Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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Vorrede.

Oleweil dann G. Fürſtin und Frau/ mir wol bewußt/ daß J. G. zu ſolchen eine ſondere Luſt und Zu-Neigung tragen/ wie dann heyde Fůrſtliche Gaͤrten zu Durlach und Sultzhurg das gnugſam erwieſen/ wieaich bie Fuͤrſtliche Apotheck/ aus welcher man nach J. 5. G. gnaͤdigen Befelch, vielen Armen/ wie ich dannofftermalen ſelber zu Sultzburg geſehen/ zu Huͤlff kom̃t/ bin ich verur ſachet worden/ gegenwaͤrtiges neu undvollkommenes Kraͤuterbuch/ welches hiebevor von dem hochgelehrten Herren Jacobo Theodoro Tabernae-montano mit hoͤchſtem Fleis und Muͤhe/ aus langwiriger Erfahrung auch den allervortrefflichſten neuenund alten Scribenten beſchrieben/ und darinn vaſt unzehliche/ vortreffliche/ hochbewaͤhrte Experimenten/und heimliche verborgene Kunſtſtücke/ an Menſchen und Viehe mit hoͤchſtem Nutz und Ruhm zu gebrau-chen/ begriffen/ anjeßo aber von mir mit vielen/ fo wol fremden als einheimiſchen Kraͤutern/ Gewaͤchſen/Experimenten/ cr. aller Orten verbeſſert/ vermehret/ und dermaſſen zugerichtet worden/ daß es wegen feinerVollkommenheit/ gleichſam vor ein gantz neues Werck zu achten/ E. F. G. allerunderthaͤnigſt zu dedicierenund zuzuſchreiben/ init underthaͤniger Bitt/ E. F. G. wolle ſolches in Gnaden aufnemmen/ und dieſe meineArbeit. gefallen laſſen.;;

Dieſelbe E. F. G. ſamt Dero geliebten Herren und Gemahel/ meinem gnaͤdigen Fuͤrſten und Herren/denen ich underthaͤnig willig Dienſt/ euſſerſt Vermögens die Zeit meines Lebens zu erweiſen bereit/ dem All-mächtigen in aller glůͤckſeligen Regierung(neben Wuͤnſchung langwiriger Geſundheit/ und alle zeitliche undewige Wolfahrt)underthaͤnig befehlend(e. Datum Baſel den. Hornung 1613.

Underthaͤn iger. Caſpar Bauhin .M e eg e g gr d gr m n eh ge aer e zr hn El» e fin, en er ee g, a GnDem Durchleuchtigſten/ Hochgebornen Fuͤrſten und Herren/Herren Johann Caſimiro/ Pfaltzgraffen bey Rhein , der C hurfuͤrſtlichenPfaltz Adminiſtratorn und Vormund/ Hertzogen in Baͤyern /c. Bid dem DurchleuchtigenHochgebornen Fuͤrſten und Herren/ Herren Friderichen/ Pfaltzgraffen bey Rhein / der ChurfuͤrſtlichenPfaltz Erben/ und Hertzogen in Bapern/ ꝛc. Dem auch Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fuͤrſten undHerren/ Herren Johannſen/ Pfaltzgraffen bey Rhein / und Graffen zu Veldent ꝛc. Meinen gnaͤdigſtenund G. G. Fuͤrſten und Herren/ und geliebten Landsfürſten.BEI Urchleuchtigſte/ Durchleuchtige/ Hochgeborne Fuͤrſten/ gnaͤdigſte und gnaͤdige/ gnaͤdige HerrenR Herren. Dis mein neues Kraͤuterbuch hab E. F. G. G. G. ich auf dis mal zu Ehren und folgendsN unſerm gemeinen Vatterland zu Dienſt und Wolfahrt/ aus ſonderlichen bedencklichen Brſachen/D underthänigſt und underthaͤnig wollen vor andern dedreieren und zuſchreiben, ſintemal ich als einKind der Fuͤrſtl. Pfaltz darinnen ich gezeuget/ geboren und auferzogen/ und dann alß ich zu meinen. Jahren und beſten Alter kommen/ der Churfuͤrſtl. und Fuͤrſtl. Pfaltz etlich und zwantzig Jahr un-derthaͤnigſter/ underthaͤniger/ unſchuldiger Diener geweſen/ und auch noch bis an mein End zu bleiben gedencke/mich zuvorderſt gegen E. F. G. G. G. und meinem geliebten Vatterland vor fo vel von derſelben mir gnaͤdigſtenund G. G. erzeigten und bewieſenen Gnaden väͤtterlichen Wolthaten underthaͤnigſt/ underthaͤnig danckbar undwillfaͤhrig erzeigte/ denen vor allen andern underthaͤnigſte/ underthaͤnige und willfaͤhrige Danckbarkeit zu bewei-fen ich mich bis an mein Ende ſchuldig erkenne/ Vnd daß zum andern dieſes mein Buch auch qualificir e Schutz-herren uͤberkame/ habe E. F. G. G. G. ich billich vor andern erwehlen ſollen/ als die zu den Kräutern und allen ansdern einfachen Gewaͤchſen neben ihren großwichtigen Geſchaͤfften/ ſich bisweilen zu Erquickung, ſonderlichenAnmuht tragen ſich damit zu beluſtigen und ihre Kurtzweil darmit zu haben/ wie dann die ſchoͤne Churfuͤrſtlicheund Fuͤrſtliche Luſtgaͤrten/ die mit allerhand ſchoͤnen/ luſtigen/ auslaͤndiſchen Kraͤutern/ Gewachſen und koͤſtli-chen Früchten ſolches bezeugen/ darinnen dann E. F. G. G. G. dem Exempel vieler groſſen Potentaten und Fürsſten und Herren nachfolgen/ und in deren Fußſtapffen tretten/ dardurch ſie dann auch neben andern RitterlichenFuͤrſtlichen Thaten und Tugenden/ ein ewiges und unſterbliches Lob bey den Nachkommenen behalten werden/dann es groſſen Fuͤrſten und Herren wol anſteht/ und nicht allein ein Fuͤrſtliche Tugend iſt/ ſondern es erfordertauch ihr Am̃t daſſelbig/ ſich ſolches göttlichen Handels der Erkantnus der Kräuter anzunemmen/ ſintemal Siedieſelben von wegen des groſſen Vnkoſtens viel beſſer und leichter aus fremden Nationen zuwegen bringen koͤnnen/als andere gemeine Leuth/ was auch für groſſe Wolehat dem gemeinen Nutz und allen Menſchen daraus erfolgenmag/ iſt nicht aus zuſprechen/ ſintemal es nicht allein den Aertzten und Apotheckern/ die nicht allwegen gern groſſeKoͤſten anwenden fremde Gewaͤchs zur hand zu bringen/ ſondern menniglichen wol darmit gedienet wird/ daß Diesſelbigen ihnen deſto bekandter werden/ und viel Irꝛthum die bisher in Artzneyen geſchehen/ hinfuͤrter möchtenvermitten bleiben/ da ſonſt die alten Avicenniſten/ die doch den Avicennam und andere Arabiſche Authores wieauch die Griechiſche nicht verſtehn/ bey ihrem einmal altem gefaßten Wahn und falſchen unwiſſenden Itꝛthum/nicht allein ſich nicht abweiſen laſſen/ ſondern die jungen Aertzt und Medicos auf ihre unwiſſende Traͤume abhal-ten/ und dieſelbige alſo mit ſich in ihre greulcche Irꝛthum verführen, alſo daß ein Blinder dem andern den Wegweiſen wil/ zu groſſem Nacht heil und Schaden vieler Menſchen/ und ſich auch letſtlich ſelbſt mit einander in dieunwiſſende Gruben/ die ſie ihnen ſelbſt aus Vnverſtand gemacht, ſtuͤrtzen/ dann was laͤnder heutigs tags noch fürſchwerlicher Irꝛthum aus Vnverſtand und Vnwiſſenheit/ oder Vnerkantnus der einfachen Gewaͤchs/ in vielenApothecken im ſchwang gehen/ ſonderlich denen Avicenniſten/ die mit ihrem Calendermachen fo viel zu ſchaffen/daß ſie der Erkantnus der Simplicien nicht achten/ oder aber junge a. Leuth/ vorgeſetzt ſeind/ ſich zutra-36 ij gen