Band 
Zweyter Theil
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dio

tadlung der fehleren desselben, und endlich die Ungleichheit ihrerbeyder sitten,verursachten bald haß und feindschafft zwischen ihnen.Auch hatte Dio inder that vorgehabt, wo sich Dionysius nicht in

vorlchein, worinnen lL)io den Carthagineüstren verspräche, ihnenbey Dronysio gute friedens-bedingnußen zu verschaffen. Aufdiesesliesse rhne der Tyrann in Italien übersetzen, und verbotte ihme Si-echen ,doch so,daß er ihme seine reichthume,auch viele seiner freun-ben nachfolgen liesse: weßwrgen Dio in diesem exMo gar ansetzn-uch lebte, und sonderlich von denen Griechischen städten Athen undLacedemon viel ehre empfienge. Indessen wuchst die Verbitterungzwischen beyden, welche zu besänfftigen Plato sich vergeblich bemü-het hatte, und gienge Dionysius so weit, daß er seiner schwester desDlonls weib wider deren willen einen anderen rnann gäbe, mit Na-men Timocratem. Dion erklärete sich darauf völlig für feind ge-gen Dionysium, und wäre merckwürdig, daß alle die Philosophi ,so er immer um sich hatte, ihme zum kriege ricthen und hulssen,nur Mi einigen Plato ausgenommen,der wegen der vorigen freund-Mafst mit Zionysto neutral bleiben wollte. Den sammelplatz hielteDwn in der insul Dante, von bannen er nur mit 8°c> mann in ;nicht gar grossen schiffen auf Sicilien loß gienge , die übergroßemacht des Tyrannen zu stürtzen. Es waren aber diese 800 lautertapffere versuchte lcuthe, deren jeder im fall der noth eine gute an-zahl anderer tüchtig wäre anzuführen. Und Dio hielte sich versi-cheret , daß wegen grossem haß wider den Tyrannen alles sich auffeine strte schlagen wurde. Zu seinem glück fände er auch bey seineranländung denDionysium abwesend,als welcher ebe mit 8« schiffenm Italien gefahren, und der zu ihme gesandte bott verlohre durcheuren stltzamen zufall seine brieffe, indeme ihine ein wolff seine reiß-tasche, darinn neben anderem ein stuck fleisch wäre, alldieweil er ineinem wald schliesst,wegtrüge: dahero sich Dionysius lang nicht ein-bilden wollte,daß die fach so gefährlich wäre; allemer muste bald er-fahren,daß fast jedcrmansich furDionem erkläret,und dieser sonder-lich zu Vyracus mit alles volcks frolocken eingezogen, auch die stadtvöllig für frey erkennet hatte. Dannoch warffe er sich zu erst in dasschloß dafelbst, und thäte daraus einen versuch aufdie stadt, wurdeaber von Dion tapffer zurückgeschlagen ; so daß er an seinen fachenverzweifelnd letztlich sich zu schiffdavon machte, seinen söhn Apol-loeratem im schloß zu Syracus hinterlassende. Aber ehe dieserfeind gantz gedämpft, entstünde schon mißtrauen zwischen den Sy-racufanerenunddem Dion. Jene trugen inimcr sorge,Dio möchteden Tyrannen wegen der allzunahen Verwandtschaft nicht wollengar zu gründ richten helfen; hiengen sich deroweaen mehr an einengewissen Heraclidem, der ebenfalls für sich selbst einige macht wi-der Dionysium gesamte! hatte, aber erst nachdeme Dion alles ver-richtet/angelanget wäre. Nichts desto weniger fetzten sie ihne gleichder fchissflotte vor. Und er,wiewohl er öffentlich dem Dioni respeetbewiest, sparete doch heimlich keine mühe noch list, dasvolck widerihne zu verhetzen; Wodurch es geschahe, daß Dion sich nirgendwomehr sicher sehend mit feinen wenigen geworbenen foldaten frey-willig davon zöge, da er das mit bewehrter Hand ihme feindseli-ger weise nachenlende volck aufs inständigste bäte, dem feinde aufmschloß durch diese zweyung nicht lufft zu machen, und als diesesnichts halste, sie dannoch durch die stiuige nicht wollte beschädigenlassen, als er sie durch deren blossen amnarchiercn in die flucht gc-hracht hatte. Dion ward hernach von den Leontineren gutwilligaufgenommen; die Syracufaner aber führeten darauf ihre fachenso übel, daß ihnen die feinde im schloß in kurtzem überlegen wurden,und kein Mittel mehr zu ihrer rettung übrig wäre, als den zuvorausgestossenen Divnem eben mit seinen fremden Pelvponnenfi-schen foldaten zuruckzurnffen. Dieser vergaffe großmüthig allesempfangene unrecht,auch so gar dieboßheit deren,so am steuerrudcrfassen, ivelche ihme noch in selbigem anzug die thore zu versperrensuchten. Allein ein neuer nusfall aus dem schloß, durch welchen sogar die stadt vom feind in brand gesteckt wurde,und der die Syra-cufaner auf allen feiten mit schrecken erfüllte, brachte endlich alledahin, daß sie den Dion aufs flehenlichste um hulffe rufften,welchervorher wegen der grossen Verbitterung seines gegentheils nicht ge-trauet hatte,der stadt zu nahen. So bald er in die stadt käme, griffe

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Nlg mildem volck umgienge; wovon er durch Plawnem Lyfferrg,aber vergeblich abgemahnet worden. Auch der tod des Heraclidis,den einige nicht ohne heimliches vermissen des Dionis ermordet,vermehrte das übel. Endlich wollte sich Callippns von Athen einerseiner Obristen dieser gelegenheit bedienen, ihne aus dem weg zuräumen, in Hoffnung sodann den höchsten gemalt zu Syracus zu er-langen; fienge an die Peloponnesische foldaten wider ihne zu ver-hetzen , und damit er desto sicherer in feinem ansthlag fortfahrenmochte, beredete er den Dioncm, diese leuthe wären von feststen zur

gelegenheit das feuer zu löschen, welches sonst in wenig stunden ...stadt Untergang beförderet hätte. Da erklärete sich nun alles fürden Dion; die Redner,welche zuvor das volck wider ihne verhetzethatten, zogen freywillig ins elend; HeraclideS und Theodotus er-gaben sich in feinen gemalt, und baten um gnade. Er feiner seits er-zeigte auch gegen allen eine sonderbare großmüthigkeit und Müdig-keit. Zwange darauf das schloß zur übergab, liesse Aristocralem)es Dionysii söhn mit accord abziehen; gelangest wiederzu seinerlchwester, weib und binderen, die so lange darinn verschlossen gewe-sen; verziehe auch seiner stauen der Arete^ welche sich gezwungengi einer anderen ehe hatte verletzten lassen. Damals war fein glückn höchstem flor, und wandte in und ausser Sicilien jederman diemgen auf ihne. Aber der undanckbare Heraclides unterlicsseuchts, ihne wieder in des volcks ungunst zu bringen, streute aller-Md argwohn aus, als daß er das schloß nicht zerstöret hätte, daloch Dio solches dem volck zu verwahren übergeben; auch daß erMthgebere von Cormthus kommen lassen, gleich als ob man dasRegiment nicht besser durch bürgere bestellen könte rc. Dion hatteruch in der that vor,die rcgierungs-art in etwas zu veränderen, undonderlich den allzugrossen gemalt des gemeinen volcks, woraus sosiele Verwirrungen entstanden, einzuschräncken; erweckte sich auchladurch vieler haß, daß er die einsamkcit gar zu sehr liebte, und we-

bst übelgesinnten eher kennen lernest. Dio traute und trüge demboßhafften menschen diese commißion selbst auf; wollte auch ausder ursach kein mißtrauen schöpffen, ob erfchon von allen orten hergewarnet wurde. Seine stau und schwester waren etwa» vorsich-tiger , allein der verräther wüste auch diese durch greuliche eyd-schwüre einzufchläffen. Und da er sich nun genug verstärket, bra-che er endlich los, umstellest am hellen tag des Dionis Hausse mitbewaffneten keuchen, und schickte einige freche jünglinge von Zanlehinein, die ihne nicht ohne mühe ums leben brachten, in beystyn un-terschiedlicher seiner freunden, deren sich aber keiner aus forcht fürdem zusammmschwur regen dorffst. Dis geschahe um st.N.zszo,st.L. Zt4- V. L. 4°o. oivmp. iv6, Callippus genösse nichtlang der flüchten seiner trculosigkeit, und ward, nachdeme er feinefachen sehr übel geführet, und Syracusa selbst verlohren, ebenfallsvon 2 feiner vermeynten freunden, und zwar, wie etliche alte berich-ten, mit eben dem dolchen, durch welchen Dion wäre umgebrachtworden,erstochen. Die schwester und eheftau des Dionis, zusamteinem erst nach seinem tobe gebohrnen töchterlein, wurden von denundanckbaren Syracusaneren über etwas zeit auch ums leben ge-bracht. in vica Oiolsis M/-. in ej. v>rs, Droll. l. 16. ^

Dtone / ist der name einer Nymphen, welche des Ocea-ne und der Thetys lochtet gewesen, oder wie andere wollen, der Ne-reidä, einer tochter des Nerei und der Doris. Die poestn sagen, daßJupiter in die Dione verliebt gewesen, und sie zu einer mutier derVenus gemacht. k-lüor I.

Dyomsia / wurde die insul Naxos in dem Aegäischen meeregenennet, weil es daselbst viel und guten wein gab.

Disnysia / hiessen überhaupt alle feste des Bacchi, es wardüber auch sonderlich solches fest mit diesem namen belegt, das dieAthcnienser im stühling seyerten. An demselben hielt man Bacchozu ehren eine grosse proceßion, darinnen die, so solcher beywohnten,theils auf eseln fassen, theils böcke zum opffer führten, theils aufwagen fuhren, und rheils verkleidet waren. Alle nahmen sich einerzu Bacchi dienst gehörigen unordemlichen und der raserey nahe kom-menden bewegung des leides an, schrien und heulten oder sungenvielmehr mit solchem geschrey ihres götzen lobgesang. siehe 8 ^»-Rechst diesem trug man in dieftmümgange allerhand gerichstvon speisen, und insonderheit ein gefäß mit wasscr. Unterschiedenedarzu bestimtejungfern trugen die heiligen laden,darinnen nebst denerstlingen von allerhand flüchten auch die geheimnisse des Bacchi-schen götzen-dienstes, welchen die kirchen-väter offenbahrt haben»Nach diesem wurde der so genannte pn-ilus getragen, daher auchdie proceßion penpKriiiL oder pU^iisgoZiL genennt ward, dem dieIriiypkrii, oder gewisse manns-personen in wcibs-kleidcrn folgten,die sich truncken stellen musten. (Zie hatten auch eine wurf-schaufeldabey zum zeichen, daß dieser götzen-dienst zur reinigung angesehen

sie tcllis O-Lcorum.

VI 0 l 8 l^ 8 IOk 0 ll 8 > ist der alte name vieler städst, darunterdie vornehmste war Nagara oder Nyssus an dem flusse Indus , wel-che Bacchus, der auch Dionysius genennet wird, erbauet. Eineandere stadt dieses namens war in nieder-Möflen, welche das heu-tige Varng seyn soll. Ferner war auch eine stadt dieses namens inPhrygien , und eine in Africü.

Dionysius / ein tyranne von Herakles , einer stadt in der pro-vintz Pontus , lebtezz4, V. L. 4-0, Olymp.

11 s, z zu den zeiten Alerandri N. und suchte sich durch, den ruin desPersischen reichs zu vergrößern; dannenhero erden glücklichen pro-greß der waffen Alerandri nicht ungern sahe. Doch bald befand ersich in solchem zustande, daß er mehr Ursache hatte, sich vor demAlexandro zu fürchten als vor den Persern. Denn die er von Hera-clca weggejagt hatte, suchten bey Alexandro schütz, und wäre esbald dahin gekommen, daß ihn dieser hätte absetzen lass«, wenn ersich nicht zu der schwester Alcrandri, Cleopatra, gewendet, unddurch deren hülste solches verhindert hätte. Derst. N.;66--, st. L.-24, V. L. 4jv, ossmp. 114,1 erfolgte tod des Königs Alerandrischien ihn zwar von aller furcht zu besteyen, allein als Pcrdiccassich der verjagten von Heraclea gleichfals annehmen wolle, musteer abermals durch allerhand politische rancke die,es ungcwittcr vonsich abzuwenden suchen. Doch auch PerLlccas starb bald daraufst.N. Z66r, st. e. zar, V. L. 4Z2, Olymp H4, ; und lebte dar-nach Dionysius in guter ruhe und Vergnügung, ivorzu seine hey-rath mit der Amastris, einer rochier des Oratris, eines bruders des

thum bekommen. Er ergab sich hierbei) der Wollust gantz und gar,wurde auch so dicke, daß er fast nichts anders tbat als schlaffen, daman ihn dann mit langen nadeln stecken und solcher gestalt aus demschlaffe wieder heraus bringen muste. Er starb iml 5 jähre seinesaltcrs, nachdem er ;o jähr regieret hatte. n-E,, w um»-.norum »erscl. davon die exccrptL bey dem l-lmrio ja bibllocliecL n. rrchzu fittden. vsr. Nist. rx. rz. Diony-