Band 
Dritter Theil
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daher kommen, weil nicht nur solche mächtige expc-llckonen übersee unendlich kostbarer/ auch wo man je etwas rechtschaffenes hätteausrichten wollen, eine gar zu starcke macht zu waffer und land er«fodert hätten ; sondern auch weil auf andern leiten den Frantzosendie gesaln viel naher kam. Es ist also die hülste, die aus Franck-rejch nach Inland geschickt worden, nie starck genug gewesen, undmit dem jähr 169 > hatten die Frantzosen alle Hoffnung verlvhren,aufdieser seite etwas auszurichten, wie man es denn hernach niewieder mit gemalt, sondern allein durch verrätberische anjchlägewider König Wilhelms leben, aber vergeblich, versucht; wobey aus-sert dem Hof des entsetzten Königs Jacobi auch zu verschiedenenmalen einige vornehmeFrantzöstscheMmistri nach aussag der c «"-kpirgnten sollen theil gehabt haben. Lwnsten lind auch die Fran-tzosen darüber an ihrer mqcht zur see zirnlich herunter gesetzt wor-den. Denn da sie a.1690 ohne zweiffc! durch ein geheimes Verständ-niß mit demEnglischenAdmiral Herbert,welcher auch darüber dascommancio verlvhren,über dieEngelländ-unHollandische flotte zim-lichen Vortheil erhalten hatten, und a. 1692 dergleichen zu thun ver-meinten,funden sie sich doch von demEnglischenAdmiralRyffel garübel angeführt, der sie nur zum schein vertraulich gemacht, ihreraber, als es zum ernste kam, so übel wartete, daß sie geschlagen undihre besten schiffe verbrandt wurden, wornach diesen gantzen kriegdurch die Frantzösischen Häfen von den Engellättdern mit feuer sindheimgesucht worden. Ausser dem sind sie wegen der fertigkeit ihreranstalten in diesem kriege mehrentheils glücklich gewesen. Sie ver«lohren zwar gleich indem ersten feldzuge die Cöllnischen undMayn-tzischen platze, welcher sie sich bemächtigt hakten. Die brachten aberdiesen Verlust an. 1690 durch den gewinn des treffens bey Fleurywieder ein, schlugen auch den Hertzog von Savoyen bey Staf-sarde. An. 1S91 nahm der König in Person Mons ein, welche ero-derung er,weil sie sehr frühe im iahr geschahe, den guten und richti-gen anstalten des Louvois zu daucken hatte. An. 1692 führte Ludo-vicus XIV auch die belagerung von Namur selbst aus,welches sei-ne leiste krigs-vcrrichtung gewesen. Nach seiner rückkehr giengdas treffen bey Steenkercken vor, in welchem die binnen viel ein-busse litten. Der Hertzog von Savoyen erschreckte ihn zwar durcheinen einbrach in Dauphin-. Der zug ward aber zu nichte, weilder Hertzyg die pockcn kriegte. An. 1-9; schlug der Hertzog vvnLu-xenburg die ^Nurren bey Landen aus dem selbe, wiewohlen der Ver-lust an Frantzösischer feiten unstreitig grösser war, als bey den /tt-lürren, welche ein sehr starckes -et,sncli-,ncnr und selbiges bey einerviel geringeren anzahl volcks, als die Frantzosen hatten mit unge-meiner tapfferkeit beschützet, bis es ihnen zuletst, bey einigen bsne-rien und rroiip^-en an Munition zu mangeln anfienge. Auch warendie früchten dieses sieges eben nicht sonderlich groß, als nur daß dieFrantzosen noch in selbigem jähr Charleroi wegnamen. In derPfaltz ward Heidelberg eingenommen und daselbst erbärmlich ge-hauset. In Catalonien ergab sich Roses, und in Italien wurdendie /Ulnrren deyMarsal geschlagen. An. 1694 wurden insonderheitdie Spanier in Catalonien hart bedrängt, aufs Haupt geschlagenund verschiedener platze beraubt. An. 169; verlvhren die Frantzo-sen zwar in den Niederlanden Namur, und in Italien Casal, hin-gegen hatten sie den Hertzog von Savoyen unter der Hand auf ihrefeite gebracht, daß er ihnen weiter nicht mit Nachdruck zusetzte, undbald darauf kund machte, daß er einen besondern frieden mit ih.nen geschloffen, in welchem der König ihm alles abgenommenewiedergab, und die heyrath zwischen einer Savoyischen Printzeßinund dem Hertzog von Burgund abredete. Ungeachtet aller Vor-theile aber, und ob ihm wol das ende des krieges in Italien dieHände freyer machte, suchte der König doch den frieden mit eifer.Denn sein Reich empfand die last des krieges unqemein,weil cr aus-serordentliche kräffte hatte anwenden und dasselbe von volck, geldund lcbetts'mitteln entblößen müssen, darüber schon zuweilen bun-gers'noth entstanden war. 'Am meisten aber hatte er den bevorste-henden tod des Königs von Spanien vor äugen, den er gern erbenwolte, aber eben deswegen sein feind nicht seyn, noch auch sich mitandern Staaten in krieg verwickelt befinden durffte, die ihm die er-greiffung solcher erbschaffr hätten wehren können. Um dieser letsten'betrachkunq willen halle er schon an. 1690 und yz dem König inSchweden geld über geld geboten, wenn er ihm zum frieden hclffcnwürde, so aber damals nicht angehen wollen. Jetzo ließ er abermalden Holländern die eröffmmg von seinen friedens-gebancken thun,durch welche die andern bundes-verwandten auch bewogen wur-den, sich in Handlung einzulassen, wobey man der krön Dcknvedendie Vermittelung auftrug. Indessen waren die kriegs-vernchtungenvon an. 1696 und 97 nicht sonderlich, ausser daß in dem letsten jährdie Frantzosen Ath in den Niederlanden, und Barcelona in Catalo-nien weanahmen. In dem Niederländischen feldzuge uncerredetcnsich der Marschall von Douflers auf Frantzösischer, und der Grafvon Portland auf Englischer seite miteinander, und wurden da dievornehmsten Puncte, die Engelland angiengen, ausgemacht. Dieallgemeine friedens-Handlung ward, nachdem man vorläuffigerweise fast ein jähr gehandelt, endlich den 9 man 1697 zu Ryßwickangefangen. Frankreich brauchte dabey allerhand staats-griffe,und da es sich vorher vergeblich bemüht hatte,zwischen den ^»ii«enallerhand argwohn auszustreuen, gelung ihm doch jetzo zum wenig-sten sv viel, daß es einige von ihnen insonderheit gewann. Solcher-gestalt gab man den Holländern,Engelländern und emaniern allesnach, wie er denn den letstern insonderheit schmeichelte, und ihnenalles, so sie in diesem kriege verlvhren hatten, auch so gar Lurem-burg wieder einräumte. Der Kayser aber und das Reich muffendas nachsehen haben, und da sie nicht mit den andern zugleich den20 sept.den frieden unterzeichnet hatten,muffen sie ihn den zo octob.auf viel schlechtere bedWungen schliesset gestalt denn Franckreich

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jetzo nur Mlwvsburg, Freyburg und Brisach wiedergab, Straß»bürg aber bedielt, ob es gleich in den pr^iiminstten ein anders ver-sprochen hatte. Jedoch ward der Hertzog von Lothringen vermö-ge dieses friedens wieder in sein land eingesetzt, und was die reunio.nen vormals den Reichs-Fürsten entrissen hatten, herausgegeben.Nunmehr wendete Ludovicus XIV alle seine gedancken auf die er-langung der Spanischen Monarchie, weil deren König Carl II al-lem ansehen nach nicht lange mehr leben konte. Deswegen danckteer sein kriegs-volck nicht ab, und wendete die listigsten Mittel an, daßer sich derselben auf entstehenden fall ohne schwerdt-streich bemäch.tigen konte. Er schickte einen Gesandten nach Madrid , der durchseine freygebrgkeit und gute arten die hertzen der Spanier ein-nahm. An die granhen verlegte er viel volck, und die Spanischen Häfen erfüllte er mit seinen schiffen, welche unterm schein aus demOcean in das mittelländische meer und aus diesem zurück, uz denOcean zu tegeln, oder auch das bots-volck in Übung zu erhallen, all-da einsteffen, theils sich von dem einlauff der Häfen zu erkundigen,und abrisse von deren vestungs-wcrckeren zu nehmen, theils auchdamit sich die Spanier auf allen fall vor Franckreich desto mehrfürchten müsten. Binnen solcher zeit ward eben wegen dieserSpanischen Monarchie mit Engelland und Holland der bekandtetheilungs rrsüLr geschloffen, welche sich aber noch vor erfolgtem roddes Königs in Spanien beklagten, daß solcher gegen die gescheheneabred eben von denen Frantzösischen Ministern zu Wien und Ma-drid , obwol auf eine listige und verborgene weise kund gemachtworden; nur damit man die Spanier und den Kayser sowol untersich als mit ihren ordentlichen bundsgenossen verhetzte. Durch die«se künstc und durch den beystand des Cardinals Portvcarero kames auch endlich dahin, daß bey an. 1700 erfolgten tod des Königsin Spanien ein testament zum Vorschein kam, in welchem sem en-ckel, Philippus, Hertzog von Anjou, zum erden der gantzen Monar-chie eingesetzt war. (sihe Carolus II, König in Spanien .)DerKö-nig nahm biß testament ohne bedrucken an, schickte seinen enckelnach Spanien , und stellte sich die fache gantz leichte vor, weil derKayser nicht starck genug,Holland undEngelland aber in keiner Ver-fassung waren. Über dein halte er die Churfürsten vonDayern undCölln den Hertzog vou Savoyen und Mantua , den vuc wccknrOll, Vice «.e in Neapvli, den Printzen von Vaudemont , Statt-halter von Mayland, aufseiner feite, durch deren hülffe er auch inder that sich der Niederlande nnd Italiens versicherte, und Leutsch-land im zäum zu halten gedachte. Indem aber ungeachtet solcherseiner Vortheil der Kayser, das Reich,Engelland und Holland dochgegen ihn zusammen traten, zog er sich dadurch einen langwierigenkrieg über den balß, welcher seine kräffte schwächte,die er nun unge-wöhnlich ausdehnen und auch zu Spaniens bedeckung brauchenmuste, und sein land und finantzen-wefen, welche die vorigenzeitennoch nicht verschmertzt hatten, völlig herunter brachte,wobey dennder rühm der Frantzösischen Waffen durch viele unglückliche Haupt-streiche,deren sie bisher nicht gewohnt waren, grossen abbruch litte.Die Kayserlichen drungen zuerst wider alles vermuthen in Italien ein, und erhielten sich darin», so schwär es war, dennoch erwecktendie Frantzosen einen neuen überaus kostbaren krieg, indem.sie ihmden Hertzog von Savoyen abspenstig machten, und endlich gelunges demPrintzen Eugenio, daß er sie vvrTurin in einem hauvt-treffenerlegte, und damit nöthigte, durch einen vertrag gantz Italien zuräumen. Aus Landau und den Cöllnischen vestun'gen wurden sie inden ersten zwey seid. zügen getrieben, und da sie mit hülff des Chur-fürsten vonBayern wieder tieffins Reich eingedrungen waren, beyHöchstädt 17^4 so empfindlich geschlagen, daß sie ihrem eignen ge«ständniß nach dergleichen niederlag fast niemals gelitten hatten,worauf sie Bayern völlig verlassen muffen. In den Niederlandenhatten sie von ansang des kriegsallc iabr was etngebüßlMd an. 17öSward ihre armee bey Rameiüies völlig geschlagen, woraufsiealleSpanische Plätze in Brabant und Flandern verlassen mustern An.1708 erlitten sie abermals eine niederlag bey Oudenarde, und 17°?wurden sie beyMons aus einem dreyfach verschmitzten lager geschla-gen. Es gieng eine oestung nach der andern an bie Alliirten über, diePicardie ward in comribmion gesetzt,Champagne durchstreifft,gegenDauphin« brach derHertzog vonDavoyen ein,undFranckmch kühl«te in der that das messer schon an der kedlc, als Landreci von denAlliirten belagert war.Zur see durssten sich öieFrantzostn mit flottennicht sehen lassen, und da sie dereinst vorhatten, eine landung aufSchottland zu thun, wurden sie doch von den Engelländern unver-richteter fachen nach hauß gejagt. JnDpanien hakten sie müh genug,Philippum arischem thron zu erhalten,nachdem sich die Portugiesenvor die Alliirten erklärt, und König Carl Catalonien eingenommenhatte. Sie litten auch hier zuweilen zimliche einduß, gestalt sie beywegnehmung der silber-flotte vorVigos einen grossen theil ihrer schif-fe veclohren unv auch zu land etliche mal geschlagen wurden.Dochführten sie den krieg hier meistentheils mit mehrerm Vortheil,als dieAlliirten, weil er diesen zuweit entlegen war. Aber die Vortheileauf dieser seit hielten dem Unglück das gewicht nicht, daß an an-dern feiten Franckreich selbst so nah war. Daher bemühte sich derKönig schon 1707, und abermals 1709 um einen frieden, aber ver-geblich,weil man bey seinenentbietungen nicht sicherheit genug wnd,und er absonderlich keine zulängliche mittet zeigen motte oder kome,wie Philippus aus Spanten zu bringen sey. Endlich halffihmdieuntreu des au. 1711 neu-eingesetzten Englischen Staats - Rathsaus solcher Verwirrung, dessen vornehmste glieder Franckreich mitvielen Millionen auf seine feite gebracht haben solle; wiewohlen,da dieses nicht allzu gewiß ist, vielmehr zu glauben stehet, daß jenewegen ihrer eigenen ablichten,un weil sie ihren neu-erworbenen ge-malt bey fortsetzung deskriegs unmöglich gegen die widrige partdeyerhalten oder behaupten konlen, sich so schnell aufdie FrantzöjWe