Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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Vorrede.reitzen/ baß ſie dirſelben defto lieber gebrauchen/ und das mit geringerem Koſten durch unſere Kräuter und Sewächskönten zuwegen bringen/ und ſtehet derowegen auch den Reichen und einem jeden frey/ fo fie den Koſten darauffwenden wollen, und ihren Leib daran wagen/ daß ſie ihnen mögen aus Arabia/ Calecuth und andern auslaͤndiſchenLandſchafften helffen laſſen..

Daß nun Durchleuchtigſter/ Hochgeborner Fürſt/ gnaͤdigſter Herꝛ/ auch Durchleuchtige/ HochgeborneZuͤrſten und G. G. Herren, Euer Fuͤrſiliche G. G3. G, in deren Churfuͤrſtlichen und Für tlichen Luſtgaͤrten/ aller-hand fo wol auslaͤndiſche als einheimiſche Kraͤuter/Fruͤcht/ Baum/ und andere Gewächs pflantzen und zielenlaſſen/ auch jahrlichen nicht ein geringen Koſten darauff wenden, eigene geſchickte und erfahrne Gaͤrtner halten/die der Bewächs Gelegenheit verſtehen/ wiſſen/ und derſelben fleiſſig abwarten/ daran thun E. F. G. G. G. einloͤbltch/ Ehriſtlich/ und dem gemeinen Vatterland nutzliches Werck, welches wir nicht allein zu unſerer Zeithöͤchlich loben/ ſonderen auch die Poſteritet hernachmals rühmen, und von E. J. G. G. G. hoch preiſen wird/darburch fie dann deren ein ewige und hochlohliche Gedaͤchtnus machen wird in dem ſie den großmaͤchtigen altenKönigen und loͤblichen Furſten/ wie auch Weyland den Durchleuchtigſten Hochgebornen Fuͤrſten und Herren/Herren kriderico II. Herten Otthoni Henrico, Herren Friderico ll und Herren Ludovico allen Pfaltzgraffenbey Rhein , und des heiligen Romiſchen Reichs Ertztruchſeſſen und Churfüͤrſten, Hertzogen in Baͤyern/ E. F. G.G. G. Herren Vettern und Herren Vaͤttern hochſeligſter Gedaͤchtnus/Fußſtapffen tretten die alle ſich der Er-Fangus der Kräuter, neben anderen hochwichtigen Sachen angenommen und ihren Luſt darmit gehabt, die in

Ehren gehalten/ und denſelben auch Namen gegeben und nach dem ſie ihre Kraͤfften erfahren/ andern Menſchen

auch angezeiget/ wie dann ſolches die Hiſtorien gnugſam anzeigen: Euax ein König der Arabier wandte groſſenFleiß an/ daß er die Kraͤuter und andere einfache Gewaͤchs gründlich möchte kennen lehrnen, der ſie neben ihrerBeſchreibung fleiſſig lieſſe abconterfeyten und illuminieren/ die er dann alſo artlich abgemahlet/ dem Roͤmiſchen

Keyſer Neroni uͤberſchicket zu einer ſonderlichen Preſent und Verehrung/ daraus die Röomiſchen Keyſer find bes

wegt worden/ daß fie die Kraͤuter und andere einfache Gewaͤchs in hohen Wurden und Ehren gehalten/ und wieGalenus bezeuget/ haben fie groſſen Koſten an die Kraͤuter und Erkundiger derſelben auff gewendet/ damit dieſelbi-gen je mehr und mehr bekandt wurden/ ſolches haben fee auch/ wie Plinius darvon ſchreibet/ für groſſe FuͤrſtlicheThaten gehalten/ viel mehr als wann fie durch Krieg geſieget und ihre Feind gedemmet/ und überwunden haͤt-ten. Gentius der Wenden Koͤnig/ hat den Entzian und ihren Gebrauch den Menſchen erſtlich angezeiget/ unddeſſen ein groͤſſere Freud gehabt/ dann wann er hundert Statt, Land und Leut erobert haͤtte wie Plinius bezeu-get, der es auch nach feinem Namen Gentianam genennet/ den Weiderich Lyſimachia geheiſſen/ hat der Koͤnigin Macedonien Lyſimachus erſtlich angezeiget/ und nach ſeinem Namen yſimachiam genennet/ das klein Ba-tengel Teucrium genennet/ hat Teucer erſtlich erfunden/ und nach feinem Namen auch alſo genennet/ das Waſ-fer Bathengel hat der Parther Koͤnig Mithridates erfunden und angezeigt/ und nach feinem Namen Mithrida-tiam genannt/ die Heilwurtzeln Panaces haben Achilles und Hercules erfunden/ die Waſſer Bethonien/ ſonſtBachſchaum genannt/ iſt von dem Koͤnig Clymene erfunden/ und nach feinem Namen Clymenum noch auden heutigen Tag geheiſſen. Juba der Koͤnig in Mauritania hat das Euphorbium erfunden/ den Beyfuß oderBucken hat die Königin Artemeſia ein Hausfrau des Königs Maurın in klein Aſien erfunden/ und nach ihremNamen Artemeſiam genennet/ welchen Namen es noch bis auff den heutigen Tag behaltet deren groſſen Po-tentaten und mächtigen Fürften koͤnte man wol vielmehr aus den Hıltorus anziehen/ die ſich dieſer loblichenKraͤuter⸗kunſt mit allem Fleis angenommen/ und dardurch hochberuͤhmt worden/ und ein ewige Gedaͤchtnus des-wegen bekommen haben/ als Avicenna, Amanzor, Sabor, Razes, Hali und Avicenna , was ſeynd dieſe all gewe-ſen/ als groſſe gewaltige König/ Fuͤrſten und vornemme Herren? wo waͤren fie jetzund/ wann ſie nicht in denKraͤutern und einfachen Gewaͤchſen/ deren Erfinder fie getweſen/ ihnen Namen gegeben/ und dardurch ihre Na-men in Gedaͤchtnus erhalten worden? was wißte man von Gentio, Clymeno, M ithridate, Lyſimacho, den lob-lichen Königen/ wann fie ſich der Kraͤuter und anderer Gewaͤchs nicht hätten angenommen/ und dieſelbigen ge-mehret/ und dadurch in ein ewige Vnſterblichkeit kommen/ alſo/ daß ſie auff den heutigen Tag durch dieſe herꝛli-che Thaten mehr leben/ dann da fie noch auff Erdreich geweſen ſeynd/ ja was ſage ich von den gemeldten Heyd-niſchen Koͤnigen und Fuͤrſten / ſintemal auch der allerweiſeſte Konig ir Iſrael Salomon/ den Gott der Allmaͤch-tige vor allen andern Koͤnigen/ Fuͤrſten und Herren/ ja auch allen Menſchen auff Erden mit allerhand edlen Tu-genden und Gaben der Weisheit begnadet und uͤberſchuͤttet/ ſich dieſer heiligen und goͤttlichen Kunſt der Er kant-nus der Kraͤuter und anderer Gewaͤchs angenommen/ und ſich deren nicht beſchaͤmet/ wie ſolches die H. Schrifft3. Reg. cap. 4. bezeuget/ daß er von allen natürlichen Dingen diſputiert hat/ von dem Cederbaum an/ bis zu demYſop/ der aus der Mauren waͤchſt/ ſo ruͤhmet auch gemeldter König Salomon von ſich ſelbſt im Buch der Weis-heit/ daß ihn die Weisheit Gottes gelehret hab/ mancherley Art und Gewaͤchs/ und Kraͤfft der Wurtzeln erken-nen/ fo zeiget auch der alte Hiſtoryſchreiber Flavius Joſephus lib. 8. cap. 2. von dem Juͤdiſchen Krieg an/ wie daßder gemeldte und hochweiß Koͤnig Salomon von Gewaͤchſen/ Thieren/ und allen anderen Dingen/ die under der

Sonnen/ im Lufft, dem Erdreich und Waſſer ihr Weſen haben 3090. Buͤcher geſchrieben habe, welche ohnezweiffel von wegen des Volcks Sünden/ durch viel und mancherley Krieg/ Raub und Brand umkommen/ ver-

tilget/ und nicht ans Liecht kommen ſeynd/ und fo wir dieſelbigen noch hätten, vermochte ſie kein Koͤnig mit ſeinemGut bezahlen/ und wurden die Bücher Hippocratis, Galeni, Avıcennz, Dioſcoridis, und aller alten berühmtenGriechiſchen und Arabiſchen Aertzet/ die kaum ein Schatten gegen den Büchern Sal omonis zu rechnen ſeyn/ nichtviel gelten. Alle obangezogene lobliche Exempel, folten alle hochlobliche Potent aten, groſſe Fuͤrſten und Herrenzu Gemuͤht fuhren, und diefe lobliche Kunſt/ die ein ſolche Kunſt iſt/ die von der Weisheit Gottes(das iſt von demH. Geiſt) wie Salomon bezeuget/ den Menſchen offenbaret wird/ in hohen Ehren halten/ dieſelbige durch ihrenFleis zu fuͤrdern und zu mehren/ daß ihnen gleichfals/ wie den alten und obenerzehlten Koͤnigen und Fuͤrſten / zu

einem ewigen unſterblichen Lob und Ehren gereichen wurde/ wie dann weyland die hoͤchſtermeldten Ehurfuͤrſten