Band 
Zweyter Theil
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'der König in Frgnckreich an. 1672 den meisten weil der Nieder-lande unter seine gewalt gebracht, und das Teutsche Reich sich umso viel mehr einer gefährlichen folge zu besorgen Hütte,als der Mie-dst von Cölln und der Bilchoff von Münster es öffentlich mitFranckreich hielten, so war Ferdinandüs Maria keincsiveges da-bin n> bringen, daß er;nit dem Kayser, Brandenblirg und andernWirten sich m ein bündniß eingelassen hätte, vielmehr hielre er sichden Witzen krieg durch dergestalt vest M die Neutralität,daß er auchkeinem eintzigen männ von Kayserlichen völckern den durchzugdurch sein land verstatten wolte. Ja er richtete so gar an. 167;mit dem Könige Carvlo XI in Schweden ein bündniß auf,welchermit Franckreich wider den Kayser und Brandenburg fast jedesmalaemeine adsichten gehabt. Wie nun hicrdürch der Churfürst deracineinen fache grosse Hinderniß verursachet, also ist leicht zu er-achten, daß er sieh bey dem Kayser in grosse Ungnade gesetzet, undhingegen von Franckreich alle ersinnliche ehren-bezeugtülgen em-pfangen. Ob er nun wohl selbiger nicht lange genoß, indem er an.1679 verstarb, so wolte doch der König ist Franckreich die wür-A„ng seiner freündschäfft auch noch nach seinem tode zeigen, rindnahm des Churfürsten Printzeffin, Maria,n Annam Wristinam,vor seinen Dauphin zur gemahlin, wodurch er des Churfürstensöhn, Marimikan Emanuel, zu gewinnen suchte. Mit seikerZe-mahlin Henriekte Adelheid, Victoris Amadäi Hertzogs in >sa-voyei! tochter, hat er 7 kinder gezeugt. Maximilian Emanuel folg-te ihm in der Mir. Ludvbicüs Amadäus starb gleich nach seinerqcbnrt, welches auch dein dritte» Cmetano Maria Francisco alsoergieng. Jostphus Clemens aber ist Churfürst zu Colln, und Ma-ria Aiina gedachter Massen eine gemahlin des Dauphins worden.Loniia Margarekha starb gar jung, Violenta Beatrix aber Hai sichan Ferdinandum IH,Erb-Printzcn zst Florentz,verheyrathet.v/-«x-p. ;ü. K. L. cvor. 2 0 .6>, 68, 6y Lcc.

Kbdiilandus / Hcrtzög in Bayern , war ein söhn Hertzogs Al-hmi i welchen ihm seine gemahlin Annü, Käufers Fcrdinandi Itochter, den 1 febr. oder wie andere wollen, den zo jan. an. m'soqebvhrch. Er begab sich an. i-;66 mit 4°° pferden in den Unga-rischen krieg wider die Türcken. An. i-;?» wohnte er Ertz-HertzogCarls zu Oesterreich beylagcr bey,und gewann, als ein in -^ciriisgeschickter Herr, einen doppelten preiß. An. 1572 befand er sich behder wähl des Kaystrs Rudolphi II, und bey dessen cröttung zumUngarischen Kömge« Als an. i;8z sein jüngster bruder Ernestuszum Ertz- Bischofs von Cölln an deS abgesetzten Ertz- B'schoffsGebhardi Truchseß stelle erwählt worden, stunde Ferdinandüs sei-nem bruder bey, nahm das schloß Godesberg bey Bonn mit gewaltein, belagerte auch mit den Spanischen hülfs-völckern erstgedachtesiadt, und eroberte sie an. 1584- Er bekam noch verschiedene ande-dere örter weg, und brachte dadurch feinest bruder zum ruhigen be-sitz des Ertz-Stiffts.. Nach geendigtem kriege that er eine wall-fahrt zu unser lieben stauest nach Dnutenhaüsen, sonderlich,weil ervon einer kugel auf die brüst getroffen und doch nicht verletzt wor-den war, welche kugel nebst dem kleide, so er damals angehabt, erzum startn gedächtniß aufbehalten hät. Aus gleicher Ursache stiff-tete cr an. i;8? die gcsellschafft 8. Sebastiaufund ließ diesem Hei-ligen einen altar in der 8. Michaelis-kirche zu München bauemSein vater Albertus halte vor seinem absterben begehret, daß er zumehrem aufnehmen des Hauses Bayern entweder gar nicht, odbrdoch nur auf gewisse fälle heyrathen möchte. Wie nun aber der-gleichen sich nicht ereigneten, hingegen Ferdinandüs ausser der ehezu leben sich nicht getraüete,so entschloß er sich, seines brnders Hcr-tzdg Wilhelms Hof-dieners,George Peter Peckens, oder wie ihn an-dere nennen, George Petenbeckens tochter Mariam, zu hevräthcn,und die verehligung gieng an. 1; 88 den i7stpt. fort, nachdem ersich mit seinem brnöer Hertzog Wilhelmen dahin, verglicht, daßdie kinder,so aus dieser He möchten gebohren werden, nttdderselbi-gtn nachkommende denFürstlichen titul und das Bayerische wapennicht führen, noch an dem Hertzogthum Ober-ustd Nicdcr-Bayern,-vder den dann gehörigen auch noch anfallenden Henschaffmr, sichcinigek succesiion anmasscn, so lange von Hertzog Wilhelmen einemännliche posterität vorhanden seyn würde; jedoch nach deren av-gangden r-greis zur regicrung ustd Fürstlichen Hoheit haben, undinzwischen mit einem jährlichen deputat von 6000 gülden nebsteinigen Bayerischen lehn-gütern, auch bloß mit dem Adelstand sichbegnügen Wen. Er starb an. 1608 den Man. und seine gemah-lin folgte ihm an-1614 im tode, nachdem sie ihm 16 kinder geboh-ttn Unter den söhnen sind sonderlich Franciscus Wilheimüs / Er-nesnis Benno und Ferdinandüs Laurentius berühmt, und in desHeisi Röm. Reichs Graftn-stand unter dem titul von Wartenbcrgerhobt» worden. Dek erste Franciseus Wilhclmus wurde Bischofszu Oßnäbrück, Mindest, Vcrden und Regensptirg, auch endlich garCardinal; seine r brüder aber haben sich vermählet. Die tochter,deren 8 gewesen, sind alle ausser ehe gestorbest. tuin

-Ätrxer/exsnnsl. Eiloge. ?. I.

^entzöge zu würtemberg:

ferdinandüs Lärolus / Hertzog zu Würtemberg-Oels starb

1608. *

ferdinandüs wilhelinus / Hertzog zu Würtemberg-Neü-siadt, Königl. Engclländ-Dänneniarck-uiid Pohlnischer Genetal-Ucld-Marschall, Gouverneur zu Slugo, mid über Holländisch-Flandcrn, und Ritter des Königl. Däbnischen Elephanten-Or-dens, starb 1721. » siehe beyde bey dem art. wüctemberg.

ÜSeönLgliche und andere printzen :

. ferdinandüs/ Cardinal Jnsansein söhn Königs Philippi III»> Epanicn,welchen er mit Margarethe Ertz-Hertzogs Caroli von

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Oesterreich tochter, gezeuget, ward an. 1609 den 16 mau gevobrcff^achdem ep ansehnlichsten würden , als eines Cardmals undErtz-BtschiMs zu Toledo , desgleichen eines v>ce-Lr j» Ca'talonieLmit gutem rühme gefuhret, gieng er an. i6zz mit einer ansehnli-chen inannsthafft aus Spanien nach Italien,allwo er die friedens-tractaten zwischen den Genuesern und demHcrtzoge von Savoyettvollends zu ende bringen halfst An. 16)4 kam er in Deutschland v" ^ ßieß mit fernen trouppen zu des Königs in Ungarn armesvorNordkngen, dadurch er zudem Herrlichen siege Nicht wenigbeygetragen. Hierauf gieNg er nach den Niederlanden zu, und biel-te m besagtem mhre einen prächtigen einzug zu Brüssel , allda diestatthalterschastt anchtreten. An. rsz ^ ließ der König in Franck-reich von dem Cardinal die freylassung des Cbursürsten zu Trier begehren, mw als dieser sich darzu nicht verstehen wolte, ihm denkrieg ankündigen; hingegen ließ der Cardinal das jähr hernach einwider Franckreich ausgehen , und schickte den PrintzenThomas von SavoyeN, welcher das jähr vorhero in dem Lützea-burger lande unglücklich gefochten hatte, lnit einem grossencN-mcnt in die Picardie, allwo er ungehindert bis an den fluß Orssestreiffte. Nach. dresem cömmanditte der Cardinal Jnwnt einigevölcker, welche den Holländern die schantze Callo wiederum abnah-men, desgleichen ließ er auch Gtldckn glücklich entsetzen. Hin-gegen eroberten die Frantzosen an. 1640 Arras , obste daß der Car-dinal JNfant, welcher in der nahe war, etwas wider sie ausrichtenkunte. -Endlich,als er an. 1641 den Frantzosen Arras wieder weq-zunehmcii suchte, starb er darüber. Er hinterließ eine natürlichetochter, cic«x genannt,die an. 1641 zu Brüssel qe»

bohren worden, und den ; sept. 1715 zü Madrit in einem klosterverstorben, in mercu-. Me-rrx. r. 4. j,. 4.,,.

^0// in tzer kll^smeincn scbau-tzükNs 6er vvclr t. r xaA. 186,zo- W.

, ferdinandüs/ Hertzog von Calabrien und Fürst von Tarento ,der älteste söhn Frideritl, Königs von Neapolis, und Jsadellä u-lBalzo, einer tochter Pyrrhi, Printzen von Altaniära. Nachdemsein vater an. 1501 das Unglück gehabt, seines Reichs durch dieFrantzosen und Spanier beraubt zu werden - belagerten auch ihn,welcher damals noch sehr jung war, die letztem zu Tarento , undbrachten es durch bestechung seiner bedienten dahin,daß er sich end-lich ergab. Wiewol nün der aecörd ausdrücklich IMeteWß er zie-hen möchte , wohin es ihm beliebte, so ließ ihn bennvch der KönigFerdinandüs c^NoUcus stach Spänien führen, und daselbst zwareine zeitlang gar Wohl halte», zuletzt aber - unter dem vorwande ei-ner mit Franckreich gepflogenen correspondentz, gefangen setzen.Nachdem an. 1516 letztgcdachter König gestorben - fanden sich un-terschiedene Grosse, deren anhang, unter dem »amen der heiligenJunta oder Ligue, sehr starck wär, welche diesem Hertzoge von Ca-labrien die cronen von.Arägoniest und vön Cästilien, zum NachtheilCaroli j so nachmals der 4 dieses namens Römischer Kayser wor-den, aufsetzen, auch zu solchen, ende dieses letztem vemMwete stauMutter, Johannam, zist gemahlin geben wollen. Allein er wegertesich beständig, solchen vorschlagen gehör zu geben, und zwar nichtweniger aus liebe zu einem ruhigen leben, als aus furcht vor einemwidrigen ansgange. Dieses gefiel Carolo V so wohl, daß er ihmviel gNädrü-bezeugungen erwieß , auch Unter änderst seine stief-großmutter, o,l mLn.,m 6c koix, welche erstlich an FerdinandumOri.olicuw z und hemach 'än Jöhatinem, Markgrafen von Bran-denburg,vermählt gewesen,heyrathen halff. Nachdem er diese seinegemahlin an. iz;8 verlobren, Nahm er das nächstfolgende jähr, anderen stelle, 6e r/lcnUoxg. Ep ließ aber weder vost der ei-

nen, noch von der andern, kinder nach sich, und starb an. t >; ? 9. Lk«-

Lrr/«- 6c red. 8ic>I. virä 6i vei-6. L-ittiol. bild.

6'Lst. LEY- Nill. 6>ng>. 1 p. 71- 147, >65.

Ferdinandüs I, Groß-HertzSg z„ FloKntz, aus dem Hause 6-Mcdicis, Cosmi I söhn- legte an. 1 ^87.im ^2 jähre seines altekssei-nen Cardinals-tzut und die geistliche würde, mit cowe^ des PabstsSixti V, ab, um seinem bruder Francisco zu succediren, weswegener 2 silberne ftüwn, jede 60 pfund schwär, in die Lateran-kirche,zuRom verehrest. An. 1^94 schickte er hülss-völckcr wider die Tür-cken ist Ungarn , und an. 1601 ubMescrte er den von Sebastian,der sich für einen König von Portugal! ausgab j den Spaniern.Nachdem er durch seine flotte die städt Hippon in Astica plündernlassen,starb er an. 1609, und hinterließ von Christum- Hertzogs Ca-roli zu Lothringen tochter,Cofmum II und Carvlum, davon der er-stere ihm succcdirt, der andere aber Cardinal worden. Im übrigenwar er ein Herr von grossem reichthum, gleichwie er auch sein gan-zes land in größ aufnehmen gebracht. Daher ihm nach feistemtode eine metallene statue zü Pferde auf dem platz -<°ll- nuoc.ms zuFlorentz ist aufgerichtet worden. g-neai. ir-i.

Geistliche und andere gelehrte:

wdinandus / vön Aragostien,Ertz-Bischoffzu Saragossa,ein ! ^önl(lö MLdlMlidi von Ävngottli-'n und schviko dtL

eie der Könige von Aragonien , Und noch eme andere von denhöffest desselbigen Königreichs / desgleichen von den vornehm-leschlechtem und Häusern in Castülen, Aragonien, Navarra ,

lonien-und Viscaya,und starb an. i;??.

ervinandüs cl° Talauera/ Ertz-Bischoffvon Granada,ie den zunamen von seinem gebnrts-orte, einem schloste m Al -lien Er wurde aus dem Hieronymiter-orden zum Beicht-> und Ratbe des Königs Ferdinandi und seiner gemahlin Isa-genommen Hierauf wurde er Bischoff zn Avila, und nachrnnq der stadt Granada Ertz-Bischoff an diesem orte, allwo erc°7 gestorben, und einige Missten, die zu beförderung derN rkeil. O v M-