Kriegsentschädigung zu zahlen und eine Anzahl Kanonen ausseinem Arsenal abzutreten, sowie durch einen Fussfall seinerVertreter vor dem Kaiser zu büssen.
Im März 1547 wurde dies alles vollzogen. Kurz darauf, am24. April, in der Schlacht bei Mühlberg , siegte der Kaiser überJohann Friedrich von Sachsen und nahm ihn gefangen.
Die schmalkaldische Partei schien damit vernichtet, die fürst-liche Opposition im Reiche gebrochen, und rasch geschah dieAusnützung dieses Sieges durch den Kaiser. Im Mai 1548 erliesser ein Gesetz darüber, wie es in Deutschland in kirchlichenDingen bis zum Ausgange des Trienter Konzils, einstweilen, inte-rim, gehalten werden solle. Das war das sogenannte Interim.Eine Religionsordnung, deren wesentlicher Inhalt Katholizismuswar, mit den beiden Zugeständnissen des Laienkelches und derPriesterehe.
Auch Strassburg musste sich diesem Gesetz unterwerfen. AufBefehl des Kaisers wurden die beiden Führer der evangelischenKirche, Bucer und Fagius, durch den Rat von ihren Stellen ent-lassen; sie begaben sich nach England. In Strassburg aber zogwieder die alte Kirche ein. Nicht zu ausschliesslicher Herrschaft;aber das Münster und die Stiftskirchen Alt und Jung St. Petersowie die Kirche Allerheiligen mussten zu Beginn des Jahres 1550dem Bischof eingeräumt werden. Unter den hiebei mitwirkendenkatholischen Geistlichen war auch der Jesuit Canisius. Die üb-rigen Kirchen der Stadt blieben den Evangelischen.
Aber gerade in diesem Momente des kaiserlichen Triumpheserhob sich das Fürstentum noch einmal, im Gefühle seinergefährdeten Selbstherrlichkeit, seiner «Libertät». Unter der Lei-tung desselben Moritz von Sachsen , dem Karl den Sieg über dieSchmalkaldener verdankt hatte. Leidenschaftlicher noch als seineStandesgenossen empfand Moritz die Bedrohung des Fürsten-tums durch den siegreichen Kaiser. Er änderte daher seineStellung, wechselte die Partei, wurde jetzt der Führer einer fürst-lichen Revolution und damit auch der Retter des deutschen Pro testantismus .
Mit überraschender Schnelligkeit und Kraft überfielen nundie Fürsten den Kaiser; in wenigen Wochen lag seine Macht zuBoden. Am 23. Mai 1552 zog Kurfürst Moritz in Innsbruck ein.
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