Band 
Zweyter Theil
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die stadt, dem Rußischm Fürsten Menzikoff, rosooo thaler ausge-zahlt hat. Es hat diese stadt neben andern Privilegien von dem Kay-ser Friderico I die freyheit von allen Elb-zöllen bis in die offenbaresee erhalten/ jedoch/ daß sie schuldig seyn solle/ den Elb-strobm vonallen see-räubern zu befreyen/ welches xr-vüegwm Kayser Frideri-cus II bestätiget. Von dem Kayser Friderico III hat sie das stapel-recht/vvn dem Kayser Sigismundo aber recht/ göldene und silbernemüntzenzu schlagen erhalten. An. 1703 entstünden WischendemRath und der burgerschafft grosse mißhelligkeiten / welche zu stil-len ein corpo vvn Nieder-Sächsischen cräyß-crouppen 12000 mannftarck anrückte /und der stadt mit einer belagerung drohete.Hieraufwurden nach gepflogenen tractaten r;oc> mann eingenommen/ undeine grosse Kayserliche commiMon die sache zu untersuchen aufge-richtet. Unterdessen gerieth der bekannte ksllor 0. Krumholtz inarrest / und bekam von der univ-rlstät Tübingen dieses urtheil: daßer von seinem pLitor-u solle abgesttzt werden; daß er dem Rath undandern coücZlir, die er beleidiget/öffentliche abbitte thu«/ und dieunkösten des proceNes bezahlen solle; endlich daß er sich reverilrcnsolle/ sich weder clireÄe noch zu rächen. Die 2Äen wurden

hierauf nach Wien geschickt / von dar man den endlichen aussprucherhalten/ und ist crmeldtcm 0. Krumholtzcn am 1; > febr. an. 171 ldasend-urtheilauf dem rath-hause xuKKciret worden / krafft des-sen er aller seiner ehren entsetzet,,zu ewigem gefängnisse verurthei-ket, und zur rcllirurion der Unkosten cnncl-mniret worden. Manhat ihn hieraufdes andern tages über die Elbe nach Harburg ge-bracht/allwo er von dcnLüneburqischentrouppen angenommen/und von dar nach der Hannoverischen festung Hameln , um daselbstewiges gefängniß zu halten/ gebracht worden. Es sind auch nach-gehends die commiillo/15-troüppen sämtlich aus Hamburg abgezo-gen/ und hat also der streit sein ende erreicht. x/ELffmorop, x-r-

tik, ; L/z-i/e-". Ocrm. /Vnc. 44<ilgcin. ckron. <7^7-

1kill. L-ixori. P-lrz, cie rcp.kst-ln-

terc X/rrz-ffz/iZ-i cic civir. imp. oriZg, I-Ismb. ^oüe« isagoge

rll Kitt. c kers. Limkc. an. 1704. p. ;8.

»"o/st. ?. 1. p. 77l. ktt-'o/-. -'ei/e». ?. ;. L-vr». üe Ln>

IS41.

Daniel / ( Jo. Baptista ) ein berühmter FrantzösischerGeistlicher und nkitosopku; , war an. 1624 in der Normandie vonNicolao 6u Hamel / einem Advocaten / gezeuget. Den ansang sei-ner studicn legte er zu Caen / die rk-tvric aber und pkiwiopkie er-lernte er zu Paris . Insonderheit legte er sich auf die mrrkciin.und schrieb in dem i8dcn jähr seines alters einen kleinen tractat/worinuen er des Thcodosii bücher von der chk«,-/- erklärte/ gleich,wie er auch bald darauf eine rngonom-rri- c-K'rte. Im lyden jährseines alters gicng er in die conxrcß.icionc-2 o»rorü, worinuen erio jähr verharrete / bis er nach diesem eine Prediger-stelle in demdorffNeuiüy an der Marne bekam / und an. 1656 machte ihn derGroß-Almostnier von Franckreich, Cardinal AntoniusBarbarini/zmn Almostnicr des Königs / da er nicht allein die bücher fleißiglaß/ sondern auch an. 1659 einige fachen zu schreiben anfieng.Als Colbert an. iö6ü die Lcrllcmic der wissenschafften stisslete,wurde er zum 8ccrc»ric, darinnen verordnet. Weil er auch einensaubern Lateinischen kyium schrieb / wurde ihm das buch von denrechten der Königen von Franckreich auf die Niederlande in dasLatein zu übersetzen aufgetragen / welches an. 1667 unter dem

titul : iicgin« LkrilliLnillima: jura in clucsrum KrLkznriL , üc slior

^iiionis tiissanic« vrincipsw; heraus kam. Als Colbert von Croissyan. 166z zu dem Attischen friedens - schluß geschickt wurde, nahmer ihn als 8ccr-rLrium mit sich dabin / und von dar in Engelland.Er kam über Holland wieder zurück in Franckreich / und schriebviel jachen / zumal an. 1678 sein ffllKcmL pkiwiopkicum oder ?Ki.

tolopkism vcrc/cm öe uovZiri »cl uiuni 5cko>« sccomrriogLtLM inrcgi- »urgunctis p-rrcL^rLin. welches sehr wvhl aufgenommenwurde / und an.läyi sein ffllk-ms rkeologicun, oder Meolvßirn,tpcculsrriccn, öc prLÄicsm juxr-, L8- ?Liruni llogmirs pcrcrLötLrsn,»

in 7 rnmis. Er starb endlich den 6 aug. an. 170S. Seine übrige

schrissten sind : sll/cmomiL pkvkcs ; mereorir öe tollstiku5 ; üeconleniu vcteris öc novL pkilotöpki/r ; ciillcri. lle privllcßüz monall.8. ücrinLni ksriiicnlls; lle corporum sllcÄlonibur; lle wcnce ku-»NLN 2 ; lle corpore snimrco; Oper» pkilolopkics öc sllronomic» ;über irpienri« ; rkeologi.i: clericorurn leminsrüs sccomwogLcLtliimmrri'um; inltiruriones kiklics: ; commentzrii in pHImos, librorL^Iornonis L LcclclrLlticu,» ; regiL sciencirruin scLilerniL kiitori» ;

bikü» 5 -cr/l vul^-kL ellikionir. "Seine philosophische wcrcke sindan. 1681 zu Nürnberg in vier bänden in 4 zusammen gedruckt.

bto2/<, ü//cr. tepcccnbrii 1707 p. zoo. bist. «Zu re-

nouvcll. <le I ^cs-l. cler tcienc. p. iqi.

^amclmann / (Hermann) war zu Osnabrüg in der neu-stadtvon Eberhard Hamelmann / einem L-nonico daselbst / gezeuget.Er legte zu baun den gründ seiner studien unter dem «---Lore Stel-!ing in der Iohannis- schul, und als selbiger zum LeÄ-,r- beydem 6ymn->go allda beruffen wurde/folgte er ihme dahin. Hieraufbegab er sich auf academien / und als er sich in der theologie vestgesepet, fieng er an Lutheri lehr zu Camcn vorzutragen. Als manrhn aber von dar vertrieben / nahmen ihn die Lano,ii-i zu Bilefeldauf/ woselbst er die jugend in den Psalmen und in dem catechismoLutheri unterrichtete. Allein weil er auch allhier viel feinde fand/muste er sich an. r??4 von dar nach Lcmgou verfüge» / und alssich daselbst gleichfalls einige urwuhen erregten / wurde er durchVlatennm / den Cantzler von Düsseldorfs / genölhigct / sich von darweg zu begeben. Er wandte sich dannenhero nach Rostock / umnach des Magistrats zu Lemgou verlangen in OoÄor-m rKcoiogiL<u p--omovireii. Nach feiner rückkunsst bemühete er sich/ die Graf-

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schafft von annehmung des iiucrim- abwendig zu machen Anberief ihn der Printz von Oranien zu dem coiioouio nach Ani^/pen, worauf er von dem Hertzog Julis zu Draunschweia zMSuperintendenten zu Gandersheim voc.rt, und daß er diein dem Hertzogthum Braunschweig nach der Augspurqischen^.kell.on reforimren solle. An. i;sz wurde er Genera!-Suvemktendent in der Grafschafft Oldenburg / und starb an.i

schrissten sind: commcottriur IN pcmLc-uckum; killoriL VVcsiviulorum tecul.l 6 ; ckronicon OlclenburZicuw Lc. a-. kia».'

k. i p. 7-.

hameln / oder G-uernhameln / eine zum Chur-Braun-schweigischen Furstenthum Calenberg gehörige stadt und vesiuman der Weser / 4 weilen über Minden / wo sie den Hamel-« msich nimmt / von dem ein arm zwischen den mauren und wall derstadt durchgehet. Die stadt ist in die runde gebaut / braucht drenviertel stunden zu umgehen, hat 4 tbore, 2 Haupt-kirchen, z ho«täler, und solche Wohnhäuser, wie sie sich zur nahrung der bür«,die in ackcr - bau und bier - brauen bestehet / schicken. Sie ist vonalters her wohl bevestigct, und noch zu ansang des 18 stenli mvortrcfiicben -lct-wiE - stand gesetzt worden / wie sie denn als diegräntz-vestung und schlussel derBraunfchweigischen landen von dir.ser seile anzusehen. Es soll diese stadt gar alt, und von Bernharde,Grasen von Engern, zu deren erbauung gelegcnbeit aemacht wor-den seyn ; denn als selbiger samt seiner qemahliu Christin« zu demChristlichen glauben bekehrt worden, sollen sie das bey der Hame-lau gestandene gotzen-bild Wvs zerstöhrt, und an dessen stallan. 712 die Münster- oder stiffts-kirche 8. Bonifacü erbaut haben,worinuen noch anietzo unter einem Probst und v-ono ein c°üi-xiu/n c.-no»>corum, Augspurglschcr coofcll/on zugethan, sich be-findet. Dieselbe hat er samt dem damals darbcy liegenden mcyer-hofdein Stifft Fulda verehrt, welche -lEw-, Kayser CarolusZ!.nachgchcnds besichtiget, worauf der meycr-hof bey der Hamelauwegen der erbauten coin-ßi-c-kirche mit der zeit volck-reich wor-den , so, daß aus den da herum liegenden 10 dörffcrn die stadt Ha-meln entstanden, und von ihren damaligen Herren mit freyheit«begnadigt worden. Als nun diese stadt von jähren zu jähren M«nommen, hat der damalige Abt von Fulda an. ir;y dieselbe wi-der der einwohner willen dem Bischoff Wedckindo zu Minden znverknusten sich unterfangen. Als aber der Bischofs die stadt mitgemalt ihm linterwürffig machen wollen, hat dieselbe sich unterHertzog Albcrtum N. zu Braunschweig und Lüneburg , als ihrenLands-Fürsten und Erb-Hcrrn, begeben, welcher sich ihrer ange-nommen , und alle derselben rechte besichtiget bat. Sie ist solider»lieh berühmt wegen des zufalls, der sich den 26 jun. an. 1284 da-selbst begeben haben soll: Denn als die einwohner sehr mit ratzengeplagt waren, gab sich ein musicant an, mit dem erbiethen, sel-bige vor eine gewisse stimme gelds , die man ihm auch vmviiligte,zu vertreiben. Als nun hierauf der Pfeiffer seine pfeisse anstimmte,so tauchen ihm alle ratzen in der stadt hinten nach, gicngen mitihm in den fluß hinein, und ersoffen. Da solches geschehen, for.derte er seine zahlung, welche ihm aber verweigert wurde. Darauffieng er ein neu stücklein an zu spielen, wodurch alle kinder in derstadt männlich - und weiblichen geschlechls dermaßen bezaubcrtwurden, daß sie ihm durch die bungelosc gaffe nachfolgten bis zueinem nahe bey der stadt gelegenen derg, der Ruppelbcrg ge-nannt/ welcher sich eröffnete, und alle mit einander verschlang,bis auf ein einchges, welches zurück blieb; und, wie einige vorge-ben , sollen die kinder nachgchcnds in Siebenbürgen wiederumgesehen worden seyn, und die allda noch befindliche unter dem na-mcn der Sachse» bekannte eimvohnere Teutscher svraach ihrenUrsprung haben. Zum andcncken dieser traaddie wurde verordnet,daß man in allen öffentlichen schrissten nach der zahl von Cbrisngcburt auch der zcit, wenn diese kinder von dem berg verschlungenworden, gcdcncken solte. Ob nun gleich viel solches vor einewahre Historie haben ausgeben wollen, so hat es doch Mach«Schoockius weitläufftig widerlegt, und für eine erdichtete fabelgehalten, zumal da es mit keinen gnugsamen zeugniffen bewieienwerden kan, die Sachsen auch schon lange zuvor in Siebenbürgen kommen sind. Die übrigen gcschichte der stadt betreffend, so Wsie an. ig;i und ir6o durch fcncr, und iz:r, 16;;, 164z ourHcrgiessung des Wassers zimlichen schaben gelitten. Allhier hub«an. z die Kayserlichen, welche die von den Schweden belMiestadt entsetzen wollen, in einer schlackst 6000 mann verlohren, wor-auf sich die stadt so bald an Schweden ergeben. wss°gr>

Lruniuic. p. yg ae prsstigü« s-emonum l- > c.

^e exiru bismelenli. in musur^is t. rl. -

c. z. §cz,ooc/i/-t-cle tskuls kirmetenll,

->n. ;i.

^amervleben / ein reiches Augustiner-kloster in dem stthum Halbcrstadt, welches Remhardus, Bischvff zu Halber« <an. no 8 vor Osterwick angelegt, und 4 iabr hernach dem MWPancratio zu ehren hiehcr versetzt bat. Mechlildis, des MWfen zu Sachsen , Friderici von Sommcrscburg gemahnn,vielleicht durch ansehnliche Verehrungen die groste uriach oarzu sgeben haben, daher» sie auch von einigen snr die stWrm muden ausgegeben wird. Hugo ci- 8 . Victor soll sich gle>« naw «v

fun-lscion ällhicr aufgehalten haben. Ob schon in dem land per

wenig Catholische, so ist doch diesesklosteriwchimmerim«und erhaltet seine zahl Augustiner - ordens - brudcr. WMreich, so ist es denen repreimkcn, wann anderer orten denen:testirenden ihre kirchen- gülere genommen worden, von zzeit unterwoMn gewesen. rcr.Q-rm. rsw. l