oder Einwirkung des Klostergründers, jede Beschränkung derfreien Abtwahl, das ganze Eigenklosterwesen bekämpfte. Beiden übrigen Orden wirkte wohl die Absicht, durch den Ver-zicht auf eine solche Mannschaft das Kloster überhaupt vonkriegerischem Wesen fernzuhalten.
Und nun die Städte.
Das Wichtige ist, dass auch an diesen Orten, die Städteheissen, ein neues Volk in die Geschichte einzugreifen begann.Zwischen dem Klerus und dem Adel erhob sich der grosse Trä-ger der neuen Kultur: das Bürgertum.
Es geschah dies nicht einheitlich, sondern auf verschiedeneWeise.
Vor allem beachten wir, dass auch die in die Römerzeit zu-rückreichenden, die an Bischofsitze, die an königliche Pfalzenangeschlossenen alten Ansiedelungen noch lange Zeit hindurchsich nicht sehr von Dörfern unterschieden. Erst allmählich, seitBeginn des elften Jahrhunderts etwa, brachte die allgemeineHebung des Lebens, die Zunahme von Handel und Verkehr,sowie der Zuzug aus dem zum Teil übervölkerten, auch vielfachdurch Krieg beunruhigten Lande neue Kräfte und Bedürfnissein diese Orte hinein. Aus dem Verkehre des in manchem dieserOrte wohl schon seit früher Zeit vorhandenen Marktes bildetesich die Stadt.
Aber neben dieser Entwicklung alter Gemeinwesen zuStädten ist von besonderer Bedeutung das neue Herauswachsenvon Städten aus dem Bauernlande. Sie bilden sich aus einemDorfe, oder im Anschluss an ein Kloster, an eine Burg, an einengrundherrschaftlichen Gutshof. Der Kern auch ihres Lebens istein Markt und die um diesen Markt her entstehende Ansiedlungvon Händlern usw.
Ueberall aber, in jeder dieser Formen, erwächst aus demVorhandensein und aus der Tätigkeit dieser Leute des Marktessowie anderer Anwohner das eigenartige Leben, das eine Stadtverspricht. Mit eigenen Rechtsbedürfnissen, Rechtsgewohnheiten,Wirtschaftsformen. Als Wesentliches kommt hinzu die Um-mauerung, und die Vollendung der Stadt im Rechtssinne ge-schieht schliesslich durch das Entstehen eines die städtischeGemeinde vertretenden Organs, des Rates.
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