zählbarer Völkermassen vertrauender und im Verlangen nachSieg und Erfolg seine wilde Erregung kaum meisternder Bar-barenfürst der Andere. Hinter diesen Beiden, durch sie repräsen-tiert, zwei Welten.
Aber diese Konferenz blieb ohne Erfolg.
Die Schlacht begann. Sie endete nach hartem Kampfe mitdem Siege der Römer. Die Deutschen flohen dem Rheine zu.Nur Wenige, unter ihnen Ariovist, vermochten sich über denRhein zu retten. Die Andern wurden durch die Verfolger zu-sammengehauen. Solches geschah im Spätsommer des Jahres 58vor Christi Geburt.
An diesem Tage zum ersten Male sahen die Legionen denmächtigen, in zerteilten Armen breit dahinfliessenden Strom,hinter ihm in der Ferne die dunkeln mächtigen Waldgebirge desgermanischen Landes.
Es war nur ein Feldzug und nur eine Schlacht. Aber dieFolgen unübersehlich. Die Besiegung Ariovists gab Rom Stellunggegenüber dem ganzen keltischen Lande. Indem die Möglichkeiteiner Herrschaft Ariovists auf dem linken Rheinufer vernichtetund diese germanische Völkerbewegung überhaupt zunächst zurRuhe gebracht war, stand Rom allein noch den Galliern gegen-über. Dies empfand auch Cäsar. Von dem elsässischen Sieges-felde sich erhebend, begann er sofort und vollendete in achtJahren die Unterwerfung Galliens .
Der Westen war damit der Zivilisation durch die hellenisch-italische Kultur erschlossen.
Für uns ist im Besondern wichtig, dass die NiederwerfungAriovists sich unmittelbar angeschlossen hat an die Ueberwin-dung der Helvetier.
Auch diese, ursprünglich das ganze Gebiet zwischen Genfer-see und Main bedeckend, hatten, wie schon gesagt worden ist,die Kraft der Germanen kennen gelernt und das Land nördlichdes Rheines an sie verloren. Jetzt im Süden dieses Stromes wurdees ihnen zu enge, und sie entschlossen sich, nochmals auszu-wandern, überm Jura in Gallien eine neue Heimat zu gewinnen.
Es war dieser Auszug der Helvetier nur einer unter denvielen nordischen Völkerzügen. Was ihn auszeichnel, ist, dass beiihm eine dritte Hand, die starke Hand Roms, eingriff und das