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Grafen Jaxoslm, ß) bey dem Kayser Rudolpho ll die stelle einesCämmerers vertreten, und an. i;8i gestorben, seine gemahlin Jo-hanna», Daczichy schwanger hinterlassend > da denn an. i; 82 den6ten jan. dieser Graf Jaroslaus gebohren worden. GedachterKayser ertheilte ihm bereits in dem i4ten jähre seines alters venismLtzrir, indem er an ihm ein überaus fähiges Ingenium befand, alser ihn in Lateinischer spräche begrüßet. Durch den an. 1598 denrrten jan. erfolgten tövtlichen abgang seines Vaters bruders, desFreyherr» Georg« Borzitä zu Martinitz, Kaystrlichen geheimenRaths und obersten Cautzlers des Königreichs Böhmen , ererbte erein ansehnliches vermögen, von welchem er dem Kayser woooogülden zu dem damahligen Türcken-kriege lehnte. Nach erlangtervenis LksriL begab er steh nach Italien, da er stch zu Siena eine zeitlang aufhielte,auch zu Rom bey dem PadstClemente VIII -ucii'em-hatte. Dieser Pabst gab ihm einige reimen und ein xriviiegiumüber einen altar in derjenigen capelle der dom-kirche zu Prag , sodem geschlechte Martinitz zustehet, und von diesemGraftn hernachwieder neu erbauet worden. Als er aus Italien zurück gekommen,wurde er von dem Kayser Rudolpho II anfangs zum Hauptmanndes Slaner-cräyses in Böhmen gemacht. Aus allzu grossem eyservor die katholische religion wolle er der stadt Slan an der freyenreligions-übung einhalt thun, welches ihm aber gar übel halte ge-lingen sollen, woferne er nicht des pobels erregte wüth durch list zustillen gewust. Gedachter Kayftr/rnannte ihn auch zu seinemCäm-merer undzum beysWrinden Böhmischen land-gerichten,wie auchfolgendS zum Land-Marschall. Allein bey ereigneten Mißverständ-nissen desKaysersunb seines bruders Matthiä rellZnirte er dieKay-serliche dienste. Nachgehends aber, als erstgedachter Matthias aufden Kaystrlichen thron erhoben worden,ließ er sich wieder in Pflichtein, und war an. 1617 Burggrafdes schlosses karlstein, aufwel-chem die crone und andere wllZnis, auch die priviicgis der Königeund Cron Böhmen verwahret wurden. Bey diesem allen suchte erden Protestierenden Ständen mehr und mehr abbruch zu thun,daher» er auch grossen haß von ihnen wieder sich erregte, welcherendlich gar heffcig ausgebrochen. Denn als die Böhmischen Stän-de wegen vieler unter sich gehaltenen zusammenkünffte auf diecantzley in dem schlösse zu Prag an. 1618 den rzten may gefordert,und ihnen von den vier anwesenden KayserlichenMimstern durchden mund des Ober-Burggrafen, Adams von Sternbecg, ein garharter verweiß gegeben worden,- entrüsteten sich diese darüber sohefflig, daß sie nach einer harten durch den Herrn von Rickzahn ge-gebenen gegen-antwort und abführuna des Ober-Burggrafen, imgleichen des Maltheser-Ritters Poppels von Lobkowitz,diestnHerrn von Martinitz, nebst dem Freyherr» Slawata und dem sccrcr^ic,Philipp» Fabricio, als eyfrige Vertheidiger der katholischen lehre,aus der cantzley fenster, eine grosse liesse von 40 ellen, hinabstürtz-ten. Hierbey hat diesen Herrn vonMartinitz,der Herr UlrichKinskymit zwey Herrn-stands-und zwey Adel-stands-persohncN ergriffen,und in dem mantel hinunter gemorsten; er blieb aber so wohl vondem fall als von den nach ihm gethanen schüfen, deren drey feinekleider getroffen, nnbeschädigct; wovon jedoch, was den fall be-trifft, für die eigentliche ursach angeführet wird, daß dieser Herr«»feinen gleich unter denen fenstern befindlichen misthauffkn ge-fallenist. Der Sccrerrire Fabricius stieß in dem nachfallen mit ei-nem fuß an thue, und solle dabey deren Hoff-Compümenten noch sofest eingedenck gewesen seyn, daß er Ihr. Lxcc». demüthig um ver-jeyhung gebätten, weilen es gewißlich nicht gerne geschehen wäre.Hingegen wurde Slawata , welcher mit dem Haupt auf eine» steingefallen, zimlich verletzet. Der Herr Martinitz wischete ihm dasblut ab, und bestrick) ihn mit balsam. Indem er nun in solchem zu-stande seinen ohnfehlbahren tod erwartete, kam der OccllLnr vonSmeczna mit etlichen dienern zu ihm, und that ihm das gütige er-biethen des Böhmischen obristen Cantzlers Zdencko Freyherr» vonLobkowitz gemahlin zu wissen, als welche eine leiter zu ihrem fen-ster herabgelegt hätte, damit er und Slawata sich in ihr nahe ge-legenes baiißlsivren möchten. Er folgte gleich diesem rath, undals er in das gedachte haust gekommen, stellte er sich gantz tod kranckan, ließ sich auch würcklich von dem beicht-vatter sbwlvlren. Da-durch machte er seine feinde nachläßig, welches er sich fo wohl zubedienen wüste, daß nachdem er sich den bart abnehmen, fein gcsichtschwächen, und sich wie ein stall-knecht ankleiden lassen, auch einembarbier aus Prag seine nachgetragen, er durch alle
wachten, womit das Lobkowitzischc bauß umstellet war, unangeta»stet biß in sein eigen bauß kam. Nachdem er nun daselbst einige gel-ber zu sich genommen, und die behörige anstellten gemacht, ^virteer steh mit gedachtem barbier auf einer calesche in Bayern , da ervon dem Hcrtzoge Maximilians gar wohl aufgenommen worden,mit dem er auch wegen eines engern bündnisses wieder die Böh-mischen Stände auf erhaltene Kayserliche commili.on irsü-ret.Aus Bayer» begab er sich nach einiger zeit nach Pasta», von dar er,als die Kaystrlichen den sieg bey Prag erhalten, .wieder »ach Böh-men gegangen. Der Kayser Ferdinandus II erkannte seine gutedienste in grossen gnaden, verkauffte ihm die abgedachte stadt Slan,und machte ihn zinn Grafen des Reichs. Er würbe auch von ihmzum Staats-Rath ernennet, gleichwie ihm an. 162; das amt eine-Odcr-Land-Richters,an. i6r; eines Ober-Land-Cämmerers,nach-gehends eines Land-Hofmeisters, und endlich an. 16; 8 eines Ober-Burggrafen in dem Königreiche Böhmen anvertrauet worden.Der König Philippus IV in Spanien ließ ihm auch den Ritter-orden des güldenen vliesses antragen ; allein er rell^mrte vor sichdiese ehre, und überließ sie feinem ältestem fohne George Adam.Als Ober-Burggraffetzte er dem Könige Ferdinands IV an. 1646den »üten im. dieBöhmische crone zu Präge auf. Zwey jähr daraufthat der Schwedische General Königsmarck den einfall auf die klei-
ne feite in solche stadt, da denn dieser Graf nicht wenig Verlust a«seinen gütern erlitten. Er starb endlich an. 1649 den uten nov.Mit seiner gemahlin Maria Eustbia, einer tochter desOber-Burg.grafenAdams von Sternberg , die er sich an. izss beygeleget,zeugteer verschiedene kinder beyderley geschlechtes,wie aus dem kurtz vor-her angeführten grschlechts-register mit mehrern kan ersehen wer-den. srmsl. Her. srcki. in ktv.a
CcrmLN. in Nillor. tui kcmyoris. Illcarr. Lurop. tow, l.
llill. llelli 8uech 1.1. scllsu-llülme, äec, *
Martimus/ (Matthias) war a; 72 zu Freyenhagen in derGraffchafft Waldeck gedohren. Er studierte zu Paderdvtn unterdem berühmten Pifcator. In seinem rzten jähre ward er von denGrafen von Nassau-Diüendurg zu ihrem Hof-Prediger berufen,und das jähr darauf trug man ihm zu Paderborn eine grokelllonund ferner das 8.e<2orsr bey der schule auf.W. 1610 ward erkEorder schule zu Bremen , und brachte dieselbe durch seinen fleiß undgeschicklichkeit in grosses aufnehmen. An. ,6,8 schickte man ihnaufden hn.ollum nachDordrecht, wo er sich den tuprsttps-rUr Hess,tig widersetzte, mit Gomaro und denen 'rKeoioZ.s von dessen Par-they sieissig cllspurirte,gleichwohl aber die des sv°ck unterzeich-nete. Erstarbiszo. Von seinen schrifftm ist sonderlich das leriw»xlliioioblcuw bekannt.
Römische päbste.
Martinus I, zu Todi in dem Hertzogthum Spslcto gebohren,llicccdirre Theodoro den iten jul. an. 649. Gleich nach seiner wählberief er ein Concilium von 185 Bisthöffen nach Rom , allwo, nach-dem man alles, was von der Monothelerischen ketzerey geschrieben,mit fleiß gelesen und untersucht hatte, endlich beschlossen ward, daßin khristo ein doppelter Wille und eine doppelte würckung scn.Hiec-über wurden rc> cLuousrgesteilet, und Tbeoborus, Cyrus, Sergiusnebst verschiedenen andern vor ketzer erkläret, gleichwie auch die«lliüL der Kayser Heraclii und Cvnstantis, welche sie unter dem ti-tul: ecillells und rypur, heraus gegeben, verdammet wurden. Pla-tina setzt hinzu, baß die Saracenen sich dieser grossen zwiesvatt zwi-schen der morgcn-und abendländischen kirche dermaßen zu bedienengewust, daß sie mit einer grossen stotte von Alexandria nach Rhodisgesegelt, solche stadt erobert, den berühmten Coloffum daselbst zrr-stöhret, und mit dem ertze davon s°o camele beladen; wie da» die-ser Colossus 70 schuh hoch, und ein meister-ffück von dem ChareSdesLvsippi schüler war. Nachgehends bemächtigten sie sich unter-schiedlicher insuln auf dem Archipelago , segelten von var in Sici-lien, und plagten die einwobner dieser instil aus das ärgste. Hier-auf zog ihnen Olympiers aus des Pabsts Martini ansuchen mit ei-ner armee entgegen, und trieb sie von dar hinweg, wiewohl nichtohne Verlust vieler schiffe und mannschafft, jaauch seines eigenen lc-bcns, gestalt er in Sicilien kranck wurde, und starb. Allein dttKay-ser, welcher sich dieses im geringsten nichts anfechten lassen,schickteTheodorum kaüiopau, den -----rciien in Italien , mit ausdrückliche!!oiclre, ihm den Pabst Martinum gefangen zu liefern. Nachdemnun Lhevborus von den Römern freundlich und mit erweisimgvieler ehre empfangen worden, gieng cr hin, dem Pabst eine vüirszu geben, nahm ihn aber unter solchem vorwande gefangen, ließ ihnin ketten und banden fchliessen, und schickte ihn also nach konstant!»nopel, von wannen er hernach aufdie halb-insu! verwiesen wurde,allwo er an. 654 in grossem elend nndmangel starb, nachdem er sjähr, einen Monat und 26 tage aufdem Pädstlichen stuhle gesessenhalte. Er schrieb unterschiedliche brieie, von welchen ,8 in der vonBinio ans licht gegebenen cll-r-cm der Concilien , und an andernorten mehr, zu finden sind. Er hat das platte-schceren der geistli-chen befohlen, und die copuiau»» der ehe-leuthe fest gcsctzet. 2^»-
vir» Vonrif L-rro», in »NNL>. öc MLrt^r. öcc.llill, ecclcsi tec. 7. caz>. l. src. 4. lcctesr- lilk. tow. i. 1.7-c-x.
^.tz. 9. Lna,e.
Martinus II, oder nach der rechmingderjenigen, welche Mar-tinum I und II mit unter die Päbste dieses namens zählen, der IV,war ein Frantzose, und wurde nach Nicolao III an. 1281 erwählet.Er warzn Monvince in der kleinen provintz Brie gedohren,hieß zu-vor Simon, und war Schatzmeister an der kirche zu Tours gewe-sen. Der Päbstlickie stuhl hatte 6 monat leer gestanden, als er dar-auf zu Viterdo erhaben wurde. Dieses ist von ihm merckwürdig,daß er kein bkdcncken getragen , von den Siciliauischcn Abgesand-ten sich also zuruffell zu lassen: Du lammGottts/das du trägstdie fünde der wett/ erbarme dich unser. Sonsteu war erdenTeutschen sehr gram, und wünschte, daß er ein storch, die Teut-schen aber fische wären. Er regierte 4 iahr, einen monat und?tage, und starb zu Perugia an. 128; den 22ten matt.
io vikL ?onris. öc >I>
snnLl. ecclcs
Martinus III , oder wie andere die Päbste zählen, V, fonste«Otto Cvlumna genannt, war von geburt ein Römer, ein söhn Aaa-peti kolumna. Er hatte seine beförderung zur Cacdinals-wurdedem Pabst Imioceiitio VII zu dancken, der ihm an. 140? dieselbeconkcriret, und wurde er in unterschiedenen l-gakioncn auch andcmVerrichtungen gebrauchet. Es geschahe aber, daß dcy der groMspaltung, die damahls in der Occibentalischen kirche war, auf ein-mal drey Päbste erwählet waren,davon gerne ei» ieder allemPMgewesen wäre, Gregorius XII, Johannes XXIIIund Bemductus XlII. Weil nun diese drey hefftig sich darüber Metten, unddadurch grosses ärgerniß und unrudc in der kirche annchtett», kames endlich dahin, daß durch vielfältiges bemühen des Kaystcs M-gismundi das Concilium zu Costnitz versammlet , auch auf bewlll-ben Johannes und Benedictus abgesetzet wurden, GregoriB aber