Jahrgang 
auf das Jahr 1883 (CFM 1132)
Seite
30
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Das kaufmännische Direktorium in Zürich.

Kin Vertrag zur zürcherischen Kaudelsgeschichte

von Ad. Bürkli-Meyer.

CÄährend das kaufmännische Direktorium von St. Gallen sich einesmehr als zweihundertjährigen Bestandes erfreut und noch in der Gegen-wart seine Stellung rühmlich ausfüllt, ist das ähnliche Institut Zürich's«or fünfzig Jahren vom Schauplatze langen und erfolgreichen Wirkensfür Zürich's Handel und Industrie abgetreten. Als sein Vermächtniß hat«s uns Bauwerke hinterlassen, von denen man sich seiner Zeit auf eineweite Zukunft hinaus die wohlthätigsten Folgen für die Entwicklung desVerkehrs zu Stadt und Land versprach. Der gewaltige und nicht ge-ahnte Umschwung, den einige Jahrzehnte nachher die Eisenbahnen imVerkehrsleben hervorriefen, kreuzte die gehegten Erwartungen und ließdas Vermächtniß des kaufmännischen Direktoriums so sehr in Vergessen-heit gerathen, daß heutzutage Viele von seiner einstigen Existenz kaumanehr Etwas wissen. Und doch ruhte in der Hand dieser Behörde länger-als ein Jahrhundert hindurch nicht nur das ganze Postwesen, sondern-es übte dieselbe auch auf die gewerblichen Verhältnisse des Kantons Zürich.bedeutenden Einfluß aus, indem sie in handelspolitischen Fragen bis aufeinen gewissen Grad der Rathgeber der Regierung war. Wenn wir es«ersuchen, in kurzen Zügen die Geschichte des Direktoriums zu skizziren,so gibt uns dies daher Gelegenheit, sowohl die kommerziellen Verhält-misse Zürich's im 17. und 18. Jahrhundert, als die eigenartige Stellung