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Freimüthige Gedanken über die Entvölkerung unserer Vaterstadt
Entstehung
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G ( 37 ) A

Mr solchen Aufname für die Sitten und fürdie Religion zu befürchten haben möchte. Re-ligion und Sitten fein die sichersten Stüzzendes Staates. Wenn dise durch die Aufnameneuer Bürger erschüttert werden sollten, sowird kein guter Bürger sie für vorteilhaft an-sehen können. Reichtum, Macht, Ansehen,Ehre, lauter eitle, lauter verächtliche, lauterzu verabscheuende Vorteile, wenn dieselben aufUnkosten der Religion und der Sitten erlan-get werden sollen. Was können aber emsige,arbeitsame und rechtschaffne Leute uns so sehrverderben? Was sür neue Laster werden unsneue Bürger lehren? Sein uns, leider, nichtschon alle bekannt? Freilich werden die, sowir annehmen könnten, ihre Mängel und Feh-ler haben wie wir. Aber werden sie schlimmersein ? Und haben wir alsdenn nicht die Aus-wahl ? Kan man nicht die, von denen manetwas so Schlimmes zu befürchten hat, fort-weisen?

Mau kan überhaubt sagen, daß alle volkrei-che Städte verderbter sein als andere. ESist natürlich, daß da wo mehr Menschen sein,auch mehr Laster sein. Aus disem Grunde könnteman denken, sollten wir dje Bevölkerung eherverabscheuen als wünschen. Alleine sein klei-ne und daher meistens von müssigen Leutenbesetzte Städte nicht eben so ausgelassen undausgelassener als Grosse? Wir wären villeich-te nicht so schlimm, wann hier mehrere Leutewohneten, und mehr Anlaß zu arbeiten wäre.

C z Der