vorbericht.
L Bern und Venedig An. 1706. geschehen.
2. Wann ein Theil seiner Seils nicht hal-tet, zum Exempel die versprochene Hülfe nicht- schickt/ oder sonst einen Essential-Artickel bricht;
dann, wann etwann unreiner oder der an-^ dere Neben-Artickel gebrochen wird/ so ist^ deßwegen der ganze Bund eben nicht gleich auch
- aufgehoben.
A Es waltet auch die Frage: Db und wann, es nützlich sey / Bündnisse zu machen^ und einzugehen? Die Politici und Staats-r Kluge sind in deren Beantwortung nicht ein-^ stimmig. Einige vermeynen/viele BündnisselD- seyen mehr schädlich/ als nützlich / weil sie in
- allzuvielGeschäftenndUnkostenengagiren. An-p dere halten das Gegentheil, und glauben, viele
Bündnisse seyen nützlich, weil ein nicht star-ke cker Staat dardurch mächtig gemacht werde.rÄ Beyde Theile können auf gewisse Maasse rechthaben; dann die Bündnisse sind nicht einerley,A - wie aus obigem erhellet, so ist auch der Zweck-- der Städte,, Staaten und Länder nicht ei-nerley. Einmal ist gewiß, daß kein Potentatso mächtig sey, der nicht anderer Freundschaft»k« und Hülfe vonnöhren habe, weil auch keinerist, der nicht seine Feinde hat. Freye Repn-bliquen können ohne Bündniß mit andern sichM schwerlich festes Glücke versprechen, zumalenM wann sie mächtige Nachbarn zur Seiten Ha-rri» ben. Viele Freundschafts-und Commercien-Bündnisse können änderst nicht als nützlichKw und ersprießlich seyn. Aber viele BündnisseÄ zu Kriegs-Hülfe abzweckende, sind von meh->;-r» rerm