Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

4l4

für

vorbehalten/ woran er sich sonderlich belustigt / ohnerachtet er sehrvom podagra incommodirt war. Starb endlich an. 1698 den 19iul. und endigte damit wieder diese linie.

Bißher ist von den Grafen / so aus diesem geschlecht hergestamt,geredt worden. Nun folgen die Fürsten :

Hermann Egon / erster Fürst von Fürstenberg-Heiligenberg /ein söhn obgemelvten Grafen Egons/ geb. 1627 den 5 nov. war einausbündig qualificirter Herr; setzte sich durch getreue dienste nichtnur bey Chur-Bayern in grosses ansehen/ und ward Churfürst Fer-dinands Mariä?rsmicE,niLrc, und Obrist-Hoffmeister, sondernerwarb auch durch seine hohe meriten Kaysers Leopvldi gnade/dergestalten/daß er und seine Fürstl. linie vor sich absonderlich/seinenachfolgende brüder aber vor ihre person allein an. 1664 zur Fürst-lichen würde erhoben/und an. »667 aufdem Reichs-tag zu Rcgen-spurg / neben denen Fürsten von Ost-Frießland in das FürstlicheKollegium introduciret worden / dahero auch beyde Fürstl. Häusermit einander alternircn. Er starb 1674 den ftpt.ain schlag-fluß,und hinterliesse von seiner gemahlin,Maria Francisca,einer tochterFriedrich Rudolphs zu Fürstenberg -Stuhlingen,6 kinder/ nemlich/Anton Egon / gebohren 1656, verstärke 1716 den 10 oct. von wel-chem unten ein mchrers / GrafFclix Egon / geb. 1657 den rz nov./rclmimttraroi- der beyden Fürstl. Abbteyen / Murbach und Luders,Qsnonicus zu Cölln, Straßburg / Speyer und Costantz, und Chur-fürst Maximiliani Heinrichs zu Cölln, Obrist-Hoffmeister / verließdas zeitliche 1686 den z mart. Graf Ferdiimnd Maximilian, geb.r 66 i den 24 oct. Dom-Herr zu Cölln und Straßburg / starb 1696den 6 mal. zu Paris / als Königlicher Frantzösifcher Brigadier/ undObrist über ein ausländisch regiment. Graf Emanuel FranciscusEgon, geb. 166; den 2 mart. war anfangs cs-ionicu- zu Cölln undStraßbnrg, vermählte sich aber hernach mil Catharina Charlotta,Gräfin von Wallenrod, Frantz Antonii zu der Marck, Wittib / undversuchte den krieg / bliebe aber bey eroberung Belgrad im stürmals Obrist über 2 regimenter an. 1686 den ü sept. ohne kinder.Gräfin Anna Adelheid, geb. i6;8,gamahlin Fürst Eugenir Alex-anders, von Thurn und Tassis, starb 1701 den i; nov. als stamm-mntter dieses Fürstl. Hauses. Gräfin Maria Francisca, war dieerste gemahlin Wilhelms Hyacinthi, Fürsten zu Nassau-Siegen ,und starb schon an. 1691. Ferdinand Friedrich Egon / deraltere söhn Egons geb. 162; den 6 febr. leistete Kayser Ferdinan-de III und Kayftr Leopolden getreue dienste, und war KayserlicherRcichs-Hof-Ralh, Cämmerer und Trabanten-Hauptmann. Erstarb i66;,ehe noch der Kayftr seinen brüderendie Fürstliche wür-de mittbeilete, und hatte zur gemahlin Franciscam Elisabecb, Grä-fin von Montrcchicr aus Lothringen , mit deren er folgende kindergezeugt: Maximilian Joseph bliebe 1676 den 14 aug. in der bela-qerung Philippsburg , als Obrister über ein Schwäbisch Crayß-Regiment zu fuß/in denen -prockcs als er all-zubegieriq nach denenbelagerten aufdem wall geschossen, und als ein treflicher schütz vielerlegt, endlich aber auch durch eine feindliche falconct-kugel getrof-fen,und augenblicklich des lebcns beraubet worden , eine iungegemahlin, nemlich Annam Mariam von Kokorzow aus einem ur-alten Böhmischen geschlecht ohne kinder hinterlassend, die nachge-hehends mit Gras Ernsten zu Waldstein sich vermählt ; MariaTheresia Eleonora, csnonilim zu Buchau; Eleonora, gemahlinJohann Frantzen, Grafen zu Bronchorst und Gronsfcld, Kayserl.Gencral-Feld-Marschalls; Maria Francisca,geb. i6;8eine v^me^'ttonneur.bey der ehemahligen Königin in Pohlen/Eleonora Ma-ria,nachgchends Hcrtzog Carls zu Lothringen , gemahlin,gcbvhrncr

" -- > zu Oesterreich. Fürst Frantz Egon zu Fürstcn-

>crg, der andere söhn Gras Egons, geb. 1626 den 20hlte noch iung den qeistl. stand, und ward bald nach ein-ander Dom-Herr zu Cölln, Straßburg, Lüttich , Hildeshcim undSpeyer , und kam hierauf nach und nach immer zu höheren wür-den; dann er wurde anfangs Weyh-Bischofs und nachzehendsDom-»ocnnu5 zu Cölln, auch Occzull5 des stiffts 8. Gereons da-selbst ; Item Dom-Prost zu LildcsheiM/Und an. 166; den 19 ian.Bischoff zu Straßburg; auch zuletzt Gesurfter Abbt zu Murbach und Luders, wie auch zu Stavlo und Malmcdy, nachdem ihm sol-che Churfürst Maximilian Heinrich zu Cölln abgctretten. Endlichals ibm zu seiner grossen freude, nach eroberung Strassburg , vondem König in Franckreich die o-tz-m-M-kirche daselbst wieder ein-geräumt worden, starb er bald hicraufan. >ü82den 1 apr. FürstWilhelm Egon zu Fürstcnberg, Graf zu Heiligenberg und Wer-denberg, Cardinal Bischoffzu Straßbnrg, ^minig^roi- der Ge-fürsteten Abbley von Stablo und Malmedy, Landgraf im Elsaß,D-c-»uz des Hohen-Dom-Stiffts und Probst zu 8. Gereon inCölln,Lrnonicur zu Lüttich,c omm»nci«-ur des Ordens vom heiligenGeist, Abbt und Her: von 8. Germain ^ zu Paris , Abbt vonGor-e und 8. Vincent <le Laon in Franckreich, auch zu Fecamp inder Normandie ; der 4te söhn,Graf Egons von Fürstcnberg, geb.1629 den 2i oct. ein Herr von hohem verstand und ausbundigerstaats-klugheit, worinnen er der Cron Franckreich grosse dienste,wiewohlen zum schaden seines eigenen Vaterlands Teutscher Na-tion geleistet, auch bey so vielen geistlichen präbendcn dennoch auchein Frantzösifches regiment eine zeillang commandirt; und ob-schon Kanftr Leopold an. 1664 ihne durch vorschub^ftincs brudersFürst Hermann Egons in den Reichs-Fürstcn-Staiid nebst fei-nen übrigen brüder» erhoben, bliebe er dennoch dem Frantzösifcheninteresse bengethan, und brachte auch an. 1674 Churfürst Maximi-lian Heinrichen von Cölln anfFrantzösische feite, welches alles dasübrige gesamte dem Kayftr und Röm. Reich allezeit llevnr undgetreu verbliebene Hauß Fürstcnberg,geändert oder nicht geschehenzu ftyn , wohl härte wünschen und sehen mögen , deswegen auchKayftr Leopold, «hne Fürst Wilhelm Egon, ohnerachtet er bey da»

für

maligen yorgeweftnen friedens-tractaten den eines Manilln kühl!» vorgeben wollen, aber weder von dem Kanter Nückeinigen Reichs-Fursten darvor erkennt worden, zu Cölln aufbebenund nach Wien gefangen fuhren liesse, von dar er nach einiger reit!wiewohlen mit grosser muhe, wieder loß kam. An. 1682 succedineer feinem brüder Frantz Egon in dem Bißthum Straßbnrg, denenAbbteyen zu Stablo und Malmedy , und andern geistlichen vrä»benden, worauf er den geistlichen stand völlig angenommen. An1686 ward er auf nachdrückliche recommendation des Königs i'Franckreich , von Pabst Jnnocentio XI zum Cardinal gemachundan.it'

, m

688 zum des Ertz-Bischoffs'zu Cölln ttnenm,'

auch nach Churfürst Maximilian Heinrichs noch in selbigem iaheerfolgtem tod von denen meisten Dom-Herren an dessen stelle er-wählt. Dieweilen nun diese wähl der Cron Franckreich sehr ver-träglich,hingegen dem Kayftr und dem Reich höchst schädlich war,so bemühete sich Franckreich den nen-erwählten mit aller macht beysolcher wähl zu erhalten, dagegen es der Kayftr anderseits bey demPabst dahin gebracht, daß dieser seine stimme dem Printzen inBayern, Joseph Clemens gab, woraus Franckreich gelegcnheitgenommen,um dieser und anderer Ursachen willen das Röm. Reichmit krieg zu überfallen, worüber der Cardinal alle feine präbendenin Deutschland verlohnen, und sich nach Franckreich retirirct. An.1689 zog er nach Rom , da er als Cardinal von Frantzösifcher par-they, nach dem tod Pabst Jnnocentii XI der wähl und crönungPabst Alexandri V III beygewohnt, von dar er aber wider allesvermuthen gar eiligst wieder hinweg gieng. Nach seiner zuruck-kunftt gab ihm der König in Franckreich tue Abbtey von 8. Gcr-main-ws und an. 1694 die von Fecamp in der Normandie ,auch die < oinmLnllcur-srelle des Ordens vom heiligen Geist. An.1696 wurde er Lsnanicus konorsrius der alten kirche 8. Martinizu Tours, mit beygefügter pi-^ogsnv, daß ins künfftige alle Bi-schoffe von Straßburg diese ehre gemessen, womit dann der Kvnizdem Cardinal wieder ersetzen wollen , was er an präbenden inTeutschland verlohren. Hierauf suchte er die übrige zeit feineslebens in der stille zuzubringen, und starb endlich in der Abbtey zu8. Germain,an. 1704 den 10 apr. Fürst Anton Egon zu Für-stenberg-Heiligenberg, der älteste Printz Fürst Hermann Egons,davon oben, gebohren 1646 den 2z apr. war von an. 1697 KönigsFriedrichs Augusti in Pohlen, statthafter der Chur-SächstschenLande, und starb an. 1716 den ic> oct. auf der reise von Dreßdennach Leipzig , zu Wermsdorff, ohne männliche erben. Seine ge-mahlin Maria von Ligni, eine tochter Johannis Herrn ll-Grogne-vil, Ritters, mit deren er an. 1677 den i ; ian. sich vermählt, starbschon an. 17 n den 18 aug. zu Paris , allivo sie sich lang aufgehal-ten ; welche ihm nebst einem Printzen, der in der kindheit gestor-ben,; töchter gebohren,nehmlich Philippe Louyft,geb. -68°,wurdean. 1700 an den Fürsten von Jsenghien vermählt, starb 1706 anden kinder-pockcn; Louyft, vermählt an. 1704 an den Grafen vonNoy; Maria, vermählt mit Joh. Baplista Colbert,Seignelay, an. 1708, der an. 1712 gestorben, letzt Wittib. Womitalso die Fürstl. Heiligenbcrgische linie bey dem Haust Fürsteuberzerloschen , und die succession so wohl derselben hinterlassenen lan-den , als her Fürstlichen würde, aufdie Hoch-Gräst. Fürstcnberg»Möstkirch und Stühlingischeiinien gefallen, wovon hiernächstemmchrers.

Nachdem nun vorgedachter Massen mit Fürst Anton Egon, derFürstl. äst des haufts Fürstcnberg-Hciliqenoerg abgestorben, feyndnicht allein die hinterlassene lande krasst der vormalen in diesemHochgräfl. Haufe gemachten vergleichen und iMci-commissen aufdieübrige beyde Fürstenbcrg-Mößkirch-und Stühlingischc linicn erb-lich gefallen, so daß jene die Grafschafft Heiligenberg , die Hers-schafften Trochtelfingen und Iungenau in Schwaben , und Wcy-tra m Nicder-Oesterreich,dieie aber die halbeLandgraffchafftBaar,der Wartcnbergische theil genannt, in der thcilung bekommen, son-dere» es bat auch der Kayftr die Fürstliche würde aufdiese beydelinien extcndirt, und zwar so wohl in consideration der hohen meri-tcn Grafcns Frobenii Fcrdinandi von Fürstenberg-Mößkirch, da-maligen Kayierlicbcn geheimen Rath und Cammer-Richters, alsauch des vor Landau an. 1704 gebliebenen Grafens Prosper Fer»dinands von Fürstenberg-Stühlingischer linie,hinterlassenen sohns,Graf Joseph Wilhelm Eberharden, dergestalten prvssicirt, daxhinfuro von jeder linie der älteste, und wann selbiger vermählet undmit üic-clli»n begäbet, auch dessen erstgebohrncr söhn die Fürstlichellißnirät gemessen, und bende Häuser aufdem Reichs-tag ein ge-meinsames Fürstl. vomm haben, die übrigen aber bey ihrer ur-alten Gräsi. würde verbleiben sollen. Diesem nach ist allbier amersten zu bemercken Fürst Frobenius Ferdinand / zu Furstcn-berg-Mößkirch; ein söhn Graf Frantz Christophs, geb. 1664 blichaug. so eben das iahr ist, in welchem die Fürstl. wurde das er«mahl zu dem Haus Fürstcnberg in der Hciligcnbergischen linie kom-men , deren zukünftige conunEon auch bey dem übrigen Haus ausFürst Anton Egons Veranlassung und des Churfürstlichen cossch-ec-immcn^Lciuii bereits au. 1712 von dem Kayftr resolvirtgewejewfolgcnds aber erst nach abgang der Heiligenbergifthen linie aufda»gantze hauß an. 1716 den 29 nov. gediehen ist. Dieser Fürst übteleine und erercitien mit seinen älteren und jüngeren mil-dern Graf Fridrich Christoph , Carl Egon und Philipp Carl amdenen linivcrsitätcnPrag,Würtzburg und Löven mit gleichem ruymund eyfcr, welche sie noch weiter auf ihren reisen in fremde lanvegetrieben, und sich darinnen ungemein fest gesetzt. Nach dessen wotucccciirten dieselbe in der Gräfl. regierung, und in denen Furuen»berg-Mößkirchi'chcn landen an. >68; und wurden an. '687 M"( 7 o!-c!,rc>tx->r bes Grast. Lollec;i>jn Schwaben,und an. 1688 .WachHof-Rath ; nach diesem aber Kayftrlicher geheimer Rath