Vorrede..EF G. G. Gz. Herren Vettern/ Herꝛn Vaͤtter und Altherꝛvatter/ hoͤchſtſeliger Gedaͤchtnuß/ durch die Pflan-
gung und Erhaltung des Churfurſtlichen Luſtgartens zu Heidelberg / der mit allerhand koͤſtlichen Kraͤutern und?fremden Gewaͤchſen alſo gezieret und verſehen/ billich hoͤchſtes Lob und gebührende Ehr nachgeſagt fol werden.
ſintemal der gemeldte Garten/ daran allen möglichen Fleiß angewendet/ vor allen Fuͤrſtlichen Gärten Teutſch-lands Ruhm hat, gelobt und geprieſen wird/ neben E. F. G. loͤblichen und Fuͤrſtlichen Luſtgarten zu Fridels heim -der dem Chutfuͤrſtlichen Garten mit der zeit/ fo dieſelben alſo fortfahren/ nicht weichen wird/ welches dann derſel-ben gleichfals zu einem unſterblichen Lob gereichen wird. ö.
Dieweil nun gnaͤdigſter Fürft und Her: auch gnaͤdige Fuͤrſten und Hern/ ich von Jugend auff/ mich in derErkantnuß der Kräuter und Gewächs geuͤbet/ groſſe Mühe, Fleiß und LUnkoſten daran biß in die 36. Jahr geswendet/ hat weiland der Hochwuͤrdig loͤbliche Fuͤrſt und Herꝛ Herz Marquard Biſchoff zu Speyer / mein auchgnaͤdigſter Fuͤrſt und Herz, hochſeliger Gedaͤchtnuß/ deſſen unſchuldiger Medicus ich in die 18. Jahrlang vonHauß aus mit der Churf. gnaͤdigen Bewilligung geweſen/ hey mir emſig angehalten/ daß ich doch dem gemeinenBatterlande zu gutem meine Collectanea ſamt den Expertmentis, von den Kräutern und Gewaͤchſen/ in einOrdnung verzeichnen/ und in Druck ausgehen laſſen wolt/ mit deren gnaͤdigen Vertroͤſtung(weil ich mich derUnvermoͤglichkeit beklaget/ und wie ich allbereit ſchon etlich hundert Gulden daran gewendet/ und weiter nichtallein zu thun vermoͤchte) daß ihr F. G. mir die Hand bieten/ und gnaͤdige Befuͤrderung thun wolten/ daß meinArbeit ans Liecht kommen möchte/ und wolten ihr F. G. allen Unkoſten, was auff das abreiſſen der Kraͤuter/ſchneiden der Stoͤcklein/ und Druckerlohn gehn wurde/ erlegen/ biß das Werck gar fertig wurde/ ſolte ich alsdann/fo die Exemplaria verkaufft wurden/ von dem erloͤßten Geld allwegen etwas zu abſchlag der ausgelegten Sum-ma wieder in ihr F. G. Landſchreiberey erlegen und ſolte damit nicht uͤbereilet werden/ zu dem wolten ihr F. G=mir/ wie fie mir dann hiebevor verheiſſen/ neben Entrichtung meiner Beſoldung/ eĩ n ſtattliche Verehrung von we-gen meines Fleiß und treuen Dienſts thun/ daß ich und die meinen ſolches uns zu erfreuen hätten/ wie dann IhreJF. G. Weiland dem Durchleuchtigſten Hochgebornen Churfuͤrſten meinem gnaͤdigſten Herren Friderico III.E. F. G. G. G. Herfen Vatter/ Herren Altvarter/ und Herren Vettern zu Friderichs Buͤhel ſolches auch aus besweglichen Vrſachen vermeldet hatten/ auff welches gnaͤdiges zumuhten ich ein Hertz faſſet/ und deſto mehr Werck-leut beſtellet/ dieſes Werck zu fůrdern/ da ich aber kaum ein halb Jahr fo ernſtlich am Werck ware/ wurden SeineF. G. aus dieſem Jammerthal von dem lieben Gott in fein Reich abgefordert/ Die weil ich nun das Werck an-gefangen/ kondte ich es von wegen des groſſen Unkoſtens/ der darauff gangen/ nicht wol ſtecken laſſen/ ware mitauch nicht möglich denſelben mit fo vielem Geſind zu erſchwingen/ fuhr ich nicht deſto weniger mit wenigeremGeſind fort/ fo viel ich erhalten und bezahlen kondt wolte niemands beſchweren/ und deſto mehr Zeit darzu nem-men, bis endtlich vor zweyen Jahren Nicolaus Baſſæus Burger und Buchtrucker zu Franckfurt mit mir han-delt und in gemeinen Koſten mit einſtehen wolte/ welches ich bewilliget/ der innerhalb zweyen Jahren neben mirauch zimlichen groſſen Koſten angewendet/ daß ich alſo mit dieſem Werck 36. Jahr umgangen/ bis es in Druckkommen/ darinnen ich dann/ als der ich/ ſo lang ich practiciert/ Kraͤuter und andere hekandte Gewaͤchs den mehren-theil gebraucht/ und vor andern(doch ohne ruhm zu melden) viel Esperimenta erfahren/ und dieſelben dieſemBuch treulich eingeleibet und fleiſſig beſchrieben/ welche man in andern Kräuterbüchern, wie die immermehrbeſchrieben worden/ nicht finden wird/ und ein rechte Kraͤuter⸗Practick in dieſem Werck zu finden/ deren ſich auchkein Medicus beſchaͤmen darff/ und was ich an einem jeden Kraut oder Gewaͤchs erfahren, der lieben Poſteritaͤtnicht verhalten woͤllen/ und ſolches treulich verzeichnet/ wie die Erfahrung ſelbſt bezeugen wird. Dieweil dannmein lieber Præceptor ſeliger Hieronymus Tragus Bretanus, faſt der erſte geweſen, der von Kräutern geſchrie-ben/ und ein Kraͤuterbuch ſaſſen ausgehen/ dem es zu ſeiner Zeit und auch etliche viel Jahr nach feinem Tod keinervorgethan/ der auch/ wo er das Leben gehabt und dieſe Zeit erlebt hätte, viel Ding gebeſſert würde haben/ auch mehrKräuter beſchrieben/ Sintemal es aber G tt dem Allmaͤchtigen alſo gefallen/ daß er ihne aus dieſem Jammer-thal zu feinem Reich abgefordert/ er auch ein Kind in der Churfuͤrſtlichen Pfaltz zu Bretten geboren/ und hernach-mals zu Hornbach in der Fuͤrſtlichen Pfaltz viel Jahr gewohnet/ da er auch ſein Herharium geſchrieben/ undnachmaln fein Leben geendet hat/ fo hab ich als fein Diſeipel und auch ein Kind der Fuͤrſtlichen Pfaltz zu Bergza bern geboren/ und nun viel Jahr her in der Churf. Pfaltz Dienſten mich zu Heydelberg und hie zu Neuhauſen ver-halten/ das jenige fo er underlaſſen und ihme zu der Zeit auch nicht müglich geweſen zu erſtatten, der Churf. undFuͤrſtlichen Pfaltz meinem lieben Vaterland zu ehren/ und menniglich zu Nutz und Wolfahrt/ hab auch derowe-gen E. F. G. G. G. als meinen gnaͤdigſten Fůrſten und Herzen/ und gnaͤdigen G. G. Fuͤrſten und Landsherꝛendis mein Kraͤuterbuch zu ewigen Ehren/ und underthaͤnigſtem/ underthaͤnigen Danck/ vor alle erzeigte gnaͤdig-ſte/ und G. G. Vaͤtterliche Wolthat wollen dedicieren und ſchencken/ dieſelbig underthaͤnigſt/ underthaͤnig bit-ten fie wollen auch hinfuͤrter meine gnaͤdigſte und G. G. Furſten/ Herzen ſeyn und bleiben/ dieſe meine Vereh-rung in allen Gnaden G. G. auff und annemmen/ und deren mich wie auch all wegen/ ſonderlich aber in meinemAlter/ in milteſter und M. M. G. G. G. laſſen gnaͤdigſt und G. G. befohlen ſeyn/ wil dargegen ich den AllmaͤchtigenGott treulich bitten und anruffen/ daß er E. 7. G. G. G. in gluͤckſeliger friedlicher Regierung/ ſamt dem gantzenEhurf. und Fuͤrſtl. Jauß der Pfaltz lange Zeit gefriſten/ und unter feinen Flügeln Schutz und Schirm vor allemVnfall und Widerwertigkeit erhalten woͤlle/ men. Datum Neuhauſen 10. Sept. 13583.
EJ.&. G. G.
Underihaͤngſter und underthaͤniger Diener-
JACOB THEODORVS, der Artzney Doctorund Medicus daſelbſt.
D. JACOBI