Band 
Zweyter Theil
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länder, insonderheit Teutschland, Poblen, Moscau, Türckey undPersien , damit versehen werden. Zu desto mehrerer beförderungdieser manufacturen dienet sonderlich der grosse Überfluß der wal-ckerS-erde, derer in Engelland mehr gefunden wird, ais an irgendeinem andern orte der weit. Zu Verfertigung des leinen zeugesmangelt es auch nicht an gutem Hoden, worauf man flachs undhanff säen kan; so wird man auch nirgends einen grösser« Überflußan gutem leder finden; und weil es insonderheit in Engelland sehrviel caninichen giebet, so bedienet man sich derselben haare nützlich»um Hut - machen. Zum häuser-bauen mangelt' es auch weder amkalch noch an ziegel - steinen; das zimmer-holtz ist zwar etwas rar,jedoch wird es aus Norwegen zur gnüge zugeführer- Zum schiff-vau giebt es gute eichen, und zur feurung ist nicht allein holtz, son-dern auch viel stein-kohlen vorhanden. Ferner sind die Engelian-dische Pferde und Hunde sehr berühmt; desgleichen hat auch En-gelland einen grossen Überfluß an vortreflichen lordecr-und roßma-rin-bäumen, saffran, süssem holtze und Honig, und ist nicht wenigermit vielen eisen - bley - kupffer - zinn-und silber - bergwercken verse-hen. Eisen giebt es in Sussex, und an verschiedenen andern ortendes Königreichs mehr; bley vornemlich in Derbyshire ; kupffer inCumberland; zinn, und zwar das schönste, so in der welk zu findenseyn mag, in Cornwall ; und silber-berg» wercke inLancashire,Durham und Cornwall ; doch weil diese allzu liess ligen, so wer-den sie nicht sonderlich geachtet. Endlich giebt es auch hier vielwarme und mineralische bäder.

Was die cinwohner anlanget, so sind die Engellandcr ursprüng-lich eine vermischte nation aus den Sachsen , Dänen und Nor-männern, mit untermengtem Brittischen und Römischen geblüte.Gleichwie das land temperirl und feuchte ist, also haben sie vonnarur den Vortheil einer reinen und muntern compleriou. Sie ha-ben eine feine statnr und freundlich angesicht; was aber dre grösseund stärckc betrifft, so übertreffen diejenigen, welche west-wärtswohnen, die übrigen. Die weids-personen sind durchgehends schön,und artiger, als an andern orten. Ihre iiumcur richtet sich nachihrem ciimLie, jnmasscn sie nicht so fcnrig sind,als die Frantzosen,und auch nicht sokalt,wie die Nordischen völcker; daß ne also ge-schickter sind, einen guten rath zu fassen, als die ersten,und denselbenhurtiger ausführen als die letztem; diese sir-mcur schicket sichüber biß vorcreflich zu erlcrnnng allerley wissenschafflen. In dertapfferkcil geben sie keiner nation etwas nach, wie solches ihre mitden Frantzosen, Spaniern, Scholtländern, Inländern und Tür-cken geführten kriege qnugsam bezeugen. Zu handwercken undallerley freyen künstcn sind sie sehr geschickt,wie es ihre nützliche er-findungen sattsam an den tag legen. Aufdie pliliol'opiiiLm -rpc-i-mcniLiem sind sie so sehr beflissen,vatz sie mehr, als einige andere na-tion , zu deren Vollkommenheit beygetragen haben. So habensie auch eine überaus gute spräche,um ihren sin mit den nachdrück-lichsten Worten zu cxpnmi'ren, welche eine Vermischung ist,vornem-lich der Sächsischen, Frantzösischen und Lateinischen spräche.

Die durch die gesätze unter dieser nation eingeführte religion ist,was die lebr-puncte betrifft, fast einerley mit derjenigen, welche dieandern Reformirten ktrchen führen, nach der kirchen-zuchl aber,auch in den kirchen-kleidern und mehreren äusserlichen dingen, et-was davon unterschieden. Vor Christi geburt halten die uricon-gfast einerley religion mit den osUis, von welchen sie vermuthlichhcrstammen möchten; doch verchrecen sie einige sonderbare Göt-ter, und wie Tacitus, Cäsar,Dion und andere berichten, so sollen sieder zaubere» sehr ergeben gewesen seyn. Die gemeine tr^inonbringt mit sich,daß Joseph von Arimathia daü evangelium zu aller-erst hier gcpredigek habe, welches aber OoKor e^tlllingfleet in sei-nem tractate von dem alterthum der Englischen kirche, als ein ge-dieht der Manche, verwirfft. Einige wollen haben, daß 8. Petrus der erste stiffter der kirche in dieser insul gewesen, allein gedachterStillingfleel macht es sehr wahrscheinlich, daß dieses vielmehr von8. Paulo zu glauben sey. Dem sey wie ihm wolle, so hat doch ent-weder wegen grosser Verfolgung oder Mangel der Prediger dasChristenthum in diesem Reiche nicht eher zu blühen angefangen,als unter Lucii regieruna, welcher der erste Christliche König vonBritannien gewestn. Denn dieser sandte zu ende des andern secnliElvanum undMeduinum, 2 BritannischeChristen,zuEleuthcro,demBischoffe zuRom, um von der Christlichen religion, die er anzuneh-men gesonnen war, einen recht gründlichen bericht einzunenunen.Wie nun diese nebst einigen Predigern von Rom wieder zurück ge-kommen,so ließ sich so wol derKömg,als auch viel von seinen unter,thauen,tauffen. Solcher gestalt breitete sich das Christenthum inkurtzer zeit in allen Herrschasstcn, und eine zeit hernach über diegantze rnsul aus. Zu derselbigeu zeit hatten die Brttannier ihreeigene und besondere Bischoffe, welche gar nicht von dem Päbstki»liehen stuhle dcpcndirtcn; wie dann die Britannische kirche vonallen andern unterschieden blieb, und keiner andern kirchcn-jnris-diction untcrworffen war. Allein da hernach,die HeydnischeSachsen sich dieser insul bemächtigten,und die natürlichen einwoh-ner auf die Wallischen gebürgc ihre zuflucht nehmen muffen, soflöhe auch zugleich der Christliche glaube mit ihnen,und dieses landgerieth wiederum in das finstere Heydenlhum, bis endlich an. ;-68. AugustinuS vom Pabst Grcgorio iVl. dahin gcichickl würd, dasevaugelium zu predigen,welcher so dann zu erstEthclberlen,denKö»nig von Kcnt, bekehrte, und ihn nebst loooo Personen von seinenUnterthanen Musste. Darauf wurtzelte die Christliche religion inEngelland dcrmassen ein, daß alle Sachsen nach und nach darzubekehrt wurden, und der H. Auqustinus wurde zum Ertz-DischossvonCanterbury erwählet, jedoch so, daß er dem Päbstlichen stuhle unterworffen seyn muste. Also blieb diese kirche unter dem Römi-schen stuhl bis zu des Königs Henrici VIII zeitem welcher den er-

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sten grundstein zur änderung legte, und aufeinkathen einiger Vksa.>v8»rum, in einer auf des Königs autorität angestellten Versamm-lung, die oberste gemalt des Pabstes verwarff, so hernach durch dieStände des Parlaments an. i^ 4 bestätigt wurde. Unterdesnachfolgenden Königs Eduardi VI regierung wurde solche reli-gions-änderung vollends ausgeführet. Allein,da ihm hernach seineschwester, die Königin Maria , folgte, führte selbige die Cathvlischereligion aufs neue em ; jedoch, we,l;sie nach einer z jährigen reqie»rung erdloß starb, so succedirte ihr ihre schwester, die Königin Eli-sabeth, welche die Reformirte lehre völlig einführte. Allein ausserder in Engelland krafft der Reichs-gesätze eingeführten religion,gibt es noch viel UiiHrmemes darinnen, welche von der gemeinenlehre der kirche auf verschiedene art abgehen, und zusammen einezimliche parthey unter der nation machen. Ob nun wol vormalswider dieselbige unterschiedliche gesätze gemacht worden, so geltensie doch ametzo nichts mehr, nachdem ihnen zu ansang der regie-rung Wilhelmi III, krafft eines parlaments-acte, die gewissens-freyheit und das freye religions-exerciciun, verstattet worden. Dievornehmsien unter diesen von der gemeinen kirchen-lehre abwei-chenden leuten ( welche sonst auch Puritaner oder Non-cont'ormi.sten genennel werden) sind die Presbyterianer, die inllcpeiMeMeu,die Wiedertäuffer, die so genannten rlominc; -zuMi« mon^cliiLund die Quacker. Was die übrigen geringen steten anlanget, alsz. e. die so genannten Neuntes, Avamiten, Familisten, Antiuomi«nianer,Sweet-Singers,Muggletonianer und andere dergleichen,sshat es mit denselben nicht sonderlich viel zu bedeuten.

Das regiment in Engelland wird durch den König, die Lordsund die ceommunr oder gemeinen geführet. Gleichwie die gemeineohne die Lords kein gesätz geben könne»,also können sie auch beyder-seits ohne des Königs deyfall und Vergünstigung nichts vornehmen.Allein die vollstreckuiigs-macht ist allein bey dem Könige, welcherseine gewissen vorzüge hat, darauf sich seine kröne stützet; gleichwiehingegen das volck mit gewissen p-ivliegi,-, zu behauplung ihrerfreyheit, versehen ist. Engelland ist eine freye und -nsexeng-m-monarchie, die keinem einigen irrdischcn Monarchen unterworffen,noch gehalten ist, jemanden zu huldigen- Ob nun woi die machtund gcwalt des Königs von Engelland nicht gantz frey und umin-geschrenckt ist, so ist sie doch groß und in allen stücken einer l°u.vcr»n,en und höchsten gewalt ähnlich. Denn der König darffvorsich selbst mit ausländischen Staaten vertrage und bündniffe ma-chen, friede schliessen, und krieg führen,auch zu solchem ende Abge-sandte wegschicken und annehmen; er darff sich see-und land-militznebst benothigten waffen und kreegswüstungen anschaffen, undwenn es die noth erfordert, die leute mit gewalt darzu zwinge». Ererwehlet und ernennet alle Officirer und Commenvanten, halbstvornehmste direction und das commando über seine armee undüber alle Magazinen, ammunition, castclle, vestungen, haftn undkriegs-schisse. So ist auch die militz gäntzlich unter seinem beftbl;und ob er fchon ohne des Parlaments be'willigung seine Untertha-nen mit keinen laxen beschwüren kan, so hat er doch gantz alleme bisöffentlichen und vcrwilligten gelber in seiner machch damit umzu-gehen, wie er es vor gut befindet- Alle Räthe, Otaats-bedienteRichter, Bischoffe und andere hohe ehren-ämter in der kirche, wer-den von ihm besetzt. Desgleichen stehet es m seiner macht,die Par-lamente zu berussen, zu rcnirc.ren, zu verlängern und aufzuheben,und das haus der Lords zu vermehren, dergestalt, daß er entwederneue Barons machet, oder sonst, wen er vor geschickt und gut be-findet, dahin schrisstlich dcruffet. Nicht weniger kan er, wen» esihm belicht,das Haus der gemeinen vermehren, das ist, andern siad-ten, die dergleichen noch nicht haben, das pnviiczium geben, Laß ssteinige Deputirre in das Parlament senden dürsten. So siehet esauch bey ihm, das metall, die gewichte, die rcimgkeit und gültigkeikder müntze zu bestimmen,und durch eine proclamation einige aus-ländische müntzm in Engelland gültig zu machen. Über das hatder König die höchste gewalt in Handhabung der gerechligkeit, undist auch allein Richter in stiner eigenen stäche, ohngcachtet er seinurtheil durch den mund seiner Richter aussprechen lässet. Auch kauer einem übetthäter, nachdem schon das urtheil über ihn gebro-chen , gnade ertheilen. Von ihm kommen alle grosse und Mistehren-tituls; und wie er das Haupt des weltliche» regimcnts ist,alsoist er auch das Haupt der Engellandischen kirche. Bey seiner-nung wird er mit öl gesaldet, und alle provinciLi-und nsrlon-l-ss nocli werden von ihm berussen. Es fallen dem Könige alle giilekzu, worzn entweder keine erben sind, oder welche confiscirt werden,desgleichen alle land-gütcr, die fremde Personen besessen haben,wenn sie ohne kindcr gestorben, und vorher nicht nscursliliret wor-den,wie auch nicht weniger alle wüsten grüne oder ländereyen, dievon Überschwemmung der see wiederum errettet worden, allegvlb-unv silber- bergwercke, alle von ihren besttzern verlassene und in dieschantze geschlagene, so dann alle durch strandungcu und schiff-brüch veriohrne und ans ufer schwimmende güter, alle gefundeneschätze, deren eigcnthums-herr unbekannt, alle Königliche fische, alswalisische,delphins und dergleichen,alle Königliche vögehals schwa-ne,die nicht gezeichnet sind, und frey herum schwimmen. Diese undnoch viel andere besondere vorzüge gehören der Crone, als mera-male der Königlichen würde; bero insZni- sind die crone, der sieb-ter, der purpur-rock, die göldene erd-kugelund die salbung,die alle-samt bey der krönung gebraucht werden. Zu der Königlichen ho-hen würde gehöret auch die grosse ehrerbictigkeit, und der svnber-dahre rrspcct, den der König von seinen Unterthanen empfanget.Icderman, wer zu erst vor den König gelassen wird, mußvorihntaufdie knie fallen, wie er denn auch allezeit auf beyden kniendienct wird. Seine Hcrrschafften in Europa erstrecken sich nichtallein über gantz Driranme» und die dabey gelegenen insuln, M-