Goethes Arbeit an »Hermann und Dorothea«.
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in einem Schreiben vom 4. März mit einem kräftigenScherz.
Auch hier treten nun die Aufzeichnungen des Tage-buchs ..ergänzend ein (1. März — 15. April, 10. Mai — 8. Juni).
Überblicken wir diese Mittheilungen, so sehen wir,dass das letzte Drittheil der Dichtung mit gleicher Schnellig-keit entstand, wie die beiden ersten. Die neue Arbeit be-ginnt am 2. März; schon der 15. März meldet die Been-digung des Ganzen, was natürlich spätere Durcharbeitungund weitere Ausführung des Einzelnen nicht ausschliesst.Auch hier tritt neben dem schnellen Fortrücken der Dich-tung überall die grosse Sorgfalt der Arbeit, die immerneue Feilung hervor, die sich noch lange fortsetzte, so dassSchiller im Briefe vom 18. April 1797 mit Recht sagenkonnte: »Es ist in der That merkwürdig, wie rasch dieNatur dieses Werk geboren, und wie sorgfältig und bedächt-lich die Kunst es ausgebildet hat«.
Neben Schiller ist es vor allem Wilhelm von Humboldt,der hier dem Dichter berathend und helfend zur Seitestand. Und wenn mit Schiller wohl hauptsächlich diewichtigsten Fragen, der Gegenstand und seine Behandlung,die Komposition des Ganzen, die Eigenart der epischenDichtungsgattung zur Verhandlung kamen, so nutzte Goethean W. v. Humboldt besonders dessen überlegene Kenntnissdes klassischen Alterthums und die Vertrautheit mit denFormen der alten Poesie. (Vgl. Goethe an Schiller vom8. und 15. April 1797.)
Auen nach der Abreise W. v. Humboldts von Weimarsetzte sich dessen Theilnahme an der Redaktion der Dich-tung fort. Er überwachte den Druck in Berlin und schlugvon dort aus noch mancherlei kleine Veränderungen vor,die der Dichter grösstentheils annahm und die, soweit esnoch anging, beim Druck berücksichtigt wurden (vgl. dieeingehenden Briefe Humboldts vom 6. Mai, 30. Mai [diesernachgetragen im Goethe-Jahrbuch VIII, S. 67 ff.] und [ausDresden] 28. Juni und das Schreiben Goethes vom 14. Mai).
Ebenso nahm Karl Aug. Böttiger, den w 7 ir in dieserZeit in regem Verkehr mit Goethe sehen, an der RevisionTheil. Goethe schickt ihm am 11. April 1797 die erste HälftederDichtung und verspricht die Vorlesung derletzten Gesänge.
Zu dieser Vorlesung kam es schon am 15. April, undwie über die der ersten Gesänge vom 25. Dezember 1796hat uns Böttiger auch über sie einen genauen Bericht hinter-lassen (Literar. Zustände u. Zeitgen. I, S. 77 ff). Wie denVerlagsvertrag, so vermittelte Böttiger auch die Über-sendung des Manuscripts an Vieweg. Der Schluss desGanzen, an dem Goethe noch wiederholt änderte (vgl.