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TABERNÆMONTANI
Das grſte Theil dleſes Buchs/
Von allen Kraͤutern.Die I. Section.
J. Gemeiner Wermuht. Abſinthium vulgare. B
Das Erſte Capitel.Von dem Wermuht.
Jewol der Wermuht ein un-achtſam/ gemein und jedermaͤnnig-Z lich bekant Kraut iſt/ fo iſt es dochSA ben den Alten vor koͤſtlich/ herꝛlichin hohem Wert/ ſonderlich aber beyg ihren Triumphen und heydniſchen
Gottesdienſten gehalten worden/welcher Gebrauch vielleicht auch von ihnen/ auf unſereWeiber geerbt und herkommen/ die noch heutigs Tagesdieſes Kraut in ihre Wuͤrtzwuͤſche mit andern Kraͤu-tern ſamlen/ und viel ſeltzamer abgoͤttiſcher Phanta-ſeyen und Narrenwercke damit treiben. Es ſeynd aberdes Wermuhts viel Geſchlecht/ doch wollen wir in diesſem Capitel nicht mehr als von zweyen/ nemlich vondem gemeinen Wermuht/ und von dem Bergwer-muht/ handeln..
I. Der gemein Wermuht iſt jedermaͤnniglich beskant/ hat ein widerwilliſchen/ ſtarcken/ abſcheulichenGeruch/ und ein ſehr unlieblichen bitteren Geſchmack/viel bitterer dann tein Gall nicht iſt: die Blaͤtter ſeyndaͤſchenfarb/ tieff zerkerfft/ ein wenig kraus/ ſeynd ein we-nig groͤſſer als die Blätter der Weinrauten: die Sten-gel ſeynd groß/ zweyer oder auch bisweilen dreyer Elenlang/ wie die Stengel des Beyfus/ welche aus feinerharten/ holtzechten/ zaſerechten Wurtzel allererſt im an-dern Jahr herfuͤr ſtoſſen/ mit vielen Zincken und Neben-reißlein/ die bringen im Brachmonat an ihren Gipffelnund allen Neben zweiglein viel runder Knoͤpfflein/ dieim ende gemeltes Monats anfahen zu bluͤhen/ alſo daßim Heumonat der gantz Staude in voller Bluͤet iſt:die Bluͤmlein ſeynd knoͤpffechtig/ blejchgeel/ ſchoͤn undgefuͤllt/ an der geſtalt den Rheinblumen/ Juͤngling ge-
C nant /nicht ungleich/ ſeynd doch viel kleiner. Nach zei-
tigung derſelben werden fie voller kleinen Samens/ dervergleicht ſich vaſt dem Samen des Rheinfarns/ iſtdoch kleiner. Waͤchſt gern an ſteinechtigen oder ſand-echtigen Orten auf den Rechen und Huͤbeln. Itemauf den alten Mauren und Hoffſtetten/ desgleichenauch auf den duͤrren Egerten/ um die Doͤrffer undFlecken herum/ hinter den Zaͤunen und heßlichen un-gebauten/ unfruchtbaren Feldern/ welches auch derPoet Ovidius wahrgenommen hat/ als er in folgen-den Verſen ſpricht:Iurpia deformes gignunt Abſinthia campi,Terra, de fructu quam[it amara docet.
Der Wermuht erjuͤngt ſich auch ſelbſt jaͤhrlich vonſeinem Samen/ und wird heutiges Tages(unangeſe-hen daß er in allen Orten hin und wider vor ſich ſelbſterwaͤchſt) auch in Gaͤrten gezilet/ welcher doch zum in-
D nerllchen Gebrauch der Artzeney untuͤchtiger und kraft-
loſer iſt/ dann der fo vor ſich ſelbſt im Feld ungepflantzetwaͤchſt. Wann man aber den Wermuht in die Gaͤrtenpflantzen wil/ ſol man die Wurtzel winden/ oder hin undwider verſchrencken und verdrehen/ fo waͤchſt er deſtofreudiger und ſchoͤner.
Der Wermuht ſoll im Heumonat/ wann er in ſei-ner beſten und ſchoͤnſten Bluͤt iſt/ zum Gebrauch derArtzeney eingeſamlet/ und im Schatten und Lufft ge-doͤrret und getrucknet werden/ denſelben über Jahr zubehalten.
II. Der Berg⸗ oder Roͤmiſch Wermuht/ iſt dem jetztgemelten gemeinen Wermuht/ mit der Wurtzel/ Sten-gel /Blaͤttern und Blumen /pgantz und gar gleich/ alleindaß er kleiner iſt/ wird ſelten Über zweyer oder DreyerSpannen hoh/ iſt bitter wie der erſt/ doch lieblicher undanmuͤhtiger zu gebrauchen iſt auch nicht fo eines ab»
A ſcheu-
1.GemeinetWermuhl-
II.Berg 0RoͤmiſchWer muht-