Band 
Zweyter Theil
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r86 epe eph

Epernay / siehe Espernat.

Epeus / soll v»r alters ein über alle Massen verzagter menschgeheißen haben, von dem das sprach - wort entstanden: Lpc» ri-iniciior, furchtsamer als Epeus. Dem comödien - schreiber Cra-tino hat man diesen namen gegeben, vielleicht, weil er zu der zeit,da er zu Athen das Haupt von der so genannten Oeneidischcnzunfft gewesen, einen Mangel an hertzhafftigkeit spühren lassen.

ir> cbil.

Epeus / welcher, wie schon berichtet, von Endymione her-stammen soll, war der erste crfinder der kriegs-msdnne, so /rnesgcnennet, und bey betagerungen gebraucht wurde, die maureneiner vesten stadt damit nieder zn stossen; deßgleichcn soll er auchdas Trojanische pfcrd erbauet, und die stadt Metapvnt gegrün-det haben. Es ist hierbey doch zu mercken, daß, was das Troja-nische pfcrd betrifft, solches nicht ohne guten gründ von einigenalten, eben von dem obbemeldten Bock oder ^"<-s > erkläret werde,womit nemlich Epeus die Trojanische mauren nieder geflossen,und also den weg zu eroberung der stadt soll gebahnet haben; Eskan auch gar wohl seyn, daß obiges kriegs-aeräthe im ansang dererfindung eben so wohl ein pfcrd, als nachgchends ein Bock istgcnennet worden, da dann in der ferne, und bey unwissendenleuthen, die fabel von dem Trojanischen pfcrd gar leichtlich hatentstehen können. >/»». >- ro c. 2. 1.7 c.*

Epha / wäre bey den Hebräern ein maaß, woinit man ge-traide zn messen pflegte, von eben der quaiitilär, als Bathus,wormit man nasse waaren, als wein, öl, rc. abzumessen imbrauch hatte. Es hielte 10 Homer oder; 6e mcui.

tiebr. L/. 6c meulur. *

LkMIil. hiessen in Athen undGriechenland die jungen purschevon 16 jähren, welche man unter die ander» L,4>cov, einschrieb,und ihnen dabey die haare abschor, davon ein theil denen Götternaeheiliget, und in ihre tempel gebracht werden umsir. Der tag,va solches geschahe, hieß Lpbcbir; an demselbigen lebten sie ver-gnügt., stellten einen lorbeer-zweig vor ihr bauß, welcher sich inzwey ästlein theilte, gössen dem Herculi zu ehren etwas wein aus,und das übrige trunckcn sie mit einander. Sie durfflen innerteinem jähre nicht wegreisen, ( denn so lange währetc die bcnen-nnng eines Lpkcbi) sondern mnsten sich an dem orte, welcherLpkcb-Iim gcnennet wurde, so wohl in gemüths - als leibes - cx,-rcirii! fleißig üben. Diese LpbcK, mnsten in ihccir öffentlichenschau - spielen auch beysammen sitzen , und ihr besonderer platz

hiesse Lpiicbicuw. /cettss. Lr-cc. t'cc. 6c t', Qr^c.

Li,. ßymn. *

L?M8lss, war ein fest der Dianä zu Ephesns, welches son-derlich die männcr beqiengen, wobey sie sich rechtschaffen voll-soffen, und die gantze nacht auf dem marckte herum schwärmten.Denen verheyratheten weibern wäre es nicht erlaubet, sich beydiesem sauff-sest und tumult einznfinden, wohl aber denen ledi-

cn iungfraucn, die doch eben so ivohl ursach hatten, davon zu

leiben, wo sich je.die Herren Ephesier bey einem so unehrbarenfest der ehrbarkeit hätten befleissen wollen; die vorstehere des Got-tcsdiensts bey diesem fest hiessen LUcn«. 6c fcck. ür»-e.

kcr. *

. waren gewisse feste zu Theben, welche zumandencken des Tiresiä gehalten wurden, wobey man seinem bildezu erst wcibs- hernach manns - kleider anlegte, damit auf diefabel zielend, da vorgegeben wird, daß gedachter Tiresias bendcr-ley geschlcchls gewesen. Man lässet diesen arricul mit flciß pasisircn, wie er iin Fritschischen bcx.cc», und vorher schon bey Hoss-mann, stehet ; bekennet im übrigen gern, daß man noch beykeinem guten scribenten einige sichere Nachricht über dieses festangetroffen, auch nicht einmal bey denen, so sonstcn der Griechenfeste mit gröstem fleiß beschrieben und zusammen gelesen haben;Leichtlich wäre hier zu muthmassen, es styc etwas verdruckt oderverschrieben worden, und wurde.es besser Lpiicli>,r heissen, wel-ches würcklich der name eines berühmten Griechischen festes ist,das billich allhicr eben so wohl, als bey Hoffmann, seinen platzverdiente; Allein, die bev diesem articul sich befindliche beschrci-bung kan sich darzu keines wegs reimen, weil LssieMs ein festDulcani gewesen, und nicht von den Tbebanern allein, sonderndurchgehends in Griechenland gefenret worden; Nur dieses kanhier noch gemeldet werden, daß der name Lpbcllrb eine gewisseart ober-kleid bedeutet habe, so unsern heutigen mänteln in etwasgleich gewesen, und sonsten auch c bm,»,-, w,e bey den Lateinern8^ßum oder gcheissen ^ Woher jemand auf die gedancken

gerathen könte, das fest Tiresia , da es fürncmlich um ausziehenund wieder anlegen der kleideren zu thun gewesen, habe um soviel besser den namen Lpti-Mia tragen können; Allein, wie mansich einseits denen, so sich diese Muthmaßung wollen gefallen las-sen , nicht begehret zu widersetzen, so soll man doch auch diesesnicht verschweigen, daß Lptzcllris so wohl ein weibs - als manns-kleid gewesen, und sich daher» aus die oben beschriebene Verände-rung der weiblichen in die männliche kleidung eben so gar wohlnicht schicke. *

Ephcsus/ eine stadt in Jonien in klein-Asien, so nach eini-ger meynung heut zu tage Figcna heisst, ist vor zeiten, nach Iu-mni und Plinii aussage, die berühmteste Handels - stadt in gantzklein - Asien gewesen, und zu erst von den Amazonen auf einenniedrigen gründ erbauet, hernach aber von Lysimacho an den ort,da sie anictzo stehet, versetzt, und nach seines weibcs namen Arsi-noe gcnennet worden; so bald aber felsige todt war, nähme sienieder ihren alten namen Ephesus an. Sie ist sonderlich bernhmt

eph

wegen des kempels der Diana, welcher umer die wunder-jjMeder welt gerechnet wurde; wie man denn 220, oder, nach änderetzcugnussen, gar 400 jähr daran gebaucl hat, ehe er zum völligenstände gekommen, ob schon der bau durch allgemeine unkdjrenvon gantz klein-Asien rst gefuhret worden. Der bau-meister wartChersiphron , welchen andere Ctesiphon nennen; seine thüren wa-ren von cypressen-holtz, welches polirt war, und einen grossenglantz von sich gab. Die treppen aber, die auf das oberste theildes tempels führten, waren aus holtz vom weinstock gewacht, ssman aus Cypern gebracht, wie Plinius versichert. Die ll-w- hexGöttin Dianä wäre von ccdern-holtz, wie Vitruvius berichte!,nach Tenophontis aussage aber von goid, oder , wie andere wol-len , von essendem; aber Mutianus ein Römischer Bürgermei-ster berichtet, daß sie aus reden - holtz gemacht gewesen. Dieselprächtige tempel, so voller unschätzbaren staluen und gcmähldewar, woran die vortrefflichsten tünstler gearbeitet hatten, gienger. c. 400 an eben dem tag, da Socrales mit gisst hingerichtetwurde, im feuer auf, und zum andernmal, L. ;§6, ebender nacht, da Alexander ssst. gebohren wurde. Nachgchends wur-de er wiederum aufgebauet, und Alexander erboste sich, die Ephersier mit allem, woran sie Mangel hätten, zn versehen, auch dentempel wiederum so mächtig zu mache», wie zuvor; jedoch mitdem beding, daß sie seinen namen mit in eine inscrssrwn an demtempel dringen sollen, weiches sie aber nicht thun wollen. DieTüreken nennen diese stadt äjm'ckouc, und die pwvintz, wbrimiciisie lieget, i-arci-sm. Allein heut zu tage ist sie bey weitem nichtmehr in solchem zustand, doch sind noch die merckmchle der altenHerrlichkeit zu sehen, gestalt man allda gross haussn von war-morsteinen, viel umgerissene pftiler und zerbrochene statnen, dieunter einander liegen, antrifft, darzu dann nicht wenig bevgetrargen, daß sie unter dem Kaystr Ncrone und Gallicno vielfältig be-raubet und geplündert worden. Die vestuug, welche auf einemetwas erhabenen gründe stehet, haben die Griechischen Kaysneerbauet. Die vornehmste Arche, so dem heiligen Jvhanni gewied-met, ist anjetzo eine Türckische Moschee. 8. Paulus hat zn zweyenmalen das evangclium daselbst gepredigt!, und sich z jähr daselbstausgehalten, auch eine episte! von Rom an diese gemeine geschrie-ben. Einige geben vor, daß auch der Evangelist Johannes mitder Jiingssau Maria hicher gekommen, daher in folgenden zeltendie Bischoffe daselbst sich dessen Nachfolger zu seyn rühmten, undsolcher ursach wegen, in der zeit der Oster - scher der RömischenArche etwas nachzugeben, ihrem ansehen nachtheilig zu sinnglaubte». An. 4; 1, unter dem Kaystr Theodosio dem jünger»,ist allhier ein g-ucc-i concUiuw wider Ncstorium gehalten worden,darinnen diestr stines amts entsetzet, und des Pelagii, wie auchanderer irrthümrr aufs neue verdammt worden. Schon langevorhero, nemlich an. iy8, ist, wegen einrichtung der Oster-seytt,durch Polycratem, und an. 400 durch Chrysostomum, wegenVerbesserung der kirchcn-faehen eine p-mcuMr-zusammenkulifst all-hier angestellet worden. Deßgleichcn hielte man daselbst an. 44aden berussenen ssm'llum. welcher deßwegen, weil man den Bi-schofs zn Constantinopel , Flavianmn, darauf ermordet, ssiric,gcnennet worden, da des Eutychis lehre grossen anhang gefunden.

l. 14. I. 4. I. i. I. c. 14. kc.

§0/»». c. sZ ; ssks concil. c kill. I. Z c. rz, 24. l.s

c. >o öe I. 7 c- I. 4 c. ZZ. c. lr. 1 .1

c. 10. I. 8 c. 6- ->n. c. ;7, 4Z0, 4;,, 447.

< 7 /,e 2 ,res« tzjkolr. clu monöe. reilc.tzcsckkeibunA vonItMicc >.lirc. 8 I. r. 6u l-cvLnr. I. z cp. rr. *

LkWsfsL. war eine Obrigkeit zu Athen,welche aus zo Athe-nienstrn, und eben so viel andern Griechen bestund, und von demKönig Demophoon, die unversehens geschehene mord-thaten Mrichten, verordnet wäre. Draco schloß die fremdben aus, undbestellte dieses gerichte mit 41 Atheniensern; Solon vermmMeihre schärffe nach stincn gesttzen, und brachte viel macht aus ih-ren gerichten zu dem Areopagitischen Rath. Sie.mustcn >0Malt, und lauter solche Personen seyn, die ein unsträflich leben sth-rcten. L»Lmmrtt- -rrliell. 6 r, 6 z. ÄF-rrM 6 s rex.

Letzen. - 4 rcic. IcÄ.

Ephippus / ein Poet, welcher in Comische.n verfett geschrie-ben, und verschiedene mal von Athenäo angeführt wird, davonaber nichts mehr übrig. mm. ^r>c.

Ephodi / sonst genannt Prophet» Duran, oder Durante,von anderen aber , wie auch Peripol Duran, und amandere lveise mehr, wäre ein berühmter Rabbiner, welcher Mdas jähr Christi i;y4 grlebet. Er foll einmal die ChristlielstM-gion angenommen haben, hernach aber wieder auf dasthum gefallen seyn; Er hat eine sehr gifftige epistel an Bonetum,einen von den sinnigen zu den Christen übergegangenen chivrn,geschrieben, in meynung, denselben wiederum auf seinen cmeuuglauben zu bringen. Von seinen schrifften ist nichts so beruh««/als sein werck Lpyoll, von welchein er auch den na>w«kM'pfangen; Es ist solches ein ansehnlich grammatisches wem , «ff'innen er sich osst dem L. Kimclli widersetzet, mit einer gelehm»r-Tknion, von dem nutzen des tkullii eibsici öccdavon, welches niemals gedruckt worden, hat I. Bsstvrf a«»Constantinopel von Jacobo Romano, einem gelehrten Rabbin r/empfangen, und sich dessen össters in seinen jchrifften, sondernw6e punLtvrum ^nriquilLke mit nutzen bedient; Es siudet sich vmmals mit den übrigenHcbräisthenBuxtorfischen büchcrn in bwu°-

rUcca Public- /ecccism. N»lilicnli§. Kibl. Krbb. sc««//-»-'

NttOlU.