Da geh'n sie in lichtem KleideLiebreizend durch das Gras:Ihre Schönheit und die HaideLeuchten zusammen beideVon Wonnen ohne Maß."
„Sie hat mir die Brust durchbrochenUnd zog in des Herzens SchreinTrotz seinem gewaltigen PochenMit all' ihrem Zauber ein.
Sie geht da auf und niederAls ein willkomm'ner GastUnd läßt sich wohnlich nieder; —
Ich aber hab' keine Rast." ')
Den scheidenden Sommer beklagt er, weil das Wintergewand dieFrauenschönheit verhüllt. „Der Winter hat seine Vorboten ausgesendet,einer davon heißt die saure Bise, die wird Manchen die Zitterweise lehren;der andere ist der Seitenwind («trvor»), der macht die Tage trüb.Dann kommen Reif und Schnee. Und dann bergen die Frauen ihreReize, Antlitz und Nacken. Der Winter raubt uns süße Augenblicke. Einstsah man durch die feinen Aermel blanke Arme leuchten und schön standihnen leichtes Linnen. Jetzt aber ziehen sie sich in die Stuben zurück.
Johannes Hadloub steht nach zwei Richtungen am Ausgang einergroßen Epoche unserer Literatur. Seine dörfischen Lieder sind dieletzten Ausläufer dieser Art von Poesie in der spätern mittelhochdeutschenZeit; und so hat auch — um mit dem schönen Worte Uhland's zuschließen — „in der klaren Seele dieses Dichters der scheidende Minn e-gesang noch einmal sein freundliches Licht gespiegelt."
^ Diese zwei Lieder sind von Heinrich Leuthold überseht.