Nur wenige Fundstücke geben Aufschluss: ein Glasgefäss,eine Fibel, ein silberner Löffel, in Strassburg und in Ehl zumVorschein gekommen. Das Glas weist auf die damals hochent-wickelte Glasindustrie in Köln , die Fibel nach Gallien und nochweiter, nach Alexandrien .
So führen uns auch diese spärlichen Trümmer doch nochin die Zusammenhänge und in den internationalen Verkehr derKaiserzeit, der allein der neuen Religion ihre gewaltige Ausdeh-nung und Entwicklung in kurzer Zeit ermöglichte. Auch die In-schriften weisen darauf hin, dass es hauptsächlich die Wege desHandels sind, auf denen das Christentum in unsre Gegendengezogen ist. Unter Kaufleuten und Handwerkern aus Italien ,Griechenland usw., auch unter orientalischen Sklaven hat manseine ersten Bekenner in den Rheinlanden zu suchen; die Ein-heimischen kamen erst in zweiter Linie.
Bischof Irenäus in Lyon hatte schon um das Jahr 180 Kundedavon, dass in der einen und andern der Römerstädte am Rhein christliche Gemeinden bestanden. Wir wissen nicht, oh hiebeiauch an Strassburg und an andere römische Orte des Elsassesgedacht werden dürfe. Aber 150 Jahre später, in der ersten Hälftedes vierten Jahrhunderts, finden wir in Strassburg eine Christen-gemeinde, mit einem Bischof an ihrer Spitze.
Dieser erste historisch nachweisbare Bischof Strassburgs warAmandus; wir begegnen ihm auf Synoden der 340 er Jahre.
Neben dieser einen Gestalt der frühesten christlichen Kirchedes Elsasses zeigt sich uns eine zweite: Maternus . Er war Bischofvon Köln und wurde als Vertrauensmann Konstantins des Gros-sen im Jahre 312 zu einer kirchlichen Beratung nach Rom ge-rufen; daneben verehrt in ihm die Legende den ersten christ-lichen Glaubensboten im Eisass und nennt als Hauptort seinerMissionstätigkeit eben jenes Ehl, das wir als Fundort frühchrist-licher Geräte kennen gelernt haben.
Als ein wunderbar belebtes Schauspiel steht vor uns, wieRom zugleich herrscht und erbt, bringt und empfängt. Allent-halben kommen uns an den Fundplätzen des Landes die Erzeug-nisse uralter Kulturperioden vor Augen, der Eisenzeit, der Bronze-zeit, der neolithischen Zeit, und unmittelbar an solche fügensich dann die römischen Trümmer. So ist auch das römische