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Vorrede.reitzen/ baß ſie dirſelben defto lieber gebrauchen/ und das mit geringerem Koſten durch unſere Kräuter und Sewächskönten zuwegen bringen/ und ſtehet derowegen auch den Reichen und einem jeden frey/ fo fie den Koſten darauffwenden wollen, und ihren Leib daran wagen/ daß ſie ihnen mögen aus Arabia/ Calecuth und andern auslaͤndiſchenLandſchafften helffen laſſen..
Daß nun Durchleuchtigſter/ Hochgeborner Fürſt/ gnaͤdigſter Herꝛ/ auch Durchleuchtige/ HochgeborneZuͤrſten und G. G. Herren, Euer Fuͤrſiliche G. G3. G, in deren Churfuͤrſtlichen und Für tlichen Luſtgaͤrten/ aller-hand fo wol auslaͤndiſche als einheimiſche Kraͤuter/Fruͤcht/ Baum/ und andere Gewächs pflantzen und zielenlaſſen/ auch jahrlichen nicht ein geringen Koſten darauff wenden, eigene geſchickte und erfahrne Gaͤrtner halten/die der Bewächs Gelegenheit verſtehen/ wiſſen/ und derſelben fleiſſig abwarten/ daran thun E. F. G. G. G. einloͤbltch/ Ehriſtlich/ und dem gemeinen Vatterland nutzliches Werck, welches wir nicht allein zu unſerer Zeithöͤchlich loben/ ſonderen auch die Poſteritet hernachmals rühmen, und von E. J. G. G. G. hoch preiſen wird/darburch fie dann deren ein ewige und hochlohliche Gedaͤchtnus machen wird in dem ſie den großmaͤchtigen altenKönigen und loͤblichen Furſten/ wie auch Weyland den Durchleuchtigſten Hochgebornen Fuͤrſten und Herren/Herren kriderico II. Herten Otthoni Henrico, Herren Friderico ll und Herren Ludovico allen Pfaltzgraffenbey Rhein , und des heiligen Romiſchen Reichs Ertztruchſeſſen und Churfüͤrſten, Hertzogen in Baͤyern/ E. F. G.G. G. Herren Vettern und Herren Vaͤttern hochſeligſter Gedaͤchtnus/Fußſtapffen tretten die alle ſich der Er-Fangus der Kräuter, neben anderen hochwichtigen Sachen angenommen und ihren Luſt darmit gehabt, die in
Ehren gehalten/ und denſelben auch Namen gegeben und nach dem ſie ihre Kraͤfften erfahren/ andern Menſchen
auch angezeiget/ wie dann ſolches die Hiſtorien gnugſam anzeigen: Euax ein König der Arabier wandte groſſenFleiß an/ daß er die Kraͤuter und andere einfache Gewaͤchs gründlich möchte kennen lehrnen, der ſie neben ihrerBeſchreibung fleiſſig lieſſe abconterfeyten und illuminieren/ die er dann alſo artlich abgemahlet/ dem Roͤmiſchen
Keyſer Neroni uͤberſchicket zu einer ſonderlichen Preſent und Verehrung/ daraus die Röomiſchen Keyſer find bes
wegt worden/ daß fie die Kraͤuter und andere einfache Gewaͤchs in hohen Wurden und Ehren gehalten/ und wieGalenus bezeuget/ haben fie groſſen Koſten an die Kraͤuter und Erkundiger derſelben auff gewendet/ damit dieſelbi-gen je mehr und mehr bekandt wurden/ ſolches haben fee auch/ wie Plinius darvon ſchreibet/ für groſſe FuͤrſtlicheThaten gehalten/ viel mehr als wann fie durch Krieg geſieget und ihre Feind gedemmet/ und überwunden haͤt-ten. Gentius der Wenden Koͤnig/ hat den Entzian und ihren Gebrauch den Menſchen erſtlich angezeiget/ unddeſſen ein groͤſſere Freud gehabt/ dann wann er hundert Statt, Land und Leut erobert haͤtte wie Plinius bezeu-get, der es auch nach feinem Namen Gentianam genennet/ den Weiderich Lyſimachia geheiſſen/ hat der Koͤnigin Macedonien Lyſimachus erſtlich angezeiget/ und nach ſeinem Namen yſimachiam genennet/ das klein Ba-tengel Teucrium genennet/ hat Teucer erſtlich erfunden/ und nach feinem Namen auch alſo genennet/ das Waſ-fer Bathengel hat der Parther Koͤnig Mithridates erfunden und angezeigt/ und nach feinem Namen Mithrida-tiam genannt/ die Heilwurtzeln Panaces haben Achilles und Hercules erfunden/ die Waſſer Bethonien/ ſonſtBachſchaum genannt/ iſt von dem Koͤnig Clymene erfunden/ und nach feinem Namen Clymenum noch auden heutigen Tag geheiſſen. Juba der Koͤnig in Mauritania hat das Euphorbium erfunden/ den Beyfuß oderBucken hat die Königin Artemeſia ein Hausfrau des Königs Maurın in klein Aſien erfunden/ und nach ihremNamen Artemeſiam genennet/ welchen Namen es noch bis auff den heutigen Tag behaltet deren groſſen Po-tentaten und mächtigen Fürften koͤnte man wol vielmehr aus den Hıltorus anziehen/ die ſich dieſer loblichenKraͤuter⸗kunſt mit allem Fleis angenommen/ und dardurch hochberuͤhmt worden/ und ein ewige Gedaͤchtnus des-wegen bekommen haben/ als Avicenna, Amanzor, Sabor, Razes, Hali und Avicenna , was ſeynd dieſe all gewe-ſen/ als groſſe gewaltige König/ Fuͤrſten und vornemme Herren? wo waͤren fie jetzund/ wann ſie nicht in denKraͤutern und einfachen Gewaͤchſen/ deren Erfinder fie getweſen/ ihnen Namen gegeben/ und dardurch ihre Na-men in Gedaͤchtnus erhalten worden? was wißte man von Gentio, Clymeno, M ithridate, Lyſimacho, den lob-lichen Königen/ wann fie ſich der Kraͤuter und anderer Gewaͤchs nicht hätten angenommen/ und dieſelbigen ge-mehret/ und dadurch in ein ewige Vnſterblichkeit kommen/ alſo/ daß ſie auff den heutigen Tag durch dieſe herꝛli-che Thaten mehr leben/ dann da fie noch auff Erdreich geweſen ſeynd/ ja was ſage ich von den gemeldten Heyd-niſchen Koͤnigen und Fuͤrſten / ſintemal auch der allerweiſeſte Konig ir Iſrael Salomon/ den Gott der Allmaͤch-tige vor allen andern Koͤnigen/ Fuͤrſten und Herren/ ja auch allen Menſchen auff Erden mit allerhand edlen Tu-genden und Gaben der Weisheit begnadet und uͤberſchuͤttet/ ſich dieſer heiligen und goͤttlichen Kunſt der Er kant-nus der Kraͤuter und anderer Gewaͤchs angenommen/ und ſich deren nicht beſchaͤmet/ wie ſolches die H. Schrifft3. Reg. cap. 4. bezeuget/ daß er von allen natürlichen Dingen diſputiert hat/ von dem Cederbaum an/ bis zu demYſop/ der aus der Mauren waͤchſt/ ſo ruͤhmet auch gemeldter König Salomon von ſich ſelbſt im Buch der Weis-heit/ daß ihn die Weisheit Gottes gelehret hab/ mancherley Art und Gewaͤchs/ und Kraͤfft der Wurtzeln erken-nen/ fo zeiget auch der alte Hiſtoryſchreiber Flavius Joſephus lib. 8. cap. 2. von dem Juͤdiſchen Krieg an/ wie daßder gemeldte und hochweiß Koͤnig Salomon von Gewaͤchſen/ Thieren/ und allen anderen Dingen/ die under der
Sonnen/ im Lufft, dem Erdreich und Waſſer ihr Weſen haben 3090. Buͤcher geſchrieben habe, welche ohnezweiffel von wegen des Volcks Sünden/ durch viel und mancherley Krieg/ Raub und Brand umkommen/ ver-
tilget/ und nicht ans Liecht kommen ſeynd/ und fo wir dieſelbigen noch hätten, vermochte ſie kein Koͤnig mit ſeinemGut bezahlen/ und wurden die Bücher Hippocratis, Galeni, Avıcennz, Dioſcoridis, und aller alten berühmtenGriechiſchen und Arabiſchen Aertzet/ die kaum ein Schatten gegen den Büchern Sal omonis zu rechnen ſeyn/ nichtviel gelten. Alle obangezogene lobliche Exempel, folten alle hochlobliche Potent aten, groſſe Fuͤrſten und Herrenzu Gemuͤht fuhren, und diefe lobliche Kunſt/ die ein ſolche Kunſt iſt/ die von der Weisheit Gottes(das iſt von demH. Geiſt) wie Salomon bezeuget/ den Menſchen offenbaret wird/ in hohen Ehren halten/ dieſelbige durch ihrenFleis zu fuͤrdern und zu mehren/ daß ihnen gleichfals/ wie den alten und obenerzehlten Koͤnigen und Fuͤrſten / zu
einem ewigen unſterblichen Lob und Ehren gereichen wurde/ wie dann weyland die hoͤchſtermeldten Ehurfuͤrſten