Band 
Dritter Theil
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ein liebes - Verständniß mit dessen gemahlin gepflogen. And weiler in gebrauch gehabt/ die porrrsirs derer v-men, die ihm gewogengewesen,in seinem zimer aufzustellen,hatteJohanneö vonBurgundeinsmals auch seiner gemahlin bildniß darunter angetroffen. Al-lein die Haupt-ursach der deyderftitigen feindschafft war der ehr-gcitz, indem jeder allein am Hof regieren wolte/ und der Hertzog vonOrleans insonderheit auch die heyrakh des Dauphins mit derPrin-tzeßin von Burgund verhindern wolte. Es ward auch diese feind-schafft dadurch vermehret/iveil der vonOrleans mit demHertzog vonGeldern/ der des von Burgund feind war,LM»>":e gemacht. Ludo-vicus hinterließ von seiner gemahlinValentina,desHertzogsIohan»nisGakeacii zuMayland tochter,Carolum,Hertzog vonOrleans undMayland/ wie auch Johannem/ Grafen von Angonlesme. Ausserdiesen hatte er auch mit Marietla -l'Anguien, die er ihrem ehemanndem Herrn Eanick Varennes entführt/ einen natürlichen sohN/Io-hannem Baptistam/ gezeuget, den stamm-vatter der Hertzoge vonLongueville, welche an. 1694 ausgestorden;von dem ein besondererartieul. //e, U/s/»/ bitt. tle CvsrlcL Vl. cbrv/1.

O/r/rrc/ Kill. lls France c. r col. 759, 8;y leg. 8;8 leg.

^udovicus / der fünffte Dauphin von Frauckreich dieses na-mens/und der eintzig zufahren gekommene söhn des Königs Ludovi-ci XIV,vonMariaTheresta,einer tochter desKönigs vvnSpanien,PhlIippiIV,ward gebohren zuFontainebleaudeni nov.a.i66imndden »4 mart. an. 1668 durch den Cardinal Anronium Barbennizu 8-Germain Laye getaufft, wobey/an statt des PabstsClemen-lis IX, der Cardinal Lndovicus von Vendome, und an statt der Ko-niqinHenriettaMariavonEngelland/diePrintzeßinAnnaMariavonConty, der tauff- zeugen stelle vertraten- Zur Qouvcrnzme bekam erden 14 scpt.an.l664Ludovicam Prie,Hertzoginvon Cardona,ei -newittwe desMarschalls 6e >3 Mothe Houdancourt.Zuni Oouvcr-ncur hingegen ward erwählet der berühmte Hertzog von Montan-ster, und zumkrLcepmreJagucs Benigne Dossuet, nachmals Bi-schoffzu Condom, und letztlich zu Meaur, der sich durch viel schnff«ten bekanbt gemacht. Wie eiffrig die ablichten gewesen, ihne wohlüullUen zu machen, und wie man zu solchem end gar nichts erspa-ren wollen; davon können die viel kostbare ausgaben der alten La­ teinischen Lcribemen in nlum Oi-Ipbini eine sattsame probe ablegen.An. 1680 den 7 mart. ward er vermählt mit Maria Anna Victo­ ria , einer tochter Ferdinandi Mariä,Churfürsten vonBayern,wel-che ibm an. 1682 Ludovicum,Hertzog von Burgund, und nachmali-gen Dauphin, an. 168; Philippüm, Hertzog von Anjou, jetzoannoch regierenden König von Spanien , und au. iü86Carolum,Hertzog von Berry, gebahr, woraufste den2v apr. an. 1690 mittod abgieng. An. 1688 commLiwirte er die armee wider Teutsch-land, und eroberte in selbiger csmpggnc Philippsburg , Mannheim ,Speyer , Worms , Oppenheim und Franckenthal. An. 1694 führteer das comm^llo über die armee in Flandern , in welchem feld-zugder marsch nach Pont Epierre das merckwürdigste war. Durchwelchen er innerhalb vier tagen mit seiner grosse i armee einen wegvon mehr als viertzig meilen gemacht, und dadurchWilhelmum denKönig inEngelland gezwungen bat, von seinem gefaßten sehr wich-tigen vorhaben, welches man inuthmasset, die belagerung Dunkir-chen gewesen zu seyn , und wohin er schon gar einen grossen vor-sprang genommen zu haben meinte, auf einmahl abzuziehen.An. 1701 im apr. hatte er einen gefährlichen anstoß von einemschlag-flnß,erlangte aber bald wieder seine völlige gesundheit. Den7 apr. an. 1711 ward er zu Meudon mit den kindcr-pocken befal-len, welche ihn auch den 14 desselben mvnats des lebcns beraubten.Er war von einer mittelmäßigen statur, aber dabey sehr corpulent,liebte unter allen Vergnügungen am meisten die wolffs jagd,hatte einruhiges und leutseliges gemüth, trug sehr viel rc/pc» vor den Königseinen vatlcr,und erhielt sich desto mehr in dessen gewogcnheit,je we-lliger er sich um die staats-geschäffte bekümmerte. ck

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ch^udovieus der sechste Dauphin von Franckrcich dieses na-mens, der älteste söhn des nächst-vorhergehenden, ward gebohrenzuVersaillesden ü aug. an. 1682,und den 18 jan. an. 1687 getaufft,wobeyCharlotta Elisabeth,Hertzoqin vonOrleans,tanff-zeugin war.Zur oaovernLiire bekam er eben diejenige, welche bey seinem vartersolche stelle verwetten, nemlich die verwittibte Marschallin cki-Mothe Houdancourt. Sein obrist Hofmeister war Paulck Deau-villiers, Hertzog von 8. Aignan . Seine; Unter-Hofmeister warenJac.Renatusck BrisayM-rgul? ci- Denonville,Jacobus Francisc.«j- Johanne, kvi-rgul- ck Saumcrv,llnd Gabriel,^l-rquls <lc Razilly.Zum ward ihm gesetzt Frauchens cill Salignac,cle I^-Mo-

the Fenelon,nachmaliger Ertz-Bischoffvon Cambray.Die 2 Unker-rcs-ccpiorcs hiessen Claudius Fleury, Urinr von Argemeuil, und derAbt ic Fevre. An. 169;, an dem pfingst - fest, gab ihm der Königden orden des heil. Gcistcs.An. 1697 den ü oct- ward er zuVersail.les vermählt mit MaricAdelaide,einer tochter Victoris Amadei II,Hertzogs von Savoyen, und Annä,einer tochter Philipps HcrtzogsvonOrleans/welche seine gemahlin den 6 oct. a.i68-i gebühren wor-den, und zu Versailles den 12 febr. an. 1712 gestorben, nachdem sieihm vorher folgende kinder aufdie weit gebracht:) den 25 iun. an.2704X- Hertzog von Bretagne , welcher noch vor empfangung ei-nes Vornamens den iz apr. an. 170; starb. 2) den ro jan än.1707Ludovicum, anfangs Hertzog von Bretagne , und nach seines vat-ters tob Dauphin von Frauckreich, welcher den 8 mart. an. 1712starb. ;) den jetzigen König Ludovicum XV, gebohren den 1;febr. an. 2710. Nachdem er an. 1698 im sevt. bey dem in dergegend von Campiegne zur lust und vornehmlich zu seinem excrci.rio angestellten berühmten csmpcme, r Pas ober-commsngk,, nebstdemMarschall ci-Bousters, geführt, that er an- 1702 seine erste ernst--

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liche csmpaznk in Flandern , allwo er, als LevcrzlMmus > nebsteben diesem unter ihm stehenden Marschall mit der Frantzösi.sehen armee einen versuch that, ob er der stadt Niemägen sich be-mächtigen könte,welches aber fehl schlug.Das nächst-folgenbe jährcommsnllirteer, nebst dem Marschall ck Villars, die armee widerTeutschland,und eroberte den 6 sept. nach i4tagiger eröffnung dertrenckecn, die vestung Brisach. An. 1708 c»mn,3ntz>rte er, nebstdem Hertzog von Vendome,die armee in den Niederlanden,da zwardurch die erlangung von Gene und von Brügge die csmpLgne einenguten ansang hatte, hernach aber durch den Verlust der Wacht beyAudenarde,der stadt undvesrnng Ryssehwie auch der abgedachten 2städte,sich mit schlechtem Vortheil vor Frauckreich endigte. Den izapr.an. 1711 ward er,nach absterbe» seinesvatters, znm Dauphinerklärtzworaufer sich sehr bemühete,dieReichs-angelegenhcitenund

sonderlich das finantzen - westn auf einen bessern fuß zu setzen. Erstarb aber an einer artvon fleck-fieber den -8 sedr. an.1712, nachdemer nur 6 rag zuvor an eben dergleichen kranckheit stme gemahlineingebüsset. Er war von einer mittelmäßigen stakur, mehr maaer,als fett, schwartz von haaren, und an der einen schütter höher, Ksan der andern. Seine mine zeigte etwas tieffstnniges und einscharffes nachdencken an; wie erden« auch würcklich von einemdurchdringenden verstand, von einem hohen geist, und in allem,was er sich vorgenommen , von einer grossen Appilc-rion gewesen.

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Lönige in Spanien :

Ludovicus I , ein söhn Philippi V, groß-sohns von Franck-reich und Königs in Wpanien, und Louise Gabriele von Savoyen,wurde gebohren zu Madrit an. 170; den 25 aug. Die Stände desReichs haben ihn schon an. 1709 den 7 apr. als einen erbende»Cron erkennet. An. 17 - 7 den > 8 mark. wurde er mit dem Frantzö.fischen Ritter - orden beehret, und an. 2722 den 21 jan. hat er sichzu Lerma mit Louise Elisabeth-l 'Orleans vorher ^clemnWle üs^onlpenller (einer tochter Philippi II,Hertzogs vonOrleans groß-sohns von Frauckreich und Regentens in Minderjährigkeit des Kö-nigs Ludomci XV) verheyrathel. Als an. 1724 sein Herr VaterKönig Philippus V die cron und scepter niedergelegt und den 1;jan. die schrifflliche erklärung hierüber gethan, mithin diesem sei-nem Printzen die regierung abgetreten und sich mit derKöniginnacher 8. Jldephons begeben, wurde den darauffolgenden tag die-ser König Ludovicus I,;nm König von Spanien erkläret,von denenLottes dafür erkennet und ihm den 9 ftb. von der stadt Madrit dieunterthänige lubmttlion öffentlich bezeigt. Es hat aber derselbe,andenen kmder blättern, in der nacht zwischen demund ;i aug.1724 dieses zeitliche gesegnet und ist den 4stpt. in dem klösterEscurial mit gewöhnlichen ceremonien beygesetzet worden.Die ver»wiltibte Königin ist hierauf in Franckrcich zurückgegangen.

Rönig in Ungarn und polen :

ludovicus / König in Ungarn und Polen , der grosse ziige«nannt, war Caroli Roberki des glücklichen Königs soyn, welchenihm seine gemahlin des Königs Uladislai Loctici in Polen , erb-tochtcr gebohren. Der groß.vater warCarolns Martellus,König inUngarn , Caroli ll des lahmen/Königs von Napoli und Sicilim,und Grafen von Provence , rc. söhn, welcher von Carvlv l Grafenvon Anjou, und des heiligen Ludovici bruder, hcrstammtt.. Er warden z mart. an^i;26 gebohren, lucccclirte seinem vater an. iz-p,und wurde zu L-tublweissenburg gecrönet. Er vertrieb die Judenaus Ungarn , und führte unterschiedliche kriege wider die Sieben-bürger, Tartarn, Cremten, Boßnier, Bulgaren , Litthauer und dieWoywoden von Moldau und Wallachey,worinnen er sehr glücklichwar. Desgleichen schickte er auch Casimirv dem König in Polen ,seinem vetker, wider Johannen:, den König in Böhmen , welcherCracau belagerte, tliccurs. Dieser König halte einen bruder, mit«amen Andreas,welcher sich mit der Königin Johanna von Napo-li vermählte, von ihr aber den 18 sept. an. 1 z 45 mit einem seidenenstrick erdrosselt worden-Ludovicuswar auch in einen krieg wider dieVcnetianer, darinnen er ihnen Jaderam aus den Händen risse, ver,wickelt. Als er von seines druders graumsamen tvd hörte, und dieGenueftr zu bundsgenossen bekommen hatte, gicng er in Apultt-i,allwo er Carolum von Duras, nebst einigen andern welche an demvorgegangenen mord schuld trugen hinrichten ließ, und die stadtNapoli einnahm, auch sich vor einen König von Napoli, Sicilimund Jerusalem ausruffen ließ, da immittelst die Königin JohaMnebst ihrem gcmabl, Ludwig von Tarentv, in Provence geßohmwar. Einige zejtlang hernach kam er aufs neue in Italien undmachte durch des Padst Clementis VI Vermittelung mit der Köni-gin Johanna friede. Desgleichen führte er auch an. i z z? wegenDalmatien mit den Venetiänern krieg, und wurde an. i? 7 ° nachseines vettern Casimiri, Königs in Polen tod, an dessen statt zumKönig gecrönet, da er den» so bald mit den Litthaucrn und ewi-gen Grossen des Königreichs Polen , welche sich wider ihn empörethatten, zu thun bekam. Der Padst Jnnocentius V I machte ibnzum Groß-OonKrionic-'e oder General derkirche, vorderen aufnäh-me er sich gar eifrig crwieß. Dieser König Ludwig war allezeit sieg-reich, und starb zu Tirnau im sept. an. 1582, seines atters jähr,6 monat und 6 tage. Er hatte 2 aemahlinnen, davon die erstereMargarctha, des Kanstrs Caroli IV tochter, an. i;;9 ohne kinderzu haben,gestorben. Die andere Elisabeth», Stephani Statthal-ters in Boßnien tochter, gebahr ihm unter andern Mariam, s»das Königreich Ungarn, und Hedwig, so das Königreich Pole» be-kommen. /til-cLov. l. 4. 1.4. IM. bitt. ttung. >.

locke. 2.

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