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war. Er diente im krieg unter Scipione Africano dem jüngeren,und stiege lediglich durch seine tapfferkeit von den untersten kriegs-diensten endlich so weit, daß er ungeacht seiner schlechten ankunfftsich erkühnen dorffte, die Römischen ämter zu begehren. Dochgiengs auch damit langsam genug her, Massen er nicht nur dierr«rürLm verschiedene mal umsonst gesucht, sondernauch, als erdiese endlich erlangt, 7 gantze jähre warten mugen, ehe erswagte, ftrners ums Burgermeisterthum anzuhalten.Es solterhmauch diese wähl selbst allem ansehen nach niemahl gegluckt haben,wann er nicht den Metellum, unter dem er einige jähr wider ^u-gurtham gedient, ziemlich unbillich bey dem volck «n argwohn ge-bracht hätte, als ob solcher den krieg mit fleitz verzögerte, (sibeLäctlius NeteUus und Jugurtha .) Wie er Uun dann selbst647 Bürgermeister worden, gieng er in Afncam, überwandIugurtham nebst Boccho, dem König von Maiiritanien, und hieltüberVenselbiqen zurzeit seiner andern Burgermelsterkchen regie-rung einen triumph. Hier halte es sich nun gefügt, daß, alldieweilMarius den krieg in Africa führte, die ciml-n, 'r-m«»-?. Lmbron-sund i'igllrini in das Römische Gallien einfielen, und von denen ih-nen entgegen gesetzten Römischen armcen eine nach der andern mdie flucht schlugen, so, daß bey der sieghafften zuruckkunfft Mar»fast weder kriegs - volck noch General wehr übrig war, aus die sichdas gemeine wesen verlassen konte, ausser Mario und seinen ftlda-ten-Man erwählte ihn also imdritten jähr nach seinem ersten Bur-germeisterthum fürs andere mal zu diesem wichtigen amt,und über-gab ihm völlige gemalt, den so weit - mitziehenden krieg nach seinemgutdmicken zu führen. Nachdem er die fach überlegt, fand er eineunumgängliche Nothwendigkeit zu styn, das Römi»che kriegs-wesenqantc änderst einzurichten, und die ststdaten, welche, ausgenommendie, w er aus Numidien mitgebracht, fast alle neu - geworben wa-ren, durch lange und beständige Übungen wohl zu erhärten, ehe ersie an einen so kühnen, siegdassten und tapffern feind, als er vor sichhatte, wagen dorffte. Also wäre sein erstes werck, daß er die von ihmneu zusammengelesene Iconen durch tägliche kriegs-udungen,star-ckes und langes marschiren unter den Waffen, dabey sie noch all ih-ren plunder, so zusamen samt den Waffen nie weniger als 60 mundam gewicht hielte, tragen mußten, und endlich durch fast täglichesschantzen, da sie nach jedem vollendeten marsch, ehe sie noch ruhendurfften, erst einen graben und brüst - wehr ums gantze lager auff-zuwerffen, und mit denen von jedem mitgebrachten pfählen oderPallisaden zu besetzen hatten, in eine beständige gewohnheit brachte,alle arbeit und sonderlich auch die grösste Hitze des kages wohl zu er-tragen , ohne daß dadurch ihre kräfften so leicht abgemattet wur-den. Wie sich aber dieses einige jahre hindurch verzöge, so mussteauch Marius gegen die bisherige gewonheit verschiedene jähr nacheinander zum Bürgermeister gemacht werden; wobey zwar nichtin zweifel zu ziehen ist, daß die ehrsucht dieses manns darinnen ih-ren guten Vortheil und heimliche Vergnügung gefunden habe; aberauch zugleich ftcymüthig muß gestanden werden,die notbdurfft derfachen habe es schlechterdingen also erfordert, und daß Marius m-nes wegs angeklagt werden könne, als ob er durch diese lange zube-reitmigen und Übung des noch jungen und neuen kriegs- volcks vor-nemlich aufdie Verlängerung seiner ehre gesehen hätte. Das grössteglück war, daß ihm die feinde diezu zeit liessen, welche in der that,wiewol letztlich zu ihrem schlechten nutzen, niemal lehr eilten, auseinem land ins andere fortzuziehen, so lang sie in dem ersten nochetwas aufzuzehren fanden. Im vierdten BurgermeisterthumMa-rii kam endlich die zeit, daß er seine Waffen mit diesen kimbrern undderen mit-verbünberen zu messen anfienge; weil damalen ein theilderselbigen und namentlich die 'r-ucones (dann die andere durchbesondere wege sich zu gleicher zeit nach Italien gewendet hatten)sich der heutigen provcncc zu näher» begunte. Diesen nun giengeMarius entgegen, setzte sich in ein lager, welches er durch seinerkriegs - leuten arbeit sehr starck hatte bevestigen lassen, verfertigteauch noch, theils diese immer besser zu aller arbeit außzuhärten,theils die zufuhr vom meer her desto bequemer zu machen, einenliessen und breiten graben, welcher einen guten theil desRhodam-flusses fassen , und etwas oberhalb Arles sich anhebend, bis in dasmeer hinein lausten sötte. Es ist sich auch würcklich zu verwundern,wie dieses werck,obschon mit zimlichcr eil,und so zu reden, in gegen-wart des feinds gemacht, dannoch so wohl angcleat und beseitigetworden, daß es bis auf diesen tag in bestem stand ist, und dem gan-tzcn angrantzenden land grossen nutze» bringet; wie dann auchnoch immer das dazwischen eingeschlossene land von C. Mario dennamen Camargue träget, da uns schon die alte Scrll-cmen, welcheund 200 jähr nach der zeit gelebt haben, den bericht erstatten,wie der graben oder neue arm des Rbodams sechsten von ihm be-nennet werde, womit ohne zwecke! aufeinen «amen gedeutet wird.Als nun die feinde sich dem Römischen lager naheten, enthielteMarius die seinen viel tag lang in ihrem wohl-verschantzten lager,und wolle sie vorerst nur gewehne»,dieses neuen und denen Römi-schen soldaten bis dahin so fürchterlich gewesenen seindes anschauenzu vertragen, und ihre rüstung und art die waffen zu führen rechtkennen zu lehren; wozu auch diese, indem sie sich täglich vor derRömcren wall stelleten, und sie zur Macht anssorderten, mehr ge-legenheit gaben, als ihnen selbst sürträglich war; weil sich da-durch die forcht, so die meiste vor ihnen gehabt, je mehr und mehrverminderte, und der Römische soldat bald sahe, wie der feindenzwar grosse und starcke, aber daben halb nackende leidere gegen ihrewurff-pseile und schwerdtcre schlecht genug verwahrt waren. Auchwurden diese,als sie einst auf das Römische lager anlauffen wollen,mit gar leichter müh durch das blosse geschoß zurück qejaqt- Einigemutbigere kricgs-leuthe wollen zwar endlich wider ihren feld-herrnmurren, daß er seiner armee so wenig tapfferkeit zntrauete, und sie
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von denen Barbaren so lang trotzen und aushönen liesse.AlleinMa«rius kehrte sich wenig daran, und sagte unverholen: er hielte die fürverräthere des vatterlands, welche mit einem solchen feindrurun-zeit, und ehe es ihrem kriegs-Obersten gut dunckte zu Magen, be-gehrten. Als endlich die leurones beschlossen, den Marium vorbeyzugehen,und graben wegs über die nähesten alpen in Italien zuzie.Heu, gieng dieser ihnen zwar anfänglich zur feiten,und setzte sich wievor, hart neben sie in wohl-bevestigte lagere,fand aber doch nun ein.mal zeit und nöthig zu seyn, mit dem feind zu schlagen, als welcherihm sonsten unfehlbar den weg abgelausten, und vor seinem krieas.volck in Italien angelangt wäre. Es solle der mühe wohl lohnen,und verd,enets sonderlich die lugend Marii, daß man die vornehm-ste und damals gantz neue kriegs-künste deutlich vorstelle,durch wel-che er den sieg seiner armee hauptsächlich und zwar dergestaiten be-fördert hat, daß vielleicht nie kein kriegS- Oberster mehr und augen-scheinlicher dazu beygetragen, als durch solches mitte! von C. Ma-rio geschehen ist;man mag deren insonderheit drey zeblen. Mit demersten verhält stchs also: die Römer hatten bis dahin den gebrauchgehabt, ihre schlacht-ordnungen in drey linien abzutheilen, derendie erste aus tirttsr,?. die zweyte aus Princip»-»? und die dritte ausrriLriiz bestünde, da dann ttLÜsri die jüngsten soldaten,Principe? diemittleren am alter,und rri-rii die älteste warenmach welchem unter,scheid dann auch die Legionen selbst eingetheilt waren, als derenjede von allen drey galtungen soldaten hatte. Die ordnung zu sich.ten wäre diese, daß wo die »sttsri den feind nicht hatten überwin«den mögen, und ihrer seits vom streit ermüdet waren, sie allgemachund wo möglich, in guter ordnung zurück weichend sich in die zwi-sehen der anderen aus den principll-us bestehenden linien mit fleißgelassene luckcn hinein zogen; worauf sich die Principe? schnell wi-der an einander zu schliessen, und also dem feind meinem augenblickeine gantz neue und frische schlacht-ordnung entgegen zu setzen wuß.ten; und eben also wurden auch zuletzt diese Principe?, wo es jeden»selbigen gleichfalls unmüglich siel, dem feind meistcr zu werden,von denen msrii? abgewechselt; dahero auch das alte Römischesprüchwort entstanden ist, wann eine fach grosse noth und gefahrhatte, daß sie sagten: rcs Lcl rrirrior rcciiir. Nun hatten sich wohldie Römer bis dahin in ihren kriegen wider dieJtaliäner, Spanier,Africaner, Griechen undAsiatische völcker bey dieser art zu kämpf»fen noch ziemlich wohl besunden.Allein wie sie nachgehends mitde»nen streitbarsten Teutschen und Gallischen nationcn zu tbun beka-men, welche von leib groß und starck,und dannochwegen ihrer leich»ten rüstung schnell auf den füssen waren, im übrigen aber nicht nurmit einer erschröcklichen fury ihren feind anfielen, sondern auch,wann sie den einmahl in Unordnung gebracht, selbigem aufs hitzig«sie nachzusetzen pflegten;,» hatte man die vorgemeldte art derRömi»scheu schlacht-ordnung nothwendig sehr unbequem,ja höchsi-schäd.lieh finden muffen, Massen da die »rttsri. als noch junge und weniggeübte krigs - leuthe von dergleichen fürchterlichen feinden meisten,lheiis in kurtzer zeit geschlagen wurden, und da sich die einmal mitihnen vermischet, zugleich durch sie und durch den mit ihnen ein-bringenden feind auch in einem augenblick die andere link oderschlacht-ordnung der princ!p»m,und folglich ausgleiche art auchdiedritte, so aus rciLnis bestünde, in Unordnung und auf die völligesiucht geriethe.Diesem Mangel dann halfst: Marius sehr klüglich ab,dadurch, daß er den unterscheid derer Lsttsroc»»-, Princip»»- undin-rit-run- in denen Legionen aufeinmal auffhebte,so daß nachher»nur der blosse namen davon um den unterscheid und rang der Haupt«leuten anzudeuten übrig bliebe; hingegen aber wendete er allen fleißan, baß forthin der gröste theil der Legionen aus alten und wohl-ge.übten soldaten bestünde, und setzte absonderlich denen lemoml-i»und Cimberern, als er mit ihnen endlich zum schlagen kam, keineandere in seiner ersten linien entgegen; wie dann von solcher zeit ansich die art zu kriegen bey den Römern gäntzlich geändert hat, undan statt der vorigen eintheilimg in »sttsro?', Principe? und Ittkri-os, der unterscheid^ Mischung der güte und tauglichkeil der kriegs.leuten lediglich durch die namen verein! und »-»»-? ist angedenktworden. Die andere neue und fürtreffliche anstatt, durch welcheMarius den sieg der Römer hauptsächlich befördert bat, bestündein einer besondern änderung, welche er in denen wurff- Pfeilen ge»macht. Die Qn-t-ri, eben wie alle andere Gallische und Teutschevölcker forchccn sich um so hefftiger vor diesem gewehr, als sie fallnackend, und bloß mit dünnen höltzernen, aufs höchste noch mit ei»niger thiers-haut überzogenen schildert bedecket, sich in das gefcchtwagten. Deswegen war ihre gewonheit, wann die Römische vor»berste linien anfienge ihre wurff-pseile auf sie loßzuschicssen, so et-wan in einer entfernung von ia oder 12 schritten geschahe, daß sieihrer seits sich aufdie knie niedcrliessen, und ihre schilde, so vefl flemochten, über einander schloffen, damit dieses schädliche geschoßwenigst in denen schilden möchte stecken bleiben, und nicht auch denmann sechsten durchbohren. Wie nun Marius dieses in acht ge-nommen, so ließ er seiner kriegs-lenthen wurff-spiesse also zurichten,daß deren scharffes eisen an der einen feiten zwar nach der gewohn-heit mit eisernen nägeln an den daran gesteckten höltzernen stiel vescgemacht wurde, an der andern feiten aber nur einen schwachen bol-tzernen hasst oder naget hatte; und bis zwar zu dem end, damit die-ser letzte nagel durch den gewalt, womit der wurff - pseil durch diefeindliche schild durchbräche, von sechsten zerbrechen möchte, ,undalso hernach dessen langer höltzerner stiel, an welchem die eisernenägel der andern feiten allezeit vest hielten, von dem schild, oder de-nen mchrern schilden,welche damit durchboret worden, immer her-abhangen und auf dem boden herum geschleppt werden müßte; wo-durch dann die, so solche schilde hielten,und meistentheils gar an dieHände und ärme angebunden hatten, zum fechten fast gäntzlich un-nütz gemacht wurden. Die dritte erfindung Marii endlich wider