literatur, ein so reines psychisches Hingebenseiner Selbst, dass ich diese Confessions von Göthe nichterwartet hätte. Die Macht der ersten Eindrücke derfrühen Jugend sind hier wahr und treffend an seinem Beispieledurchgeführt; wer Göthe genauer kennt, findet ihn mitallen seinen Liebhabereien und Eigenschaften wieder.Sein Aufenthalt in Leipzig, sein Umgang mit Oeser, welcherfür seine höhere Kunstbildung entscheidend war, vieles,vieles hat mich interessirt, und ich werde diesen 2 te ' 1 Theilbald noch einmal lesen«.

Weimar, 27. Mai 1813. »Selbst wenn Cotta GöthesErlaubniss hatte, die Rede im Morgenblatt drucken zu lassen,sollte er doch wenigstens die Maur .'. Anrede streichen«.[Es handelt sich um die Rede zu Wielands Gedächtniss, imMorgenblatt No. 87 ff. gedruckt.]

Weimar, 2p. Juni 1814. »Göthe befindet sich ganz ge-müthlich in Berka, wo er ein Vorspiel zur Ankunft desKönigs von Preussen in Berlin dichtete, welches Capellm.Weber, (der auf einige Tage hier ist), componirt. AuchZelter ist bey Göthe.

Zum feierlichen Empfang des Herzogs werden unterGöthes Leitung eine Menge festlicher Vorbereitungen ge-macht. Man erwartet ihn gegen Mitte des July«.

Weimar, 7. September 1S14. »Der Einzug des Herzogsam i n Sept. im herrlichsten Wetter'war des geliebten Fürstenund Weimars werth. Sie erhalten nächstens im Journalder Moden eine ausführliche Schilderung mit 2 Contouren(die sinnreiche Decoration unseres Locals so wie MeyersPortal als Kunstschule) vide die Gedichte des Willkommen,ein Blumenstrauss mehrerer hiesiger Dichter von Göthegeordnet, die Ihnen Verlohren im Namen des Geh. Reg.R.aths v. Müller geben wird«.