Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

phi

heyrathet hatte, schwächte sie, schnitt ihr hernach die zunge ah, undlegte sie ins geiangniß. Philomela aber that solches ihrer schwesierzu wissen, weiche sie an dem nscclius-feste befreyete, und daraufwarb sie in eine Nachtigall verwandelt. i. 6 metZw.

Vhilomelus / war der General der Phoceer zu anfang des so-genannten heiligen krieges, und hielt davor, daß man den Tbeda«kern nicht besser widerstehen tönte, als wenn man sich des tempelsdes Apollmis zu Delphos bemächtigte,und folglich den allda befind«lieben heiligen fchatz zu den kriegs-unkösten verwendete ; wiewohler sich im anfang vergnügte, den cinwohneren zu Delphis, welcheaber ebenfalls unterdes Apollmis schütz waren, und nach der da-maligen einbildung ohne kirchen- raub nicht tonten verletzt werden,grosse schatzungen abzupressen. Er wäre auch eine zeillang sehrglücklich, ward von den Lacedämoniern und Athenienseren heim«lich unterstützet, hatte einen grossen zulauff von geworbenen solda-ten, als die er aus den schätzen des tempels reichlich besolden tonte;wiewohlen dannoch auch unter selbigen Heyden viele sich ein ge-wissen machten, dergleichen geld anzunehmen, oder in solchem krie-ge zu dienen. Indessen läge Philomelus den feinden in verschiede-nen treffen ob, litte aber zuletzt auch eine grosse Niederlage von denLacrenseren und Thebaneren, da idme nichts überbliebe, als sichfechtende durch unwegsame gcbürge zurück zu ziehen. Allein diefeinde,welchen das land am besten kund wäre,setzten ihme von allenfeiten so hefftig zu,daß er, um nicht lebendig in ihre Hände zu fallen,sich letztlich von einem felsen herab stürtzte, und also umkam.

lib. >6. ?««/§!» ^

Vtzilonides/ ein böthe Alerandri Ass, welcher von Sicyon nachElis in 9 stunden gieng, da doch beyde örtcr 120 stadien von einan,Verlagen; aufftinerrückreifeaderr; stundendarzuhabenmuste,obwohl der weg mehr berg - ab gieng. Die Ursache war diese, weiler die sonne, als er von Sicyon nach Elrs gieng , auf dem rücken,auf feiner rückreife aber dieselbige vor seinem angesicht hatte.

I. r c. ?r.

Philopoemen/ von Megalopolis, ein k^ror oder Richter derAchajer, war ein tapfferer und gelehrter mann. Veine lehrmeisterwaren Ecdemus und der kiiüotopkus Demophanes. Die erste pro-be feiner lapffcrkeit ließ er damals sehen, als sein Vaterland vonCleomene, dem Könige von Sparta,unversehens überfallen wurde;Massen er da nicht nur tapffer gefochten, so lange noch Hoffnungwar, den schon in die stadt eingefallenen ftind zurück zu treiben,sondern auch, als letztlich die bürgere streitend aus der stadt zogen,allezeit der hinterste gewesen, daß er nach Verwundung seines pferdsbey nahem gefangen worden. Als Cleomenes hieraus die Mega»lvpolitaner unter allerhand Versprechungen wieder zurück rieff, hin-derte vorncmlich Pbilopoemen, daß sie sich bereden liessen, indem erihnen klüglich vorstellete, wie auf solche art der tyrann sie sechstenneben ihrer stadt für immer in seinem gewalt behalten wurde, da erim gegentheil die leeren häusere zu verwahren umso eher müstemüde werden, als es ihme ohnedeme an volck mangelte; welchesauch der ausgang bekräfftiget, und Cleomenes die stadt Megalopo,lis in kurtzer zeit,obschon mit Verwüstung vieler gehauen, hat ver-lassenmüssen. In der hierauf gefolgten schlacht bey Sellacia, daAntigonus aus Macedonien den Achcern wäre zu hülste kommen,hatte zwar Philopoemen allein seine mitbürgere anzuführen, wel-che gar einen kleinen trupp ausmachten, und dannoch trüge ernach des Antigoni eigenem geständniß ein grosses zum sieg bey, in-deme er auf ersehen, daß des feindes leicht gewaffneles volck sich all«zu bloß gäbe,und von der schwärern rüstung entfernet hatte, erstlichzwar die neben idme stehende Macedonische Generalen ermähnte,jenes anzugreiffen, hernach aber, als diese solchen rath wegen desMannes jugend verachteten, mit seinem Haussen alleine auf die be-meldte feinde losgienge, und solche zuerst in die flucht brachte.Weilnach unterdruckung Cleomenis für einige zeit friede im land war,verfügte sich Philopoemen in den Cretenstschen kriege, und legteauch da so grosse ehre ein, daß er nach seiner zurückkunfft bey ent-standenem krieg zwischen den Aetoliern und dem Acheischcn dundalsofort von den letzteren zum General der reuterey erwehlet wur-de , da er dann in dem treffen bey dem fluß Larissus den feindlichenGeneral Damophantum mit eigener Hand tödtete. Nach Aratltobe ward er zum höchsten feld-Obersten des bündes ernennet, undrichtete alsobald der Acheern kriegs-rüstung wett besser ein, als siebiß dahin gewesen. Dann da vorher ihre Milde und spiesse gar zuleicht und kurtz waren, und sie deswegen denen schwärer und besserbewaffneten feinden immer untm gelegen, setzte Pbilopoemen diefachen auf einen solchen fuß, daß sie forthin eben hierdurch vor ih-rem gegentheil einen vorzug bekamen. Er wüste auch seinerlan-des-leulhen damalige neigungzum Pracht sehr weißlich zu solchemvorhaben zu gebrauchen, indeme er sie zugleich schöne, wohlgezierteund kostbare waffen machen lehrete, welche zu erhalten sie hernachum so viel tapfferer fechten mnsten.Jm krieg wider den Lacedämo-nischen lyrannen Machanidam zöge wiederum Philopoemen durchseine krieges-knnst den sieg auf der Acheer feiten, indeme er ie»ennach einigem aufdem einen flügel erhaltenen Vortheil den fluchti-gen mit fleiß so lange nachsetzen liesse, biß er sich von seiner eigenenschlachtordnung abgerissen, welche dieser alsdann von fornen undin den feiten so hefftig angriffe, daß sie völlig geschlagen, brenntauch dein Machanidä selbsten, als er vom verfolgen zurück käme,der weg abgeschnitten wurde: wie dann, als er mit dem Pferd durcheinen graben setzen wolte, Pbilopoemen ihne mit dem speer durch-stäche, in welcher postur diesem auch nachmahl eine statne aufge-richtet worden. Unter anderen bewcißthumen des grossen anse-hens, in welchem bamahlen dieser mann aller orten gestanden,wirdauch angezogen, daß Philippus, der letztere Macedonische König

ph> yrz,

dieses namens, ohne noch einige öffentliche stindschafft wider ihne'zu hege», dcne dannoch, wiewohlen vergeblich, gesucht hat, durchMeuchelmörder umzubringen; nur weilen er sich gewiß versicherthielte, er wurde bey lebzeiten dieses Mannes mit seinen ehrsüchti-gen anschlagen auf keine weise bey benenAcheern durchdringen kön«neu. Eine andere probe dessen mochte man sehen, als bald hernachNabis, welcher nach Machanidä tobe sich der tyranncy zu Lacedä»mon angemasset, die stadt Messene unversehens überrumpelt hatte.Dann als der damalige General des Acheischen blindes Lvsippusweigerte, mit der armee hinzuziehen, weil ohnedem der ort schonverlohre» wäre, brachte nicht nur Philopoemen, ober gleich seiln,ger zeit in keinem öffentlichen amt oder cowmsnclc, stunde, eine an»zahl seiner initdürgercn aus der stadt Megalopolis, die ihme frey.willig folgten, in die Waffen; sonderen als er mit selbigen gen Mes-sene angerucket,verliesse Nabis aus blosser sorcht für idme die stadt,welche also ihre rettung eines einigen Mannes mulh und reloimi»,»zu dancken hatte. Im gegentheil ist an Philopoemene nicht zu rüh-men, daß er bald hierauf, obschon der krieg und die gefahr von be-merktem tyrannen ftmem Vaterland noch immer auf dem Hauptschwebte, sich gleichwohl neuerdingen in den Crentensischen kriegbegeben, und von den Gvrtymeren zum feld-Obersten bestellen lastsen,welches seinem Mißvergnügen zugeschrieben wurde, weil ihmedre Acheer kein -om-D-inso anvertrauet hatten, aber gleichwohl vonden alten Griechischen Generalen, deren tugend sonst Philopoemennachahmen wolte, auch bey gröstem empfangenem unrecht nimer»mehr wurde geschehen seyn. Es schmertzte auch solches verfahrendie Megalopolttaner dermaßen, daß sie willens waren, ihne fürewig aus ihrer stadt zu verbannen, wo es nicht andere vornehmeAcheer verhinderet; da hingegen auch Philopoemen nachmahl,umsich zu rächen, seinen bemelbten bürgeren allerhand Verdrießlichkei-ten erweckt hat. In Creta merckte man von chme an,daß er sich indft allda übliche gewohnheit den krieg durch lauter list und räncke Mfuhren, gar meisterlich zu schicken gewust,und selbigem betrüglichenvolck auch darinn bald überlegen gewesen. Er käme also mit grei-sem rühm wieder zurück, und erlangte endlich bas Generalat widerNabidem. Doch als er Vene anfänglich zur see angreiffen wolte,litte er ziemlichen schaden, und muste aus der erfahrung lernen,daß die tapfferkeit allein, ohne Übung, in Miffstreiten die jach nichtausmachte- Jedoch ersetzte ers bald, indeme er bey Gythion anland setzte, und den wegen dem vorigen sieg sicher liegenden ftindaus dem lager schlug,mithin Gythion von der delagerung befreyete.Gleichen Vortheil erhielte er bald darauf in einem anderen treffenzu land, da ihne noch dazu Nabis in dem marsch an einem sehr un-bequemen ort angriffe, und gleichwohl durch die besondere kunst,welche Philopoemen befasse, seine schlachwrdmingen in einem au-genblick einzurichten, und nach erfordern»« der jachen zu drähen,eine grosse mederlag erlitte. Nabis ward kurtz hernach selbst vonden Aetoliern getödtet, und Philopoemen bediente sich der geiegen-heit sehr weißlich, rückte in aller eyl mit seiner armee für Lacedä»mon, und bewegte die bürgere theils freywiüig theils durch schre-cken, daß sie gleichfalls in den Acheischen dund eintraten, wodurchdleses macht sehr wäre verstärcket worden, wo nur die fach gedaurethätte. Philopoemen liesse zwar eben dieses seine gröste sorge seyn,und als die vornehmste Lacedämomer ihme die iro talente, welcheaus denen verkaufften gitteren des Nabis waren erlöset worden, zireinem geschenck anerboten, schlüge ers für sich großmüthig aus,nethe thuen aber, sie sollen vielmehr diejenige durch selbiges geld z»gewinnen trachten, welche sonst in der stadt neue Händel erwecken,und die burgere von dem ermeldten bund abziehen möchten. Alsauch wurcklich eine solche Neuerung allda erfolget, und der damali«ge Acheische General Diophanes neben dem Römer T- Quioctior ismimno. welcher in selbiger zeit nach Überwindung des Macedo-mers Philippi alles in Griechenland gälte, die stadt mit äusserstenscharffe verfolgen wolte, rieche Philopoemen, daß man vielmehr ge-linde mitte! vorkehren möchte; und als dieses nichts verfienge,wagte er ein kühnes stück, grenze selbst ohne kriegs-vvlck, mästen erin keinem amt stunde, gen Lacebämon, bewegte diese stadt, daß siesich von neuem für den Acheischen bund erklärete, und schlösse her-nach sowohl Diophani als T. Quinctio die chore zu, ohne daß sierechte ursach hatten, sich über ihne zu beschwüren. Hingegen wäreer wider eben diese stadt um so viel Märjftr, da sie nachmale» Ver-drießlichkeiten erweckte, mästen er daraus ihre Mauren nieder riß,ihnen einen theil des lands nahm, viele bürgere tödtete, noch meh-rere aber, welche unter den tyrannen allda eingenistet waren, aus»jagte, und letztlich gar die so berühmten gesatze und zucht des Lycur-gi gäntzlich abschaffte. Im übrigen wehrte er noch , so viel ihmemöglich war, baß sich die Griechen der Mon damahl sehr Überwe-genden Römischen macht nichr allzu sehr unterwerffen möchten,und würckte in der that sei» ansehen noch so viel, baß die Römermanches von ihme litten, so sie an anderen sehr übel aufgenommenhätten: als da er nach dem sieg, welchen diese vor den äugen desgantzen Griechenlands wider Äntiochum den Grossen erfochten,sich thuen dannoch widersetzen börsten, als sie eben die wiedereinse,tzung der vorgemeldten vertriebenen ausLacedämon begehrten,abersolches gleich baraufvon selbsten bewerckstelliget, damit die wiederhergestellte solche gutthat viel eher ihren landes-leuthen als frem-den zu verdancken hätten. Dieser grosse mann verlohre zuletzt un-glücklich sein leben,als er fürs achte mal derAcbeernOberster Feld-Herr war, und'seio leben über 70 jähr gebracht hatte. Ein gewisserDinocrares hatte sich unvcrsehends mcisier von Messene, oder, wieT. Livins schreibet, von Coronea gemacht, und Philopoemen, ob-wohl an einem sicher kranck, wäre mit einer anzahl reuter in gröstereyl herzu gerannt, um dem mann einhalt zu tbun. Weil er abereine starcke macht vor sich fände, muste er sich zurück ziehen, da111 Theil» Aaa c> a a » dann