Band 
Zweyter Theil
JPEG-Download
 

4^6 für

'Allein / als der Bürgermeister Libenus Wichard/ dem Bischöfli»chen Bevollmächtigten / so die vcrqleichungs-punete abgelesen/selbige wegen besorgten eingriffs in die Privilegien der stadl / ausden Händen riß / dieser ihm aber eine Maulschelle versetzte / so kamrö zu einem ausiauff / worinnen der Bischoff mit seinen soldakcusich dcrgantzcnstadt bemächtigte/ und denDürgermeistervierthei-len ließ. Hieraus stjsstclc er an. 1615 eine acadcmie in gedachterstadt/ und übergab sie den Jesuiten / denen er bereits io jähr vor-her eine kirche / covcgmm "und „ovikisr-hauß gedauet. Sonstenwar er auch bedacht/ die einkünsste der klöster in seinem Bißthnmzu verniehren. Endlich starb er an. 1618 im 71 jähre seines alters/und hinterließ eilten grossen schätz / von welchem Hertzog ChristianzuBraunschwcig/ DischoffzuHalberstadt/ als er nachgchendsdas Stifft Paderboril überzogen / ns°°c> thalcr soll gehoben ha-ben. l. 2.;. s>. 17, Lk 176. >. >;>. »p. kerslll.

p. 649. oe. ?. I. zc. 11 § 8. lcliLu-bülme all an. 1604

A: 1617, H-c.

M

Sophia... ^....

als tapfferkcitsolche Hochachtung zu wege/ daß man ihn an. i;;;zum Haupte dieses ordens crncmietc. Anfangs widersetzte er sichden Unternehmungen der Moseowlter in Liefland / und nachge-hends bekam er mit dem Ertz-Tisch.off zu Riga / Wilhelms vonBrandenburg / zuthun. Hierauf überfielen die Moscowitcrvonneuem Liefland / und eroberten verschiedene Plätze. Unter andernrückten sie auch an. i^üozn ende desinlii vor Vellin/ wohin sichFurstcnberg mit seinen kostbartcucu geflüchtet halte. Die g^nilonwurde wegen nicht bezahlten soldes schwürig/ und übergab die festnng den feinden aufaccord — ^ ^ . --- -<>

für

öfftern grosser eintrag geschehen. Wiewohl nun zu Maximilianilzeitcn das fausi-recht abgeschafft / den auSträgcn gewisse gräntze»gesetzt und den appellationen an den Pabst ziemlicher einhalt gethanworden / so hat doch fast zu gleicher zeit die auftichtung der beydenhöchsten gerichte des Teutschen Reichs, welche den namen desCammer-gerichts und des Reichs-hofraths führen, dcm elgeMchso genannten Fürsten -Recht gleichsam den letzten stoß gegeben, so,daß man , nach dem jetzigen zustande des Teutschen staats unsdessen grund-gesetzen, nicht wohl anders sagen kan, als , daß diefachen, so emes Fürsten ehre, leib oder lchnschafften betreffen,dcr'cntschcidung eines oder des andern von den vdmvehnten höch-sten julliciis, oder in gewissen fällen der^ erkäntuiß der gestimmtenReichs-Stände übergeben werden müssen. LEi»z.llsjullic.L«ri>.

r-err lpeciw. jur. publ. I. 6 c. I. lle lirr. illip. c. z §

Lscccj. jur. publ. piull. c. rz h. 15. iinroll. jur. xubl. Le «m

Fürstenwalde / eine stadt, nebst einem amte, in der Mittel,marck, an der Spree, s meilen von Berlin , gelegen. Sie war vorr,ioa>.« ^ Haupt-sitz des Stiffts und Dom-capituls zu Lebus . An.

i sie von den Hußiten, und in dem dreyßig-jährigen kriegevon den Kaiserlichen in die asche geleget; an. iaber von einemvon Birckholtz, und seinen gehüllten, dem von Minckwitz zu So»nenwalde und einem von Schlteben, geplündert, weil der erste mitdem Bischoffc in grosse streitigkeiten gerathen. gL-ar-

geogi. k. >. p- ro;. Lax.

FüristenzeU / ein reiches Cistercienscr-kloster im Bißthnm Pas-». und dem Bayrischen pfleg-gerichte Grießbach, zwischenOr,

sau

^ , cd. Den Furstcnberg aber/dem alle Hcinrich

seine guter abgenommen worden / sühretc man nach Moskau gc- x. ,96.

saugen/ allwo er auch gestorben. cenFö-v. cUru». iäv»n.

Lsxo». stjst. 1.16 llc;6. colioogr. lle

^tolclioium bcllis.

Fürstenbercter/ ist ein altes berühmtes gcschlccht/so von Cölnhcrstammet/ allwo Conrad I-u. v. des Kayscrl- Cammcr-ge-richts zu Spenr /ruvu»r und Ftirstl. Clcvischcr rath gewesen; dci-scn söhn Heinrich/ wäre glcichfals vEIui-. und sein söhn glei-ches namens begäbe sich nach Müllhausen in das Elsaß / erzeugtedaselbst Jacob / welcher wcaeu sciuen mcritcn an gcbachlcm vrtzu einem Lcckcimcistcr und Raths-glicd angenommeu wurde;dieser hakte von Rosma Engelmännin nebe» ander» kinder» Phi-lipp Heinrich und Josua/ von denen jener an. isz i ged. sichnachqchciids zu Basel gesetzt!/ und PhilippHeinrichdesgroffen/samt Johannes des kleinen Raths/ so noch beyde im leben/ hin-terlassen. Josua abcr dcr iüngere an. 164s geb. legte steh auf dieNull,-, und Iieffesich an. 1671 zu Straßburg über seine gemachtepmgrcMu; m ju,c mit grosscin rühm epamiiiirci!/ zogevarauffwic-der nach Mlillhauscii / wurde an. 167z Etadtschrcibcr und an.

1699 Bürgermeister daselbst/ in welchem clEL^cr er sich auch beyder gesamten Endqnoßschasst wegen seiner klugen anfführung nichtwenig elli,nc clwörbcn. Er hat aus denen schrillten des Archivsdie ftirnchmsten geschichtc der stadt/ ihre verträg / llswc.-> und an-dere wichtige vorfallenheitenseliicr posteritäl zum besten in ichöncrvrdmmg hinterlassen.

Fürstcnfeld / ein schönes und reiches Bayerisches kloster imBißthnm Frcyimgcn an der Amper / gehöret denen 0. n. des Ci-stcreimser -ordens. Es wurde von Ludwig dem strenctcn/ Hcr-tzvgin Bayern/ zli biissung des seiner gemahlin aus'ungegrün-detcm verdacht an. i r/r angethanen todes/ ausbefthl Pabiis Alc-pandri IV aufgebauet. Es hat eiucanmulhigclituatiou/ und nochheut zu tage au stattlichen cmknnffteu und guten frcyheilcu kciiicnMangel. Valcvmarus/ein Abt dieses klostcrs/ warben HcrizogLudwig Rath / und schrieb ein Bayrisches cMoMcon. so m denFürstlichen archivcn behalten wird/ und von Avemmo wohl ge-braucht worden. Diesem kloster rst einverleibet die berühmte wall-fartzuSt.Lcouhardiii dcmficckcll Fmhofcii/ eine stund vvn demBayrischen stadllein Alchheim entlegen/ zu welcher so wohl ausBayern als unter-Schwaben ein grosser zulauff geschiehet. Eswohnen daselbst 6 oder? Priester beysammen / welche den Gottes-dienst zu versehen aus dem Fiirstenftldlschen Coiivent dahin abgc-schicki/ und wieder zurück beruffen werden. i. 7. c- 7.

1 1. rü. x>. idz. (.V/ngr. L. Lernli. *

Alpssrn-Brcht / (das)lat. jullicium, jus. oder conii!ium?r>n-ripum, bedeutet in der khre des juiiz publici eine dem Kanser zu-kommende gemalt, m solchen fachen, die eines Reichs - Fürstenleib, ehre oder Ichnschaffl betreffen, einen endlichen ansspruch zutbun. Gleichwie wegen dem eigentlichen Ursprung dieses rechtskeine gewisse Nachricht vorhanden; also finden sich, was dessenwahre vcstchaffenhcit anlangt, unter den Pudlicisten gar unterschie-dene imymingcii, insonderheit darüber, ob srlbiges der Kaysergantz allein, öder mir Zuziehung der übrigen Reichs - Fürsten, zucrercircn gebabt, ingleichcn ob es heut zu tage statt finde. Von denzeicen der Carolingischen Kayser biß auf Mariimliamim l trifftman in den Historien genug erempel an, daß es in Übung gewesen,und zugleich daß dabey die Kayser ordentlich nichts ohne Rath derondern Fürsten geschloffen; welches letztere einige dem freyen wil-len , andre aber der schuldigkeit der Kayser zuschreiben. In wäh-render oberwehnten zeit, vornemlich nach dem tode Friderici ll, istdem ^rc.r.o des Fursten-Rechts theils durch das eingeführte stillst-und kolben-recht, theils durch die willkichrliche auskrage, theilsauch durch d>e an den Römischen Hof gerichtete xrw ocmiv»«, zum

tenburg und Sarnbach gelegen, soll einen Passauischen Dom-herrn > namens Hardewig, zum stiffter haben, dem aber Hertzogvon Bayern , Ottonis brnder, viel Vorschub darzu gethan.

Furch / der relchs-hof-marckt, Iiegt in dem Anspachischen,ei.ne kleine meile von Nürnberg , zwischen der Pegmtz und Rednitz,von wclcherchn der berühmte Pirckheimer ULjectun, 30benennet. Leinen Ursprung hat der ort dem Kayser Carolo Lst zudancken, welcher cinsmals in selbiger gegend ftin nacht-lager ge.halten, und well er nebst des heiligen Divnyfii reliquien auch 8.Martini Ehor-kappe mit sich gefuhret, zum andencken des letztgc-dachten Heiligen, allda eine capclle erbauet, nach welcher hernachdas gantze land wallfahrten angestellt, zumal da von dem Pabst-lichen Höfe sehr reiche und vollgültige inlluißemicn verwilligct wor-den , dahero man zu Verpflegung der pilgrimmc Herbergen angele-get , dadurch der ort nach und nach sich mcrcklich zu vergrößern be-gnute, wiewot ihn nachmals Lcuthclffein söhn Ottonis N. ver-heeret. Er hub sich aber bald wieder empor, und war dem HauseBayern zuständig, von welchem er durch schenckung Kaysers Hcn-rici II an. 1007 an das Bambcrgische Hoch-Sliffl gelanget seynsoll. Die Voigtey über Fürth und einige benachbarte örter gehör-ten anfänglich den Grafen von Lasse!,von welchen sie an die Marg-grafen vvn Vohbnrg kainen, die zugleich Burggrafen in Nürnberg waren. Da nun nach abgang dieses Hauses erst 7 berührte Burggra-stn-würde an die Grafen vvn Hohcuzollern fiel, erhielten sie auchdie Voigrey über Fürth . Gegen das jähr izo; hat BurggrafCon-rad seinen anthcil glcichfals dein besagten Hoch-siiffte Bambcrggeschencket, welches die einkünffte durch einen dazu verordnetenAmrman» verwalten lässet. Immittclst bleibet doch Brandenburg-Anspach r-rricoriLl Herr, welcher daselbst ein geleits-hans aufge-richtet , und darein seine beamtc gcsetzet. Die ansticht über die kir-che, wir auch die crsctzuna der vfarr-uiid schul-dienste gehöret demMagistrat zu Nürnberg . Im übrigen hat dieser marck unterschied-'liehe schöne frevhciten. Wie ihni denn Kayser Heinrich der IV, davorher sein varer solchen jahrmarekt von Fürth aus andmvärlighin verleget gehabt, das recht müntze zu prägen und einen zoll gc-sthcncket. Nebst diesen allen hat auch Fürth dieses yiivii-glum er-halten, baß, wann bey dem damals im schwänge gehenden fmisi-und kolben-recht ein kampff-gcrichte von dem lanb-gerichte desBurggrafthumö Nürnberg angesetzet gewesen, die streitende var-theyen nach Fürth gefordert, und dastlbst der kamvff-platz angewie-sen worden, da denn die Fürthcr allezeit die sthrancken schlagenmüssen. In dem drcnßigjahrigen kriege griff der König Gnsta»Adolph oynweit hiervon die Kayftrlichcn in ihrem vertheil an,wurde aber abgeschlagen, daß er in ihr lager nicht eindringen moch-te. Nach abzug des Königs wurde Fürth von einer Kaysirlichenparlhey ausgevlündert, und in brand gesteckt, und was dieseetwannoch übergelassen, äscherten die Croatcn an. 1H4 gar ein. Dochnach erfolgtem frieden ist dieser hof-marckt nach uns nach wsemangewachsen; wiewol an. iü8o durch eine feuers-brunst deyelbcngröster theil in die asche geleget wurde, so aber wieder anlehnlichaufgrbanet. Ausser den Christlichen einwohnern hat sich eine großemenge Juden angehäufter, welche sich auf etliche tausend stelen oe-läusst, ohngcachtcr an. 1528 nur ein cintziger Jude aufeine gewMangedingre zeit sich aufzuhalten erlaubniß gehabt, an. izzsaverein reicher Jude, der Michael Iud genannt, das erste mden-haWgebauel. Heut zn tage haben sie 2 haupt-und verschiedene hauß- »nagogcn, viel bauß-schulen, auch gar eine jüdische hohe sthule n«yund nach zu stifftcn sich unterfangen; wie dann bereits 2 anlehimawsogenannte L' oder allgemeine lehr-häuftr voryanocn,

auch die menge der studierenden Iuden-söhnen,die von vcelen ssem-

dcn orten sich dahin begeben, ihr vorhaben genugsam eindecket. L?haben auch diese Juden ausserhalb Fürth , wo ehedenm der «> »schind-angcr gewesen, ihren begräbniß-ort nebst cincm daweo Kbancten spilal, woselbst einige ihrer raritäten wegensehens-!vurc>»sind. 2k,/-X ö« ro^-ogr. priwran, bcricdc von lurr