Jahrgang 
10 (1889)
Seite
343
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Bibliographie.

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B. DICHTUNGEN ÜBER GOETHE, COMPOSITIONEN,PARODIEEN.

Paul Marsop: Faustmusik. (Sonntagsbeilage zur Voss. Ztg.No. 19. 6. Mai.)

Unterscheidet drei Gruppen. 1. Partituren der vorbereitenden undbegleitenden Musik: Radziwill, Lindpaintner, Lasser. 2. Instrumental-tonstücke, welche auf einen ideellen Zusammenhang mit Goethes Ge-dichte abzielen: Liszt, Rubinstein, Wagner. 3. OratorischeSchöpfungen,welche grössere Theile des Goetheschen Gedichts umfassen: R. Schu-mann, H. Berlioz.

Aug. Lesimple : Ein verfehltes Experiment. (»StrassburgerPost«, Sonntagsausgabe, 13. Mai.)

Gegen den Versuch, den ersten Theil des »Faust« als Oper zutebehandeln mit besonderer Beziehung auf die G.-J. IX, S. 319 erwähnteOper Zöllners.

Sonata erotica A-dur für Clavier oder Fortepiano, componirtden 2. Mai 1775 von F. W. Rust, Musikdirector desFürsten von Anhalt-Dessau. Zum ersten Male heraus-gegeben von Prof. W. Rust. Leipzig, Klemm, 23 SS fol.

Sonata italiana E-moll für Clavier, componirt imOctober 1792 von F. W. Rust. 23 SS. fol.

»Der Du von dem Himmel bist«. Erste Corr.po-sition dieses Liedes 1784 von F. W. Rust. (Echo,Sammlung weltlicher Arien, Lieder, Gesänge.) Berlin,Schlesingersche Musikalienhandlung. 4 SS fol.

Die Herausgabe dieser Compositionen eines Zeitgenossen Goethes,den dieser Behrisch gegenüber »Dein grosser Meister« nennt (vgl.G.-J. VII, 118 und VIII, 237) ist sehr dankenswerth. Der Heraus-geber der ausser dem Liede nun zum ersten Male erscheinendenCompositionen, der Enkel des Componisten, sucht in sinniger Weiseden Zusammenhang von Musik und Dichtung nachzuweisen, den Ein-fluss, welchen Goethe auf Rust und seine musikalische Entwicklunggewann und die Einwirkung, welche er bei seinen verschiedenen Be-suchen Dessaus für seine eigne Dichtung empfing.

S. M. Prem: Herrn, v. Gilm, Beiträge zur Geschichte seinesLebens und Dichtens. (Herrigs Archiv, Bd. 80, S. 241 ff.)

S. 251: Gedicht Gilms, das auf Goethes Verhältniss zu Su-leika zielt.

Rathsmädelgeschichten von Helene Böhlau, Al-Rasc.hid Bey.Minden i./W. J. C. C. Bruns Verlag. VIII und 198 SS.

Schilderung des alten Weimar, besonders der Kindheits- undJugenderlebnisse zweier Mädchen, Röse und Marie, Töchter des Rathsund Bürgermeisters der Stadt. Ihre kleinen, lustigen Abenteuerbringen sie mit Goethe in mehrfache Beziehung: feierliche Begrüssung