unterließ er nicht allein zu erscheinen, sondern er nahm auchGatea-cium Visconti,den Maylandischen ouuvern-u-,welchen derPabst inbann gethan,in seinen schütz, unk) Er gieng ohne Iohannis bewil-kigung in Italien , und empfieng die Kayftrliche crone wider seinenausdrücklichen befehl.Aües dieses nahmJohannesXXII »»gemeinübel auf, verbannele Lubovicum als einen ketzer, und verboth allenStänden demselben binfübro als einem Kayser gehorsam zu erwei-sen. Im gegentheil aber beschwerte sich der Kayser über das vor-nehmen des Pabstes/berieff sich von ihm auf ein allgemeines Con-cilium,und bezeugte,er glaube nichts wider die Römische kirche , erwolle ihre rechte und ansehen aufdas beste beschützen, auch ihrefeinde zu dämpffen sich lassen angelegen seyn. Er wolle dem Pabstgehorsam erzeigen, und alle Hochachtung vor ihn haben, dabey aberdurchaus nicht zugeben, daß des Römischen Reichs gerechtsa-me geschwächet werden sollen. >n) Hiedurch aber ließ sich derGabst von seinem vornehmen nicht abwendig machen, sondern ver-bannete Ludovicum übermal, entsetzete ihn seines amts, und ließihn nochmals vor gericht laben, auf daß er das wider ihn gefällteurtheil anhören möchte. Kicic) Um dieser ursach willen ließ Lu«dovicus an. izr/einen Reichs-tag nach Regenspurg ausschreiben,auf welchem die meisten Teutschen Fürsten geistlichen und weltli-chen standes erschienen, und den einhelligen schluß machten, derKayser solle wohl acht haben , daß die Teutsche freyheik nichtmit dienstdarkeit beleget, hingegen die Majestät des Reichs demfeinde aus dem rächen gerissen würde. Daneben wurde beschlos-sen Pabst Iohannis XXII Handlungen wären unkräffiig. Mansolle alle diejenigen, so selbige behaupteten,für Reichs-ftinde hal-ten und ihre guter einziehen. >») Dem ohngeachtet versuchte Ludo«vicus alles,wodurch er denPabst gewinnen,und sich mit ihm versöh-nen zu können glaubte. Zu diesem ende sendete er gewisse gesand-schafften nach Avignon , und ließ um die loßzählung von dem bannbey dem Pabst demüthig anhalten. Aber vergebens. Denn es wol-le der Pabst Ludovicum eher nicht hören,bis er das Kayserthum ab-geleget, sein darauf habendes recht fahren lassen, und als eine xri-v-k.person sich dem Päbstlichen urtheil unterwerffen würde. Ludo-vicus war eben, da dieses vorgieng, zu Rom , und weil er den unver-söhnlichen haß desPabstes sattsam abnehmen konte,that er ihm wie-der einen corr.klagteIohannem in gegenwart des gantzenRömischenvolckes wegen vieler entsetzlichen lasier an,mmm)fttzte ihn öffentlichab,nnn)und hingegen an feine stellePetrum -leCorbario,welcher sichnach diesemRicolaum V nennete,und dessen oben gedacht,ein.Wie»wol da Nicolaus zum creutze kriechen,und vor seinem Gegen-PabstJohanne zu Avignon sich demüthigen muste,da es auch demKayserselbst an gelbe und Mitteln dieses ocKiMm weiter zu unterhalten ge-brach, muste er dem Pabst von neuen gute Worte geben. Erließ eingar demüthiges schreiben an ihn ergehen,ooo)er sendete eine gesand-schafft nach Avignon , mit befehl, einen frieden mit dem Pabst zuschließen, auf alle nur von ihm selbst gethane vorschlüge, wenn sieänderst ohne die gröste schände und schmälcrung der Hoheit einge-gangen werden könten. Selbst einige Churfürsten des Reichs, alsIohannesKönig vonBöhmen,undBalduinus derErtz-Bischoff vonTrier,legten sich als mittels.personen dazwischen,und suchten durchihr ansehen diesem so langwierigen streitein ende zu machen. Alsosetzeten sie folgende bedingungen, welche sie meineten, daß von bey-den theilen ohne sonderlichen schaden ein friede gemacht werdenkönte,auf. Ludwig solle seinem Gegen-Pabst gäntzlich absagen,undihn »erschweren; von der-ppellsnon, so er an ein allgemeinescllium gethan, abstehen; alles was er wider die geheiligte person desPabsts und dieRömische kirche vorgenommen hätte, kräfftig wider-ruffen ; erkennen, daß er unrecht gehandelt, und in den bann billigverfallenM der gnade desPabsts übergeben,und seinem ausspruchunterwerffen. Jedoch solle Ludovicus dabey in seinen wurden undehren,auch bey dem Kayserthum lebenslang verbleiben. ???) Soschwer auch diese bedingungen zu seyn schienen, so grosse tust hattedoch derKays.aus hertzlicher liebe zum frieden dieselbe anzunehmen.Jo.XXII verwarfhingegenauch diesen friedens-vorschlag,der vorihn bcnoch so vortheilhafftigwargmd gab den unterhand!ern,als siebey ikm um annehmung dieses friedens anhielten,zur antworck^hrwisset nicht was ihr bittet. Also war auf einmal alle Hoffnungzum frieden und einkracht zwischenReich und kirche verschwunden,hoch da ein schneller todJohannemXXIIa.i;24 aus dieier zeitlich-keil abforderte,ggg) und die CardinaleBenedictumXII,oder wie ervorher hieß, den Cardinal Blancum, rrr) einen frommen gelindenmann, auf den stuhl setzten,siengLudovicus von neuen an wegen fei-ner baldigen loßzählung von dein ban gute Hoffnung zu schöpfen,dar-um fendete er rOettinqis.Grasen nebst einem sehr demüthige schrei-ben ^)anBenedictum ab,und bat um seine wiederaufnehmung inden schooß der kirche.Hiermit war der neuePabst ungemem wol zu-srieden.Er nenneteLndovicum in öffentlicher versamlung derCardl-näle den edelsten Fürsten aus erden, und die Teutsche n-m»n einentrefflichen zweig der allgemeinen kirche. Er wolle dem vorseyendenfrieden um so viel desto weniger etwas in den weg legen,lemehrIta-lien von tyrannen, Armenien aber von beyden geplaget, und dasReich sowol als die kirche durch so viele unnotbige zwistlgketten mden stand gesctzet worden, daß es beyden in der äussersten noth nichtbeybringen können. Endlich sagte er öffentlich, die Hartnäckigkeitseines vorfahren sey an allem schuld. Denn als man ihm vorhielte,Ludovicns hätte sich gleichwol an der kirche Gottes vergriffen, undsolche durch seine Halsstarrigkeit nicht wenig geärgert;, >a, antwor-tete Benedictus, wir haben lins vielmehr an ihm vmundlM. Er,Ludovicus,hätte sich wol mir dem stock in der Hand zu den mien un-sers vorfahrenJobanis niedergeworffen,aber dieser hat lv» mcht an-nehmen wollen. Alles was Ludovicus gethan hat, bat er deswegengethan,weil er aus einem gerechten zorn dazu gereitzet worden.
Roberlu^vönAvE von Valois und
zu vergleichen grossusth^^^^ mit demKayser
sem vorhaben abwen^ M macht von die,
ten ohnedem damals dieBäksi- «rrantzoniche Könige kon-
gewärtig seyn, als ehemahls sein vor8
kw?^^st wissen ließ, daß er mir hülffdes Köu-qs
absitzen und einen
Wahlen wolle. Denn durch alle diese dinge wurde dere^M^n^'^bende Pabst in solche verwirrte umstände^gesetzt, daßw ^^uer greiffen, oder wohin er sich wenden sol-
KaÄ nn«-- ^ bevenck-reit, und ließ die gesimdschafft des
^ b. k., °^ !^^.^r/achen wiederum zurück kehren, x») Dieseraberruhete noch nicht,sondern schrieb vielmehr a. i;; 6 nach Speyer sänds^ffi aus,und schickte von da eine abermalige
Avignon,um sein schon offt ergangenes bitten nochVenedicto zu wiederholen. Dieser empfieng zwar die^Uhasster ^hr gnädig,bezeugete aber mit vielen thränen,wie leid^ ihm wäre, daß er durch die Frantzosische drohnnaen abgehaltenm Kaysers rechtmäßiges begehren zu willigen. Mso merckteLudovicus mehr als zu deutlich,daßPhilippus vonFranck-A'A'hm mn meisten im weg stunde, und durch seine macht verur»sachte, daß man an dem Pabstlichen hos alle Vorstellungen verwerf-srn muste. Um dieser ursach willen bemühete er sich, die Frantzösi.^ zu brechen,lind durch seine waffenPhilippum aufanberegedancken zu bringen. Es war Franckreich ohnedem schon in einengefährlichen krieg mit Eduardo vonEngelland verwickelt,und Ludo-vlcuserarlffdeßwegendleparthey dieses letzter«, machte ihn zumVerweser oder v-c-ri» des Reichs,und ließ hingegmPhilwpoVale-sio, dem Frantzvsischen Konig , zu entbieten, daß er auffhören solledieReichs-lande mit unrecht an sich zu ziehen, die lehn von ihm em-pfangen,wegen der mit Eduardo habenden »reitigkeiten seinen aus-spruch erwarten,oder widrigen falls ohnfehlbar des Wegs gewärtigseyn. M) Es hätte damahls gar leicht wider diese mächtige croneetwas fruchtbarlichs ausgerichtet werden können. Denn die Für-sten von Brabant , Geldern, Mich, Holland , nahmen sich dieserfache mit groftem ernst an,drangen in gestllschafft des Königs Edu-ardi bis nach Anjou in Franckreich ein,und trieben Philippum der-maßen in die enge, daß er sich mit seiner armes im seid nicht scheulassen dorffte. -33») Gleichergestalt hatte der Kayser von Eduardoeine erstaunende geld-summe empfangen,damit er die fübrung dieseswider Franckreich entsponnenen Wegs sich mit desto grösserm eyftrmochte angelegen seyn lassen. Kbdb) Doch als Ludovicus das vonEduards versprochene geid grossen theils empfangen, zauderte ernicht nur mit Übersendung der verheißenen bülffs-völcker, sondernschloß auch, ehe man sichs versähe, «mit Philippo von Franckreicheine» besondern frieden. Denn nachdem dieser Ludovicum vor ei-nen rechtmäßigen Kayser erkennete, auch zwischen ihm und demPabst ein gutes vernehmen zu stifften und zu unterhalten versprach,
meinete Ludovicus, er habe schon Vortheil genug erhalten. Erkündigte deswegen Eduardo das bündniß und anvertraute vicsci-tauf, und legte die wider Franckreich ergriffene Waffen nieder,cccc) Jedoch hielt Philippus , was er versprochen, sehr schlecht.Denn ob er sich gleich äusserlich anstellrte und bemühete, zwischendem Pabst und dem Kayser einen frieden zu stifften, so verhin-derte er ihn dennoch heimlich mit allen kräfften. Denn es führtesich Benedictus nach diesem fast härter, als er sonst gethan, gegenLudovicum auf. Er empfunde sehr übel, daß die Churfürsten mitdes Kaysers bewilligung das fwllus Nenlenle. oder die so genannteChurfürstliche verein getroffen, llll-lu) in welcher sie nicht nur dasverfahren Iohannis XXII noch einmal als unkräfftig verwarffen,sondern auch zugleich die ihnen bey derKayser-wabl zustehende rechtekräfftig zu schützen, sich untereinander verbunden,und die lehre,daßdie würbe des Kaysers von der Hoheit des Pabsts llepsnllirte, verflu-cheten. Er verboth den Bischöffen, Ludovico den eydcher treuezu leisten,die regsüs von seinen Händen zu empfangen,und dievon ihm nach Avignon abgeschickte gesandschafften ließ er sehr hartanFss) Zwar starb Benedictus XU an. 1Z42; sei» nachwlgcrCle-"mens VI aber, welcher sonst Petrus Rogerius geheißen, und nichtnur von geburt ein Frantzos,sondern auch eine creatur Pbil-Valestkwar, verfuhr mit Ludovico weit schärffer, als einer von seinen vor-fahren gethan hatte. Denn so bald Clemens den thron bestiegen, be-kräffliate er seines vorfahren bann wider den Kanser, und ließ sol-chen alle sonn- und fest-tage bey dem glockensschall und brennendenkerben wiederholen» Ludovicus erinnerte den König von Franck-reich seines bey dem geschlossenen frieden gethanen vmprechensmnddieser sendete auch seinen Printzen nachAmqnon,damit er im öffent-lichen oc-nkkon-, der Cardinäle eine vvrbitte vor den Kayser einle-gen Möchte. Aber es haben schon einige um diese zeit lebendedenken nicht unbillig angemerckct, daß alles dieses mehr aus Verstel-lung,als einem aufrichtigen Hechel ! geschehen. KLÄDenn eben da-her kam es,daßPabst Clemens VI an dieser geschehenen mk-rc-llwn6ol, dermassen wenig kehrte, daß er erst vielmehr damals allen sei-
nm r ^ Kaystr ausließ. Er befahl Ludovico
^dermal zu Avignon zu erscheinen, und da er Nicht persönlich kam,wolte er von neuem den härtesten bann-siuch ergehen lassen, wennhn Philippus von Franckreich,der es doch zum wenigsten Mit Ludo-§0 mchtoffenbar verderben wvlt^ mcht daran verhindert hatte.