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sehr vielzu den ungemeincn progreffen, welche ftin Churfürst widerdie Süuveden machte. Nach dem frieden,welcher an. 1679 erfolg-te/behielt er die vorangedeutete hohe chargen, und verwaltete sie mitsonderbahrem rühm biß an sein ende , doch daß er etliche jähre vordemselben einen grossen theil seiner zeit mit andachts-übungen zu-brachte. Er starb den 4 febr.an. 1695, nachdem er 88 jähr und nMonate gelebt. Einer von seinen söhnen,namens Carolus,blieb an.
1686 als voicimsir vor Ofen. Er hinterließ aber einen andern , na-mens Fridericum, Chursürstlichen Brandenburgischen Oberstenm fuß,und fttnfftöchter: 1) Beatam Louistn, so an den General-Lieutenant Curt Hildebrand von der Marwitz, 2) Louisen,so att denGeneral-Lieutenant Joachim Balthasar von Dewitz , ;) Aemi-liam, welchem! den Obersten, Hans Otto von der Marwitz, 4)Charlottam, welche an den General Major, Johann von Ziethen,verheyrathet worden; r)Dorotheam. Lver. L LrLa-
«ienb. L.rMs'v, or« tun.
Derkennis/ (Jgnatius) war an.-598 zu Antwerpen geboh-ren, und begab sich an. 1614 in die societät Jesu, da er denn 2 jährnisibstin und 10 jähr die rll-o!oßis zu Löven gelehrt. Er hat zuJpern und Löven die stelle eines nsÄons versehen,und an dem letzt-edachten orte an. i 5 ;ü das zeitliche gesegnet. Seine schrifften
lid: riiclcz rbcolozic«; ^>oLcioi,ss § 6s eucksrillia SUIN sisbl.;rrLct. c!e Oeu bibl. Z. I.
Derlington/ siehe Darlington.
Dern/ (Freye von) ein Adetiches geschlecht am Rheine, zu des-sen stamm-vater Dietgerus angegeben wird, welcher um das jähr;ro gelebct,und die collegiat-kirche s. Lubenrii zu Dietkirchen , nahebey dem schlösse Dern in dem Fürstenthum Nassau gelegen, gestif-tet hat. In dem iz seculo legte Petrus das kloster Gnadenthal indem Ichingau an. Crafft, Domherr zu Cöln, ward in Westphalenerschossen, dessen brndcr Friedrich aber muste an. i z 76 seinen kovffhergeben,weil er GrafJohannein von Dich entleibet hatte. HansHartmann diente an. 1640 dem Kayscr als Obrist-Lieutenant,undhinterließ Johann Adolphen, welcher drey männliche erben erlebet
hat. V. li. csb. rr.
Dernbach/ eine alte ansehnliche Adeliche familie in Hessen , all-wo deren stamm-hauß gleiches namens gelegen. Sie theilte sichsonst in die Adeliche und Gräfliche linie, davon aber die letztere ab-gegangen. An. 1281 lebte Conrad, von dessen posterität folgendevor andern zu mercken. Balthasar war Abt zu Fuida, von dem eineigner artickul. Sein bruder, namens Melchior, war KayserlicherRath,Fuldischer Hofmarschall und geheimer Rath, wie auch Amt-mann zu Rockenstuhl. Peter Philipp, der jüngste söhn dieses letz-tem , erhielt an. 1672 das Bambergische und an. 167; das Würtz-burgische Bißthum,brachte auch seinem geschlecht erstlich die Frey-herrliche und hernach die Reichs-Gräfliche würde an. 1681 zuwe-ge. Seines bruders söhn, Johann Otto, war Kayserlicherwürck-licher geheimder Rath und Cammerhcrr, wie auch Erbmarschalldes Hertzogthums Francken. Er nennete sich zuerst einen Grafenvon Dernbach, und kauffte die in dem Franckischen crayse gelegeneHerrschafft Wiesenbtheid an sich, welche der Kayser zu einer Graf-schafst erhöhete; er starb aber an. 1697 ohne erben. Die Adelichelinie wird von Hans Albrechten hergeleitet; dessen enckel JohannGeorge zu anfange des 17 seculi gelebet, und Johannen: Henri-cum, Hesscn-Darmstädtischen Ober-Forstmeister zu Breitenbach,nachgelassen, welchersein geschlecht beständig fortgesetzet.
«or. proc. imz,. I. 8tz, c. r. Nill. inlißn. o. Z87, v. k.
k. 158. tzelckr. I-lcNen p. rrK».
Dernbach/sBalthasar von) war aus ietztgedachter familie ent-sprossen, begab sich in denBenedictiner-orde'n, und wurde an. 1570Abt zu Fulda . Pins V ertheilte ihm die con6rmsric>n,doch mit bey-gefügter ermahnung, die Lutheraner aus dem Stiffr zu vertreiben.Solchein nun nachzukommen, verschrieb er einige Jesuiten vonWürtzburg, und gab denselbigen das lär-gestandene Franciscaner-kloster em, die dann ein gywnützum daselbst aufrichteten, und sichmit Matthia Flacio Jllyrico in öffentliche llNparLiion einließen.Weil er aber mit allzugrossem eiffer die Catholische religion einzu-führen suchte, machte er sich bey seinen Ständen, die meistens Lu-therisch waren, sehr verhaßt. Ja, als noch andere fachen dazu ka-men,deren man ihm schuld gab,muste er entiliehen,und sich an. 15 76seines amts begeben, wurde auch, der Päbstlichen intercesswnenungeachtet, erst an. 1602 restituiret. Als er nun den 6 dec. seineneinzug gehalten, und von Elemente VIII selbst ein gratulations-schreiben darüber bekommen, führte er an. 160 z zu Hammelburg ,und das folgende jähr in der stadt Fulda die Catholische religionwiederum ein, da bey 79 jähren die Lutherische allda fforiret hatte.Zwey jähr daraufwurde er,als er eben in der kirche war,mit einemrsctzLrro LiLcscivo befallen , daran er nach wenig stunden starb.
in clirori. kulü. L-oi-i/elr« killn.
Dernis/ eine stadt und vestung in Dalmatien , liegt auf einemgcbirge nahe an dem fluß Cicola. An. 1648 machte sich der Vene-zianische General Foscolo meister von diesem platz, welchen dieTürcken nach seinem abzug wieder besetzten, aber nachgehends an.1684 zum andernmal zu verlassen gezwungen wurden.
Uctcr. ickorsL.
Derpt/ Dörpt/ Dorpat / Moscowitisch Jurigorod, lat.n-rptum, Oerbsrum, und vor alters 1'olpLium, die haüpt-stadt indem Dörptischen ereyse in Liefland, an dem siuffe Embeck, zo Mei-len von Riga gelegen. Die Moscowiter bemächtigten sich derselbi-«en an. i2zo. Darauf wurde sie von dem Großmeister des Teut-schen ordens erobert, und durch den Bischofs Hermann zu Ugge-nussa, der Bisch öffliche sitz, so unter das Ertz-Bißthum Riga ge-hörte, hieher verlegt, welcher aber nachgehends von den Mosco-witern aufgehoben worden. Denn an. izz8 bekamen sie diese'wie»
der des
herum in ihre Hände, und an. i z br wurde sie, krafft des damahlsaufgerichteten friedms, nebst dem übrigen Liefiand, der kronPoh-len überlassen. Doch an. r 6 r; eroberten sie die Schweden , undGustavus Adolphus stifftete an. i6;2 eine Universität daselbst,welche aber an. 169z nach Pcrnau verlegt wurde Sie wäre sonstbevestiget, und hatte eine gute eitadelle; allein an. 1704 gieng siean die Russen über, welche alles gäntzlich ruinirten. kwlc.
teileb. rop. t.ivon. UeAeolen-ÜLl,
Derrp / lat. koborecuin, Oerrs, OeriL, insgemein London -Derry genannt, eine stadt und Grafschafft in der Provintz Ulster ,im Königreich Jrrland, stösset nord-wärts an das grosse Welt-meer, ost-wärts an Antrim , süd-wärts an Tyrone, west-warts anDunghall, und wurde vor zelten Colrane genannt. Die stadt isteine Colonie von Londen , welche man an. 1612 in dasigc gegcndgeschickt. An. 1664 wurde, der Bischöffliche sitz von Raphorc da-hin versetzt. Siehe Londonderry .
Dervis / sind eine gewisse art von Mahometanischen Mün-chen , welche sonst auch Mevelaviren, nach ihrem stiffrer Mevelav»genennet werden. Dervischeiffet eigentlich arm, oder von der Weltabgesondert; und wird dieser name zum öfftern allerley religiösenund andächtigen leuten gegeben, jedoch ist er vornemlich den Me-.velaviten eigen. Ihr vornehmstes kloster ist ohnweit Cogni inNatolien, allwo sich 4 oder 50° dergleichen Münche aufhalten ,und wenn ein allgemein capitul daselbst gehalten wird, so kommenöffters mehr als 8o°° zusammen. Ihr General hält sich in besag-tem klostcr auf, und wird Hasten, oder Azen-Beba, das ist, dergroste vater genennet. Der Turckische Kayser Ottomannus I un-terwarff diestm stiffter alle andere klöstcr, und respectirte dieseMünche dermassen, daß er ihren General auf seinem thron sitzenließ. Ihre deine und den unter-leib tragen sie zu allen jahrs-zeitennackend, und fasten alle donnerstags bis zu Untergang der sonnen,ausser ihrer ordinaircn rLmerLl, oder fasten-zeit. Alle freytage unddienstage prediget ihrsuperior im kloster, und hierauf grüßen sieihn alle mit tieff-gebücktem leibe; so dann drehen sie sich öfftersherum, da immittelst einer aufder flöte spielet, und so bald derselbeaufhöret, stehen sie stille. Diese ecremonie wird mit grosser an-dacht beobachtet, um hierinnen ihrem stiffter nachzuahmen, alswelcher, nachdem er sich also 14 tage lang herum gedrehet, endlichin eine entzückung gefallen, und sonderbare offenöahrungen vonaufrichtung dieses ordens bekommen haben soll. Gedachte flötesoll, ihrem vorgeben nach, von Jacob und anderen schäftrn desalten Testaments geheiliget worden seyn. Sie geloben armuth,keuschheit und gehorsam. Wenn sie sich aber nicht enthalten kön-nen, mögen sie das kloster verlassen, und heyrathen. Etliche vonihnen pflegen aus der taschen zu spielen, und dem volck eine kurtz-weil zu machen, andere geben hexen-meister ab; alle mit einanderaber trincken überaus gerne wein, brandt-weiN, und andere starckegeträncke, um sich dadurch lustig und frölich zu machen, welchesihrem orden erlaubet ist. Es ist auch ein dergleichen berühmlesDervis-kloster in Egypten, allwo ein gewisser von ihren heiligen ,mit namen Kederle oder Chederles, verehret wird, von demselbengeben sie vor, daß er ein tapffercr Ritter gewesen, der brachen undandere gifftige thicre getödtet habe, und noch itzo unsichtbar lebe,dabey auch macht und gewalt, schlangen zu beschwören, gebe, undaus der gefahr des sthiffbruchs erlösen könne. Etliche halten da-für , baß durch diesen Kederle der Ritter 8 . George angedeutetwerde; allein es ist wahrscheinlicher, daß Kederle von Keder-Eliasherkomme, welchen namen die Araber dem Propheten Elia gege-ben. Cbeder heisset grün oder starck, wodurch angezeiget werdensoll, daß er niemahls gestorben, und also allezeit starck seve, undfeine kräffte behalte. Die Dervis werden, unter dem verwand, ih-ren glauben allenthalben zu predigen, öffters zu spionen gebraucht.Die Egyptischen Dervis halten dafür, daß ihres Kederle pferd,gleich wie auch des HErrn Christi esel, des Mahvmets cameel,und der sieben-schläffer hund,re. im Himmel seyc. LrcE
xir. Ocrom. voysgc i Lc.
Derrventwater / ist der name eines ziemlich grossen sees,welcher ohngefähr; viertel von einer Teutschen meile lang ist, undin der Englischen Provintz Cumberkand durch den fluß Derwent,nicht gar weit von dessen Ursprünge, fvrmiret wird. Auf demsel-ben befinden sich ; kleine insuln, deren die eine der familie dererRatcliffs gehöret, die andere von Teutschen berg-leuten, welche inden benachbarten kupffer-Minen arbeiten, bewohnt wird, und diedritte der einsame auffenthalt des heiligen Herberts gewesen seynsoll. An. 1688 den 7 Martii machte der König Jacobus II denBaronet Franciscum Ratcliff von Dilston zum Grafen vonDerwentwater. s. Ratcliff. krirsnnis. u-»
lic. 6e I'AnZler. p. 166. tielp ro LnZUsll llittory p. ryr.
stehe Barreaup / Lartesius / Hsarets rc.
Desto/ ein dorffimVeltlin, welches wegen des angenehmensüssen weins berühmt ist. Die wein-stöcke werden allda wunder-lich gepflantzet; dann man setzet sie auf blosse festen, und bedecketdie wurtzeln nur mit wenig gründ: gleichwohl wachsen sie in die ri-tzen und spälte der festen hinein, und tragen dannoch reiche fruch-ten. NtiLk. lib. X>> pLß 189 tz.
Desenberg/ ein ehemahls vestes schloß bey Warburg in demStifft Paderborn , welches itzo als ein Bischöfflich lehn dem Herrnvon Spiegel zugehört. An. '776 griffen es die Sachsen an, wur-den aber von den Francken tapffer abgetrieben.
Desenzano / lat. peienrmnum, eine mittelmäßige stadt inder Venetianischen landschafft Bresctano, am t-sx« 6 l Lsräs.allwo gute Handlung getrieben wird.
Iltheist T Deß-