sten. In dem schiff-bau erzeigte er sich so arbeitsam , baß er, wieein zimmerMann, bans anlegte, und seine äxt gemeiniglich aussenachseln tragend, sogar jnngen-dienste verrichtete; er inkormiriesich genau über die geringste pi-ces > so bey solcher arbeit nöthigwaren, und hatte ein so erstaunliches gedächtnuß, daß ihme ge-nug war, einmal etwas zu hören, um es nimmer zu vergessen; erliesse sich Pieter-Bas / oder Meister Peter nennen, und warihme nichts so angenehm, als dieser name; ercarcll-rte auch die-jenige, welche ihn also nennete«, und tonte weder den titul kion.seiMeur noch Majestät leiden; er »Wirte die sagen- und Papier»wühlen, und zöge einmal auf dieser letztem einet ein so schönesblak ab der form, daß er die arbeitet feststen schamroth machte.Deyncben hatte er von den fürnehmsten der stadt tägliche villre,denen er auch öffters das gegen > compliment machte; sonderlichaber zog er diejenigen vor, so für grosse liebhaber von allerhandkünsten paßirten, worunter sich damals vor andern ein Bürger-meister , namens Witzen, UiUmguirte. Unser Monarch reißtehierauf in den Haag, allwo auch stine LmllsN'alle den 27 sept. deneinzug hielt; da hatte er das glück, den König in Engelland zu se-hen, welcher den 7 nov. ankäme. Indessen gewannen die Russenzwey schlachten, eine bey Assoph und die andere in der Tartarey,und erhielten dadurch mehrere vortheilhaffte Plätze. Die reise desCzaaren gierige sofort weiters über das meer in Engelland, in de-gleitung seiner -rmbaNacicurs, und hatte er daselbst mit dem KönigiWilhelm» öffters eine sehr angenehme conveci-cion; er vergaffeauch hier nicht sein voriges passecems, sondern gesellte sich sogleichzu allerhand gartung atdeitern, von denen er in der schiff-kunst soviel erlernte, daß er nachmals ein pcrfecter meister wurde. Daandere Potentaten ihre tust haben, sich prächtig aufzuputzen, wohlschießen und jagen zu können, das galante frauenzimmcr wohl zutractiren» die allerseinste politic zu verstehen, und allezeit mittetan der Hand zu haben, ihre einkünffte zu vergrößern, so beunru-higten solche Qualitäten diesen Czaaren so viel als nichts; die ehr,ein guter fte-mann, künstlicher zimmermann, erfahrner Handels-mann und tapfferer soldat zu seyn, dünckle ihn das erstere weit zuübertreffen; ja was das ste-wcfen in Engelland anbetrifft, hater sich öffters verlauten lassen r er finde den zustand eines Engli-schen Admiralen weit vortbeilhaffter, als den zustand eines Cza»reu in Moskau . Er nähme meistere von allerhand haudwerckcnin seine dienste, und trüge ein sonderbares belieben an kunsterfahr-uen mänuerm Unter etlichen Ktackemarstir» so er von hier mitsich über das meer führte, wäre auch einer, namens Ferghakfon,der sich bey den Russen nachgehends sehr berühmt gemacht, weiler bey ihnen neben anderem eine leichte w-Moci- zu rechnen einge-führet, da sie sich seithero hierin» nach unrichtigen bauren-regulnrichten musten. So bald nun Petrus alles eurieuse in Engellandbesichtiget, reißte er über Holland nach Wien zu, um auch dortenein niehrers, zu clvüüiriing seiner völckcrn, zu erlehrnen; er wur»de anch davon Kaystr Leopolds mit eben so prächtigen ceremonienempfangen, als es von dem König in Preussen bey Königsberg Und den General- Staaten beschehen. Als er bald darauf beydem Kayser seine audientz hatte, wäre niemand, als der einigelc Fort in qualität eines dollmetschen bey ihme. Er wolle darauf,nachdeme er alle ersinnliche ehr-bezeugungen empfangen, weiterSeine reife in Italien thun, worauf schon die RepNblic Venedig und der Pabst zn Rom alle prcpsrsrik gemacht hatten, er musieaber wegen neuen uNruhen den weg zurück in sein land nehmen.Einige übelgesinnte gemüther nahmen bey diesem allem, was sievon ihrem Landes-Fürsien rühmliches gehöret hatten, aülaß, Venezu verläumbden, und seine guten ablichten bößwillig und verkehrtauszulegen; die geistlichen des lands und die darinnen sich befind-liche halb. gelehrten unterstützten das gemeine volck, aus forchr, ih-re eigene Mssenschaffl möchte bey der ankunfft grosser Männernnoth leiden, und die gewöhnliche lands-^Mitz, vie Strelitzen be-sorgten für ihr aiitheil ein gleiches übel» Den Czaaren wolle mandeswegen von dem thron liessen, solchen für vacanr erklären, diejm kioster sitzende Printzeßin Sophia, als des Czaaren schwester,mit ausschliessnng seines Cron-Printzen auf selbigen erheben - allefremde in dem land mLllscr>ren,und, wann es angehen tonte, demCzaar selbst durch Hinterlist anf der reise das leben nehmen lassen»Es machten aber die hinterlassene Regenten des Reichs so guteaustasten, und der General Gordon wehrte sich so tapsscr widerdiese treulose trappen, daß er sie bald zu paaren triebe. Bey desCzaaren rückkunfft in Möfcau wurde hernach das e^amen ^>orge»Nonnnen, und die beschuldigten in so grosser anzahl abgestreift, daßderen mehr als 2000 das leben einbüßten, und durch ungleicheMarter den tod erwarten musten» Obschon solches bey vielen alseine graNsainkeit angesehen worden, so kan man den Czaarendeswegen leichtlich entschuldigen, weilen sein leben und crottschon so offt in die äusserste gefahr gerathen, und er einem sol-chen übel nothwendig steuren müssen. Da muste nun die bißheti-ae miiitz der Streichen das land für ewig räumen, und fremde sol»Raten dasselbe vermachen» Er machte auch in dem übrigen beste»te änderungett, und bediente sich dessen zu seinem nutzen, was erbißher in der fremde erlehrnet hatte; es musten auch so gar die bkß-her lange bärte der Russen herunter, und wurde denen, die ihre al-te vaterländische bärte behalten wollen, eine harte geld-buß aufer-legt, welche unschuldige orllre dein abergläubischen volck so grau»sam vorkäme, daß sie deswegen ihren Fürsten einen tyrannen ichol-ten, und aus grosser »--vor,-,!, ihre abgehauene bärte neben sich indas grab legen liessen. So wohl der weiber, als der männer klei-hliiig wurde auf eine fremde, und mehrentheils Frantzosische arl
eingerichtet; m summa, ek paMrte durch M ständ,M tt»torm.rte nach und nach, was ungeziemend und lächerlich seyn kun-te. Zu vieler zeit starde sein grosser Minister, der schon offt ange.zogene Frau?o,s Jacolowitz i- Fort zu seinem grossen lerdwesen,und sein reise-gefart in der grossen der General Golo-
win wurde an seine» Posten gesetzt. Hierauf Machte er mit bey-stand des Königs Wilhelmi einen stillstand der Waffen mit den Tür-cken auf ;c> jähr lang, und solches aus dieser ursach, damit er dasin der Tartarey eroberte Assoff desto sicherer besitzen und desto ru-higer vestungen daselbst anlegen möchte, zugleich auch, baß er ohneforcht gegen Schweden ag-rest könte, (mit denen er schon lange ge-legenbett suchte anzubinden,) wann er von der Türcken feite ohn»molcstirct wäre. Calvins XI wate alldereit verblichen, und hin-terliesse Carolum zum Regenten des Reichs, der noch jung und un-erfahren wäre. Nun harte Augustns, der neue König in Polen ,bey seiner ankunfft zur crone sich eyblich verbinden müssewallepro-vintzen, so zu der Republic ehemals gehörten, und selbiger seither»wären entrissen worden, wieder zu erobern; bisher solle nun gehö-ren das von den Schweden schon längst besessene Liefland. DerCzaar halte gleichfalls e(n aug darauf, und hielt dafür, er könte esso wohl als andere jE-oll-ren, wolle den Polacken doch hierimröffentlich keinen eintrug thun, sondern coi-jungirte sich noch viel-mehr mit ihnen, und hoffte durch dieses Mittel die fach am bestesalso zu iencken, daß dieser schöne bissen ihm zu theil werden möchte»
Er thäte solches zu einer zeit, da sich gantz Europa hierüber ver-wunderte, dann zu dem, daß er den frieden mit Carolo erneuerthatte, sobald er zurcron kommen,so lebten noch diese beyde Po-tentaten in sehr guter Karmome. so gar,daß ihme in dem letzten krie-ge wider die Lartaren von feiten Schweden aller t-cur- aiierbotterrwurde» Schweden , wie leicht zu erachten, Ware noch am meistcirdarüber bestürtzet, als welches von seilen Rußlands gar nichts bö-ses besorgte, suchte anch anfangs alle Mittel hervor,seinen wancken-den nachdarn wieder aufdie vorige gnte Verständniß zN bringen, eswäre aber alles frnchtlvß; dann obgleich die General-Staaten alsmittlere hiermit dienten, und ihnen der Czaar durch seinen -rmbap-KUsur allen geneigten willen Nec!sttrte, auch so gar von feitestMoscan ; »ach Stockholm abgefertiget wurden, s»
wäre dieses alles nur unterm schein geschehen, damit er desto wehezeit gewinnen könte, sich recht in xmiur zu setzen; Schweden trau-te endlich auch nicht gar wohl,und setzte sich in nöthigen NeK-niivns-stand» biß ihme der krieg förmlich «»gekündet wurde, urid dcöMoscowitische -rmbsNalleur so gleich aus der Schwedischen kell-,clentz-stadt zurück nach seinem hofkehrte. Da sahe man ansein-mal zwey die mächtigsten armeen wider einander ausziehen. DieSchweden hatten bey i22;oc> und diese bey rLoooo mann auf bestdeinen, doch so, daß des ersteren volck an gar zn viele orte zerthei-let werden muste» Die ersten nouvciies, so man zu Stockholiirhatte, waren,daß 80000 Russen in Liefland gezogen, um sich zu denrKönig Auguste vor Riga zu schlagen; doch snarmirte sie ein sol-ches nicht starck, weilen sie wohl wüsten, daß die Rußische miiitzmehr verwegen als tapffer und erfahren wäre, wie ein solches jader that bald darauf bey der vestung Iwanogorod gegen Narv»über eingetroffen, da der nicht mehr als i g jährige Held Carolasdas jähr mit der allerichönsten viÄoric wider die Russen beschlössesthat. Der glorwürdige Augustns, der sich schon zuvor in feinestbLkLillen höchst berühmt gemacht, obwohl er ebenfalls stlbsten seinearmer commatwirte,hatte einen nicht bessern ansang,deiner mn-ste gleich wiederum von Riga abziehen, indrme derRnßische f--ur-zu lang verweilte. Man mnchmassete für den Czaar ein gleichesUnglück vor Narva ; wohin sein absehen gierige, nicht als wann eeoder seine Officiers nicht im stände wären, einen rechten krieg zuführen, sondern weil ihre truppen besser wider die Tartarn, als dieso brave Schwedische csvsierie aushalten konten. Gewiß ist, daßer gern einen sichern haben auf dem Baltischen meer hatte, wor-in ihm Narva nicht wenig hätte dienlich seyn können, er schickte zstdem ende einen oxpreNe» Gesandten an Carolum, um diesen platzvon ihme Zu WUiciiiren, weilen er es aber mit allzu harten wartestverlangte, hatte der König keine ehren, als der eben so leicht zuistLegen parat wäre» Hierauf sahe er sich zenöthiget, den platz mikgewalt zu -»aquirett, ruckte auch mit seinen truppen davor an-wäre aber dabey nach anlangung des Schwedischen snccnrses s»unglücklich, daß er bey 20000 mann verrohre, obschon die Schwe-dische armee in allem nicht stärcker wäre; es konten auch die Rus-sen nicht begreiffen, wie die so geringe Schwedische armee ihr somächtiges volck habe völlig ruiniren können, hielten es derowegeirmehr für ein zanberwerck als eine natürliche fach,und nahmen nachihrem damaligen gebrauch ihre znflucht zu ihrem grossen Patronen-drin H. Nicolao. Indessen sahe Äugustlis, wo es bißhero gefthlet-Und wie nölhig es wäre, daß sie beyde in ernst conjunsäm agirten-gäbe deswegen dem Czaaren den rath, seine truppen in das kündi-ge besser einzurichten, und besprachen sich diese beyden Potentatenzu dem end mündlich mit einander bey Birzen, einem gräNtz-ort istLittbane», da ihre reid!,mo„en fürnchmlich dahin gicngen, dem Kö-nig in Schweden alles dasjenige zu nehmen, was bissest des Balti-schen Meers wäre, es wäre gleich in Polen oder in Temschland.Dieser tractat wurde sogleich unterzeichnet, und der iunge Könirin Schweden wurde auf Liese zeitung so erbittert, daß er schwüre,nicht eher zu ruhen - brß er Auqustum um die Polnische crone ge-bracht haben wurde. Einige zeit wurde hierauf?aü,ret, als beydePartheyen freunde suchten, und ihre parkhey mit. ander» pmKüncerrzu verstärkten arbeiteten, biß der junge Carolas den aufbruch mach»
^ ke, lind das Uiescrum eröffnete. Seine pall-rmig über die D»i-
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