Buch 
Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
Entstehung
JPEG-Download
 

389

sei dem Andern nachtheilig und zwar so sehr, dass Niccphorus und Evagrius mit Recht bestätigt hätten, dass in jener so gefährlichen Pestepidemie, welchesie beschrieben (justinianische), Viele innerhalb der Häuser einzig durchZuschauen mit der Pest infizirt worden, Andere aber, die selbst zu sterbengewünscht hätten, seien nicht davon ergriffen worden, auch wenn sie mitPestkranken sprachen, assen, tranken, und die Kranken berührten. Darausschliessen Alle, dass dieses einzig mit der Disposition oder Nichtdispositionder Menschen Zusammenhänge oder mit einer andern verborgenen Eigenschaft,die Gott allein kenne. Da also keiner sicher sei, dass er diese verborgeneEigenschaft besitze, müssen also Alle sich mit Recht vorsehen, und ihreZuflucht zu Gott nehmen.

Als Symptome der Pest werden angegeben:

1. Frost und Hitze.

2. Taubsucht.

3. Unsinnigkeit.

4. Hauptwehe (Kopfweh).

5. Fieber.

6. Grosser Durst, Dürre der Zunge.

7. Auflaufen der Galle, Brechen.

8. Widerwille für Speisen.

9. Seitenstechen.

10. Mattigkeit der Glieder.

11. Verstopfung des Leibes.

12. Unruhe im Schlaf oder zuviel Schlaf.

13. Wenn, der Puls still oder gar matt ist.

14. So es dem Kranken grün und gelb wird vor den Augen.

15. Aller Ding überdrüssig.

16. Aufscliiessung giftiger Beulen.

Probe, wann der Luft vergiftet und Pest erfolgen soll:

1. Wann zur Frühlingszeit viel Frösch aufeinander sitzen undklumpenweis aneinander hangen.

2. Wann Spinnen in Erdiipfeln oder Galläpfeln gefundenwerden.

3. Wann in selbem Jahr viel Ivinderbetteren sterben, auchviel todte Kinder geboren werden.

4. Wann die Spatzen wandern und denselben Ort verlassen.

5. Wann es Frühmorgens viele dicke, stinkende Nebel giebt.

6. Wann die Hunde wider ihre Natur des Nachts heulen unddas Maul zu der Erde wenden.

7. Wann der Thau vergiftet wird und die Schaafe auf derWeide und das andere Vieh faul wird und stirbt.