richteten m Franckreich nichts aus, und versäumten in den Nieder-landen das ihrige. Mit seinem geld ausgeben war Philippus etwaszu mißtrauisch, tändelte offt lange,und that es bann nicht zu rechterzert. Endlich wurden die vornehmsten l.igu>tten nach und nach desHandels uberdrüßig, legten sich zum zweck, und da musten die Spa-nier mit grossem spott Paris verlassen, (s. lugue.) Sie setzten zwarden krieg noch eine weile gegen Heinrichen IV fort, wie aber Phi-lippus seines ledens ende vermerckte,schloß er, damit sein söhn einendesto leichtern ansang hätte, 1597 zu Vervins friede, in welchembeyde Partheyen einander alles abgenommene wieder gaben. Vielemeynen, es habe denselben zugleich der netd gegen den Ertz-HertzogAlbert auf Spanischer feite verursacht , weil demselben einigestreiche wohl gelungen waren, woraus die Svanier gleich die sorgegeschöpft, er möchte zu mächtig werden. Engelland und Holland sollen mit in solchen frieden eingeschlossen werden, es wurden aberbriefe aufgefangen, in welchen die Spanier noch auf so hochmüthi-gen dedingnngeu berührten, die sie den Engelländern niemals, denNiederländern zum wenigsten seit zwantzig jähren nicht vorzuschrei-ben vermögend gewesen waren. Diß erbitterte beyde theile so, daßsie an dem frieden keinen theil zu haben begehrten,und blieb also die-ser krieg den Spaniern auf dem halse. An. 158» war Philippus soglücklich, daß er die crone Portngalls nach abgang des männlichenstammes der Königlichen familie an sich brachte. Viele beschuldi-gen ihn, er bade zu diesem ende den König Sebastian zum zuge wi-der die Mohren verleiten helffen, so aber nicht auszumachen ist.Nach dieses Sebastians tobe meldete er sich unter andern, die an-spruch auf diß Reich machten, brachte auch durch die Jesuiten dennoch übrigen König Henricum, und durch geld einen grossen theildes Adels auf seine feite. Weil aber doch noch viele, und insonder-heit die städte einen abscheu vor der Vereinigung mit Spanien be-zeigten , gab er seiner forderung durch eine starcke armee nach Hen-ri« absterben den Nachdruck, verjagte den aufgeworffenen KonigAntonium mit leichter mühe und bemächtigte steh des Königreichsin kurtzer zeit, so wohl auch, jedoch nach mehrerer arbeit und erst158;, der «nsul Tercera, die sich vor Antonium erklärt hatte. Erüberwand sich auch und that 1580 selbst eine reise in das neu erhal-tene Reich,da er aber mit seiner persönlichen gegenwart eben so un.angenehm, als mit seiner gantzen regierung war. Mit den Türckenund Mohren bat dieser König auch viel zu thun gehabt. Er führtemit ihnen in Africa krieg, aber nicht glücklich. Denn, ob er ihnengleich i; 7; das Königreich Tunis abnahm, so verlobe er es doch imfolgenden jähr wieder, und noch die festung Goletta dazu, welchesein vater angelegt hatte. Die in Granada wohnenden Mohrenmachten ihm mit ihrem erregten ausruhe auch viel zu schassen, in-massen derselbe erst in drey jähren gedämpfft ward,worauf man dieMohren hin und wieder im Reich vertheilte. An der über dieTürcken 1571 erhaltenen grossen see.schlacht bey Lepante hatten dieSpanier grossen theil, aber auch an versäumniß des Vortheils, denman von einem solchen.sieg hätte haben können. Denn erstlich hat-ten sie mit ausrüstung ihrer flotte so lange verzogen,biß Cypern warverlohren gegangen. Hernach wollen sie den Venetianern von die-sem siege nicht den grösten nutzen gönnen, und dachten vor sich vieleroberungen in Africa zu machen, so aber gemeldter Massen fehlschlug. Es starb dieserHerr den 17 sept. 1598 an einer sehr schmertz-hafften und abscheulichen kranckheit, inmaffen seine langwierigegichr endlich hin und wieder am leibe geschwüre zeugte, die mit ei-ner wurmichten und stinckenden Materie aufgiengen,so,daß fast nie-mand um ihn bleiben kunte, bey welchem Übeln zustande er dennochgrosse standhafftigkeil spühren ließ. Er hatte mit seiner ersten ge-mahlin einen Printz, v. Carlos, gezeugt, hen er aber, wie in diesesPrintzens articul zu sehen,im gefängniß 1568 tobten ließ. Von derKönigin in Engelland, Maria, hatte er bemeldter Massen keine kin-der. Die dritte,Elisabeth, eine Frantzösische Printzeßin, soll er, wiezum wenigsten dieFrantzvsen sagen,aus eifersucht wegen feines jetzt-gemeldten sohnes v. Carlos, auch zum tobe befördert haben. Ihrezwey Printzeßinnen,die ihn auch überlebet,waren,Jsabella,des Ertz-Hertzogs Albertfund Catharina, des Hertzogs von Savoyen , CarlEmanuels,gemahlin. Zum vierten mahl vermählte er sich mit desKaysers Maximiliani ll tochter, Anna, von welcher er seinen Nach-folger,Philippum III, hinterließ. Es besaß dieserHerr genügsamestaats-klngheit, und nahm sich der regierungs-geschäffte selber mitgrossem fleiß an. Allein er war von der einbildung seiner macht soeingenommen, daß er alles zu bestreiken vermeyntte, und dadurchden gründ zu schwächung der Spanischen Monarchie legte, gestalter denn auf den Niederländischen krieg und die l.>gue in Franckreichunsägliche geld-fuMmen umsonst verwendet, und deren abgangwohl verspürte, da er zuletzt genöthigt warb, alle anweisungen, dieer den Niederländischen, Genuesischen und andern kanfleuten gege-ben,aus geld-mangel ausdrücklich zu widerruffen, dadurch denn derSpanische c,eci,t auf einmal fiel, und die Spanische soldaten in denNiederlanden zu gröstem schaden des Königs und Verhinderung des-sen Vorhabens, sich empöreten; woben auch die beste und reichstestädte des landes eine Plünderung ausstehen musten. Er war auchein überaus ernsthaffler und sanersehender Herr, der der Königli-chen Hoheit viel zu vergeben meynre, wenn er mit seinen Untertha-nen freundlich umgienge, daher er auch nicht dahin zu bringen war,daß er zuweilen selbst in seine länder gereist wäre, wie er denn, zu-mahl in den letzten jähren seines lebens,nicht aus dem Llcurisie kam.Er hatte sich von jugend auf mit fleiß gezwungen, nicht zu lachen,immer einerley auszusehen,und in freude und leid unempfindlich zuerscheinen. Durch ihn ist das Spanische wesen erst recht Spanisch,und jeder schritt zur ceremonie geworden, so hat er auch die kurtzenantworten, die hernach die Könige in Spanien zu geben pflegen, alseinen majestätischen Wohlstand eingeführt. Gegen die Grossen be-
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mühete er sich insonderheit wenig leutseligkeit spüren zu lassen, ließlic rmt muhe vor ikch und redete wenig / und öffrers wenn einer nurdas geringste versehen hatte, so hart mit ihnen,daß einige von seinenverwerfen sollen gestorben seyn. Daß er kein gar weiches her»muj,e gehabt haben, können das Unglück seines sohnes, sein verfah-ren wider die Niederländer, und seine liebe zur inguitmon zeigen»In seiner religion war er dergestalt eysrig,daß er nichts betrachtete,wenn es um dieselbe zu thun war, wie er denn bey gelegenheit derNiederländischen unruhe offt gesagt: er wolle eher alles zu gründegeoen lassen, als seinen Unterthanen eine stunde gewiffens-freyheitlassen; ja als ihm dereinst in einer gefährlichen kranckheit ein be-wahrter artzt vorgeschlagen, dabey aber gemeldet ward, es sey der-selbe bey der inguiLion in verdacht, als ob er sich zu erkäntniß derkrauter eines lpirirus l-nuilans bediene, wolle er lieber sterben, alSsich seiner hülsse bedienen. Er hat sich sonderlich dreyer dinge ge,rühmt, daß er nie eine gewisse ark Hosen getragenste oben weit undunten enge waren, daß er nie auf einem maul-esel geritten, und niegetantzt habe. Bey dem allen ist er gleichwohl von der liebe nichtunangefochten geblieben, hat sich aber dabey so sorgfältig in acht ge-nommen, daß von seinen abentheuren in diesem stück nichts sonder-lich ausgebrochen, ausser dem liebes-verständniß mit der Printzeßinvon Eboli. Spanien hat ihm vornehmlich zu dancken,daß er i;6Sdas srcbiv dieses Reichs in ordnung bringen lassen, welches sonstüberall zerstreuet war, wie man denn einen grossen Haussen Urkun-den zu Valladolid in einem keller gefunden, da sie seit 1; 19 gelegenhatten. IMoris lle! Key pkil. n. Lett viks lli kbil. It.
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Philippus / III, gebohren zu Madrid den 14 apr. 1576, folg-te seinem vater Philipps II in der regierung. Er war an Marga-retham von Oesterreich, Caroli Ertz - Hertzogs von Grätz undMariä von Bayren tochter, versprochen, welche heyrathan.159-zu Ferarra, wodurch bemeldte Printzeßin aufihrer reise nach Spa-nien gieng, vollzögen wurde, und zwar in des Pabsts ClemenkisVIII gegenwart, welcher selbst die trauungs - ceremvnien ver-richtete. DieserPhilippus III eroberte einige örter in Africa , alsLargche, reformirte die gerichts-cotzegis, vertrieb die Maurer qusSpanien, uud machte friede in den Niederlanden , welche seineschwester Jsabella Clara Eugenia zum heyralhs-guth bekam.Nach,gehends lebte er in ruhe. Er zeugte mit seiner gemahlin 4 söhne und4 töchter, und starb denmark . an. 1621 in dem 4; jähre seinesalters und in dem 2; seiner regierung. Von seinen söhnen succedirteihm Philippus IV; Carolus starb an. i6?2 ; FerbinanduS wurdeCardinal, Ertz-Bischoffzu Toledo und Stadthalter in den Nie-derlanden und starb an. 1641; Alphonsus war in der jugend ver-schieden , wie auch 2 Printzeßinnen, davon die älteste Anna anLudovicum XIII, König von Franckreich, und die andre Mariaan den Kayser Ferdinanbum III vermählet. ^
Philippus IV / gebohren an. 1605, wurde König nach sei-nes valers tode. Als seine base Jsabela Clara Eugenia an. 16;;ohne erben starb, fielen ihm die Niederlande wider zu, woselbstder stillstand mit den vereinigten provtntzen noch immerfort währte,welcher aber hernach durch verübung einiger feindseligkeiten gebro-chen wurde. An. i6;4 erhielten die Holländer, welche zwey ar-meen in Indien geschickt hatten, zweyerley wichtige Vortheile.Denn die eine von den bemeldten armaden schlug die Spanischeflotte nahe bey Lima, und die andre eroberte die stadt s-o Salvador in Peru. von Friderico von Toledo trieb die Holländer von bannenwieder heraus. Mittlerweile geschahe es, daß Philippus, oberwohl mit Franckreich durch eine mit Ludovico XIII aufgerichtetedoppelte alliantz friede gemacht, dennoch nicht unterließ, demHertzoge von Rohan mit gelbe beyzustehen, worauf sich das guteVerständniß zwischen diesen beyden cronen zu ändern anfieng.Hier-zu thaten auch etwas die fachen in Italien ; wie denn bald hernachan. i6z; eine gäntzliche ruptur erfolgte. Dte ursach dessen war derChurfürst von Trier , welchen die Spanier übel tractirten, weil ersich unter Frantzöflschen schütz begeben hatte. Der ansang zu demkriege, welcher der geflammten Christenheit viel unheil zuzog, wur-de mit der schlacht bey Aveins in demHcrtzogthumLurembourg ge-macht , allwo die Marschaüe «le Cbatiüon und -le Breze den PrintzTbomam, General der Spanischen armee, schlugen, welcher:6000 mann auf dem platze ließ. Ob wohl Philippus IV vor eine«weisen und klugen Herrn gehalten wurde, so war er doch nicht alle-zeit glücklich in seinem vorhaben. An. 1640 lödketen die einwohne«:in Eatalonien ihren Gouverneur zu Barcellona, schüttelten nachdes Hertzogs von Cardona tode das Spanische joch ab und begäbe«sich unter Frantzöflschen schütz. In eben demselbigen jähre verjag-ten alle städte in Portugall an einem tage die bey ihnen befindlicheSpanier und das volck erhub Johannen« IV , Hertzog von Bra-ganza, so aus dem geschlecht der alten Könige in Portugall ent-sprossen war, auf den thron. Eine zeitlang hernach wurde diestadt Napoli aufrührisch, so, daß es dem Könige sehr schwer fiel,alle diese »-«üblen zu stillen und an so vielen orten krieg zu fuhren.Jedoch stillere er endlich die Neapolitanische unruhe, und starb de«i? sept. an. 1665. Er war ein sehr ernsthaffler Herr. An. 1614hat er sich mit Elisabeth von Franckreich, des Königs Henri« I V tochter vermählet, welche ihin gebohren Carolum Balthasarem, soan. 1646 in dem i? jähre seines alters starb, Mariam Tberesiam,so an den König in Franckreich Ludovicum XIV vermählet wor-den , und 4 Printzeßinnen, so in der kindheit gestorben. Nach bekersten gemahlin tode an. 1644 vermählte er sich mit Maria Anna,Ertz-Hertzogin von Oesterreich , des Kaysers Ferdinandi III tvch-ter, mit welcher er gezenget Margaretham Mariam Theresiam,III theil. Zur; des