Mittheilungen von Zeitgenossen über Goethe.
Bajadere«, den »Paria«, gedichtet nach einer alten IndischenLegende mit aller Zauberkraft der früheren GoetheschenProductionen.
p. Nov. 1828. . . Ein grosses Gedicht von Goethezum 30. Jan. 28 lasse ich für Sie copiren. Leider verfehlteich Sie um wenige Minuten gestern bei Goethes.
13. Febr. 1830. [Bezeigt sein thätiges Interesse für dieSammlung von Nik. Meyers Gedichten |. Goethe ist wohlund munter, doch jetzt mit uns allen tief betrübt bei derlebensgefährlichen Erkrankung unserer hochverehrten Gross-herzogin-Mutter.
18. Sept. 1832. Das Prachtexemplar des Eos hat Goetherichtig dem Grossherzog übergeben und es befindet sichin Höchstdessen Privat-Bibliothek. Goethe hatte es verlegtund daher erst sehr spät behändigt, den ihm aufgetragenen,lebhaften Dank aber ebenfalls auszusprechen vergessen,wie ihm denn ähnliches, bey der grossen Masse seiner Ge-schäfte und häuslichen Sorgen seit des Sohnes Tod, öftersbegegnete.
Zu Weinachten erscheint bey Cotta die erste Lieferungseiner nachgelassenen Werke 5 Bände; zwey gleich starkeBände folgen Ostern und Michaelis 1833. Der vollendete,unschätzbare Faust eröffnet den Reihen. Auch wird imnächsten Monat das Schlussheft von Kunst und Alterthumerscheinen, wozu Goethe manches bedeutende vorgear-beitet hatte.
Meyer, Wilh. v. Humbold, Varnhagen, Riemer undich ergänzten das Fehlende.
Überdiess wird zu Neujahr der i ,e Theil der Zelter-Goethe-Correspondenz erscheinen die an Interesse und An-muth alles übertriftt, was man sich nur vorstellen mag.Sie ist namentlich weit heiterer und vielseitiger, ja genialerals der Schiller-Goethesche Briefwechsel.
Frau von Goethe war mit den Kindern, die recht glück-lich gedeihen, einige Monate am Rhein und empfiehlt sichIhnen angelegentlichst.
Die Goetheschen Sammlungen werden allerdings vomGrossherzoglichen Hofe acquirirt, doch ist die Ausführungdieses Vorhabens noch nicht so nah, weil die Anfertigungeines genauen Cataloges wohl ein Jahr erfordern wird.
In der Anlage mein Theurer! empfangen Sie meineso eben erschienene Denkschrift auf unseren Unvergess-lichen; ich habe nur Eine Seite seines reichen Lebens hervor-gehoben, die practische, weil diese gerade wohl noch nieumfänglich aufgefasst worden.
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