—
EP
m—
————
Vorrede.
Oleweil dann G. Fürſtin und Frau/ mir wol bewußt/ daß J. G. zu ſolchen eine ſondere Luſt und Zu-Neigung tragen/ wie dann heyde Fůrſtliche Gaͤrten zu Durlach und Sultzhurg das gnugſam erwieſen/ wieaich bie Fuͤrſtliche Apotheck/ aus welcher man nach J. 5. G. gnaͤdigen Befelch, vielen Armen/ wie ich dannofftermalen ſelber zu Sultzburg geſehen/ zu Huͤlff kom̃t/ bin ich verur ſachet worden/ gegenwaͤrtiges neu undvollkommenes Kraͤuterbuch/ welches hiebevor von dem hochgelehrten Herren Jacobo Theodoro Tabernae-montano mit hoͤchſtem Fleis und Muͤhe/ aus langwiriger Erfahrung auch den allervortrefflichſten neuenund alten Scribenten beſchrieben/ und darinn vaſt unzehliche/ vortreffliche/ hochbewaͤhrte Experimenten/und heimliche verborgene Kunſtſtücke/ an Menſchen und Viehe mit hoͤchſtem Nutz und Ruhm zu gebrau-chen/ begriffen/ anjeßo aber von mir mit vielen/ fo wol fremden als einheimiſchen Kraͤutern/ Gewaͤchſen/Experimenten/ cr. aller Orten verbeſſert/ vermehret/ und dermaſſen zugerichtet worden/ daß es wegen feinerVollkommenheit/ gleichſam vor ein gantz neues Werck zu achten/ E. F. G. allerunderthaͤnigſt zu dedicierenund zuzuſchreiben/ init underthaͤniger Bitt/ E. F. G. wolle ſolches in Gnaden aufnemmen/ und dieſe meineArbeit. gefallen laſſen.;;
Dieſelbe E. F. G. ſamt Dero geliebten Herren und Gemahel/ meinem gnaͤdigen Fuͤrſten und Herren/denen ich underthaͤnig willig Dienſt/ euſſerſt Vermögens die Zeit meines Lebens zu erweiſen bereit/ dem All-mächtigen in aller glůͤckſeligen Regierung(neben Wuͤnſchung langwiriger Geſundheit/ und alle zeitliche undewige Wolfahrt)underthaͤnig befehlend(e. Datum Baſel den. Hornung 1613.
Underthaͤn iger. Caſpar Bauhin .M e eg e g gr d gr m n eh ge aer e zr hn El» e fin, en er ee g, a GnDem Durchleuchtigſten/ Hochgebornen Fuͤrſten und Herren/Herren Johann Caſimiro/ Pfaltzgraffen bey Rhein , der C hurfuͤrſtlichenPfaltz Adminiſtratorn und Vormund/ Hertzogen in Baͤyern /c. Bid dem DurchleuchtigenHochgebornen Fuͤrſten und Herren/ Herren Friderichen/ Pfaltzgraffen bey Rhein / der ChurfuͤrſtlichenPfaltz Erben/ und Hertzogen in Bapern/ ꝛc. Dem auch Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fuͤrſten undHerren/ Herren Johannſen/ Pfaltzgraffen bey Rhein / und Graffen zu Veldent ꝛc. Meinen gnaͤdigſtenund G. G. Fuͤrſten und Herren/ und geliebten Landsfürſten.BEI Urchleuchtigſte/ Durchleuchtige/ Hochgeborne Fuͤrſten/ gnaͤdigſte und gnaͤdige/ gnaͤdige HerrenR Herren. Dis mein neues Kraͤuterbuch hab E. F. G. G. G. ich auf dis mal zu Ehren und folgendsN unſerm gemeinen Vatterland zu Dienſt und Wolfahrt/ aus ſonderlichen bedencklichen Brſachen/D underthänigſt und underthaͤnig wollen vor andern dedreieren und zuſchreiben, ſintemal ich als einKind der Fuͤrſtl. Pfaltz darinnen ich gezeuget/ geboren und auferzogen/ und dann alß ich zu meinen. Jahren und beſten Alter kommen/ der Churfuͤrſtl. und Fuͤrſtl. Pfaltz etlich und zwantzig Jahr un-derthaͤnigſter/ underthaͤniger/ unſchuldiger Diener geweſen/ und auch noch bis an mein End zu bleiben gedencke/mich zuvorderſt gegen E. F. G. G. G. und meinem geliebten Vatterland vor fo vel von derſelben mir gnaͤdigſtenund G. G. erzeigten und bewieſenen Gnaden väͤtterlichen Wolthaten underthaͤnigſt/ underthaͤnig danckbar undwillfaͤhrig erzeigte/ denen vor allen andern underthaͤnigſte/ underthaͤnige und willfaͤhrige Danckbarkeit zu bewei-fen ich mich bis an mein Ende ſchuldig erkenne/ Vnd daß zum andern dieſes mein Buch auch qualificir e Schutz-herren uͤberkame/ habe E. F. G. G. G. ich billich vor andern erwehlen ſollen/ als die zu den Kräutern und allen ansdern einfachen Gewaͤchſen neben ihren großwichtigen Geſchaͤfften/ ſich bisweilen zu Erquickung, ſonderlichenAnmuht tragen ſich damit zu beluſtigen und ihre Kurtzweil darmit zu haben/ wie dann die ſchoͤne Churfuͤrſtlicheund Fuͤrſtliche Luſtgaͤrten/ die mit allerhand ſchoͤnen/ luſtigen/ auslaͤndiſchen Kraͤutern/ Gewachſen und koͤſtli-chen Früchten ſolches bezeugen/ darinnen dann E. F. G. G. G. dem Exempel vieler groſſen Potentaten und Fürsſten und Herren nachfolgen/ und in deren Fußſtapffen tretten/ dardurch ſie dann auch neben andern RitterlichenFuͤrſtlichen Thaten und Tugenden/ ein ewiges und unſterbliches Lob bey den Nachkommenen behalten werden/dann es groſſen Fuͤrſten und Herren wol anſteht/ und nicht allein ein Fuͤrſtliche Tugend iſt/ ſondern es erfordertauch ihr Am̃t daſſelbig/ ſich ſolches göttlichen Handels der Erkantnus der Kräuter anzunemmen/ ſintemal Siedieſelben von wegen des groſſen Vnkoſtens viel beſſer und leichter aus fremden Nationen zuwegen bringen koͤnnen/als andere gemeine Leuth/ was auch für groſſe Wolehat dem gemeinen Nutz und allen Menſchen daraus erfolgenmag/ iſt nicht aus zuſprechen/ ſintemal es nicht allein den Aertzten und Apotheckern/ die nicht allwegen gern groſſeKoͤſten anwenden fremde Gewaͤchs zur hand zu bringen/ ſondern menniglichen wol darmit gedienet wird/ daß Diesſelbigen ihnen deſto bekandter werden/ und viel Irꝛthum die bisher in Artzneyen geſchehen/ hinfuͤrter möchtenvermitten bleiben/ da ſonſt die alten Avicenniſten/ die doch den Avicennam und andere Arabiſche Authores wieauch die Griechiſche nicht verſtehn/ bey ihrem einmal altem gefaßten Wahn und falſchen unwiſſenden Itꝛthum/nicht allein ſich nicht abweiſen laſſen/ ſondern die jungen Aertzt und Medicos auf ihre unwiſſende Traͤume abhal-ten/ und dieſelbige alſo mit ſich in ihre greulcche Irꝛthum verführen, alſo daß ein Blinder dem andern den Wegweiſen wil/ zu groſſem Nacht heil und Schaden vieler Menſchen/ und ſich auch letſtlich ſelbſt mit einander in dieunwiſſende Gruben/ die ſie ihnen ſelbſt aus Vnverſtand gemacht, ſtuͤrtzen/ dann was laͤnder heutigs tags noch fürſchwerlicher Irꝛthum aus Vnverſtand und Vnwiſſenheit/ oder Vnerkantnus der einfachen Gewaͤchs/ in vielenApothecken im ſchwang gehen/ ſonderlich denen Avicenniſten/ die mit ihrem Calendermachen fo viel zu ſchaffen/daß ſie der Erkantnus der Simplicien nicht achten/ oder aber junge a. Leuth/ vorgeſetzt ſeind/ ſich zutra-36 ij gen